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Ich bin ein "Gutmensch", werde aber manchmal skeptisch (c)

Ich bin ein "Gutmensch", werde aber manchmal skeptisch

Für mich gibt es keine zwei Meinungen. Menschen muss geholfen werden, so wie mir damals geholfen wurde, als ich nach Österreich kam. Aber an manchen Tagen bin ich sprachlos und skeptisch, was die Situation angeht.

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Ich bin Österreich dankbar. Ich wurde 1992 in Kroatien geboren. Gegen Ende des Balkankriegs. Die Situation war mies. Meine Mutter zog alleine nach Österreich los und holte mich erst mit 6 Jahren nach Wien. Ich lernte schnell deutsch, fand Freunde und ein neues Zuhause. Das ist mein komprimierter Lebenslauf. Einer von vielen ähnlichen...

Heutzutage trifft es mich teilweise sehr, wenn ich Postings von Leuten lese, die meinen, dass man "die ersaufen lassen soll", oder "die uns überrennen". DIE = Menschen die einfach auf einem anderen Ort der Welt geboren wurden.

Ich bin ein "Willkommensklatscher" und ein "Gutmensch", da besteht kein Zweifel. Keiner von diesen Greenpeace-Aktivisten, die euch auf der Hilfer ansprechen würden. Wenn man genau darüber nachdenkt, sind sie vielleicht die größere Plage für das Land. Auf jeden Fall bin ich der Meinung, man sollte Menschen eine Chance geben, so wie sie mir gegeben wurde.

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Ich im flashigen Outfit als kleiner Flüchtling

Manchmal chill' ich mit meinen Freunden in gammligen Parks und wie sollte es anders sein, nach einiger Zeit wird die Politik angesprochen. In Wahrheit haben wir alle keine Ahnung davon, aber wir diskutieren halt. Vor allem, weil in der Nähe ein neues Asylheim eingerichtet wurde. Am Anfang war ich der größte Befürworter, nur mit der Zeit werde ich immer skeptischer.
In den Nachrichten wird andauernd von Asylanten berichtet, die sich nicht korrekt verhalten. Natürlich ist mir bewusst, dass diese Meldungen von der Sensation leben. Die Medien müssen schon fast diese Stories bringen, weil die Menschen diese lesen wollen, deshalb sollte man da auch immer ein sehr kritisches Auge darauf werfen. 

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Zwischendurch ein netter Kommentar eines Facebook Users

"Einzelfälle" habe ich am Anfang gesagt. Aber langsam werden es immer mehr "Einzelfälle". Mir gehen die Argumente aus. Vergewaltigung hier, Belästigung da, Mord dort. Es ist fast allgegenwärtig. Ja, auch in den österreichischen Reihen existierten Kriminelle. Aber es stimmt auch, wenn gesagt wird, "wir haben eh genug Probleme hier, wozu brauch ma die auch noch?" Da nicke ich und frage mich dasselbe. "Als Gast hat man sich zu benehmen." Stimmt.

Die "Gäste" müssen nur leider zuerst die komplett neue Hausordnung lernen. Natürlich durchleben sie einen extremen Kulturschock. Zwei komplett unterschiedliche Welten treffen hier aufeinander. Darüber hinaus werden diese Menschen regelrecht ghettoisiert. Sie dürfen nicht arbeiten, werden aber kritisiert, weil sie nichts tun. Sie spüren den Hass der Menschen. Außerdem kommt einer Riesenportion Frust dazu, denn natürlich haben sich die Menschen mehr erwartet, keine Frage. Aber nun stehen sie teilweise ohne Perspektive da, hängen quasi in der Luft und da kommt es natürlich vor, dass man kriminell wird. So ist das aber in jeder Gesellschaft. Es ist doch so, als ob man Menschen in eine riesige prunkvolle Villa einlädt, ihnen dann aber sagt, dass sie nichts anfassen dürfen und obwohl sie es auch nicht tun, stellt man sie von vornherein unter Generalverdacht. Klar trotzen einige und werden dann kriminell. 

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Der ist auch voll süß

Nur eine echte Entschuldigung ist es auch nicht so wirklich. Ich werde immer öfter selbst skeptisch, ob diese Situation nicht wirklich ein Problem ist, das sich nicht mehr lösen lässt. Ich frage mich, ob ich als Vater nicht auch Angst um meine Tochter hätte.
Genau in dem Moment kommen 5 junge Männer aus dem Asylheim, dass sich in der Straße befindet. Jeder von ihnen trägt ein Fußballtrikot. Ein Rapid Dress, ein Shirt der Austria und sogar ein Österreich Leiberl. Sie gehen auf den Fußballplatz, wo einige Kinder spielen, gestikulieren ein wenig und im nächsten Moment spielen sie schon mit. Dass dieses Bild aber in den Zeitungen, oder im Fernsehen gezeigt wird, darauf können wir alle lange warten.

Ich bleibe aber weiterhin dabei: Man muss auf diese Menschen zugehen und sie bei der Integration unterstützen. Von heute auf morgen wird nichts passieren. Es wird seine Zeit dauern, aber ich bin überzeugt, dass wir Brücken statt Zäune bauen sollten.

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