Wir sind Heuchler, wenn wir gegen das Hundefleisch-Festival sind (c)

Wir sind Heuchler, wenn wir gegen das Hundefleisch-Festival sind

Der beste Freund des Menschen. Er wartet auf uns, wenn wir nach Hause kommen, begleitet uns überall hin und wirkt so, als ob er uns nie böse sein könnte. In China jedoch, kommt er auf den Teller und komischerweise stört uns das. 

In der südchinesischen Stadt Yulin findet zurzeit das alljährliche Hundefleisch-Festival statt. Ein Festival bei dem Hunde geschlachtet und zum Verzehr angeboten werden. Natürlich ist da der Aufschrei im Westen groß. Wie kann man nur? Wie kann man einem Hund die Kehle aufschlitzen, wenn er einen winselnd mit riesigen Augen ansieht? Das müssen doch Monster sein, die so etwas tun.

Eines vorweg: Entgegen aller Annahmen, werden nur in wenigen Teilen Chinas Hunde gegessen. 

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Man muss sich also vorstellen, in China sitzt gerade jemand in einem Restaurant und wartet darauf, dass sein Hundemenü auf den Tisch kommt. Nein! Das will man sich gar nicht vorstellen. Aber wo genau liegt das Problem bei Hundefleisch?

Unser Facebook-Feed wird überschwemmt von Tasty-Videos, in denen jede nur erdenkliche Speise mit Bacon garniert wird. Bacon-Pies, Bacon-Donuts, Bacon-Cocktails. Was würde passieren, wenn Tasty die selben Videos mit Hundefleisch machen würde? 

Aber würden sie nicht, denn Hunde sind Freunde. Schweine sind es nicht. Stimmt. In Europa.

In Indien sind Kühe heilig. Moslems und Juden dürfen aus religiösen Gründen keine Schweine essen. Es kommt einzig und allein darauf an, wie wir das Tier "erziehen". Erziehen wir es als Freund, dann ist es unser Freund. Erziehen wir es als Essen, dann ist es unser Essen. Wir würden wohl alle auf Fleisch verzichten, wenn wir uns mit jedem Tier der Welt anfreunden würden. Aber das tun wir nicht. Wir protestieren gegen das Hundefleisch-Festival, während wir Speck kauen. 

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Mag auch sein, dass wir uns über die Missstände aufregen, wie die Hunde gehalten werden. Doch eine Legebatterie einer Henne ist nicht viel gemütlicher, als ein rostiger, viel zu kleiner Hundekäfig in Yulin. In unseren Köpfen sind Schubladen, in welchen klar geregelt ist, welche Tiere man essen kann und welche nicht. Ich würde wohl selbst verneinen, wenn mir jemand Hundefleisch zum Probieren anbieten würde, aber auf keinen Fall nein sagen, wenn man mir ein Stück Speck vor die Nase hält. Komisch, oder?

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