Lifeball 2017 - Alles war erlaubt (c) Credits: Warda

Lifeball 2017 - Alles war erlaubt

Bunt, schrill und extravagant - Das ist der Lifeball. Und genauso sind auch die Menschen, die ihn besuchen. Unsere Redakteurin war dort und hat sich treiben lassen.

Der Lifeball ist eine der größten und glamurösesten Partys, die jährlich in Wien stattfinden. Einmal im Jahr kommt die internationale Highclass der Schwulen- und Transvestitenszene im schönen Rathaus am Ring zusammen, um der Welt zu zeigen, dass Schwulsein leider geil ist und der Kampf gegen AIDS nur in die nächste Runde geht. Neues Jahr, neues Motto. Die Style Bible 2017 zeigte knallbunte Roben im Stil der 20er. Von Burlesque bis Great Gatsby war alles erlaubt, wer als Fabelwesen kommen wollte, war auch herzlich eingeladen. Auch sonst gibt es wenig Verbotenes bei dem spektakulären Charity Event. 

Meine Freundin und ich wurden noch vor dem Eingang von einer indischen Familie gebeten Selfies mit ihnen zu machen. Ich glaube nicht mal meine Mutter freut sich so, wenn sie ein Foto von mir in der Hand hält. Die Reaktion der Inder hat mich an die Mädels bei Germany's Next Topmodel erinnert, die sich Woche für Woche mit ihren Fotos aufs Neue in die nächste Runde heulen. Damit waren die 30€ Aufpreis, die ich zahlen musste, weil ich "zu wenig Make Up" getragen habe, auch irgendwie wieder vergessen. In Wahrheit waren es natürlich sechs Schichten, ich hatte ja noch was vor. 

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Credits: Franziska Wüst

Der erste Schritt hinter die Tore des pink angestrahlten Wiener Rathauses und ich war in einer anderen Welt. Voller greller Gestalten, verrückter Kostüme und zu viel von allem. Zu viel nackte Haut, zu viel Licht, zu viel Glamour. Aber keinem der Gäste war es wirklich ZU viel. Auf den Lifeball geht man nur, wenn man den Überfluss sucht. Die mystische Atmosphäre raubt einem jeglichen Gedanken an das, was außerhalb dessen passiert. Das waren die ersten Eindrücke, die ich hatte, als ich eingetaucht bin, in die Welt des Lifeballs.

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Hier geht's zum Lifeball Video 

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Credits: Franziska Wüst

Das diesjährige Motto lautete "Recognize the Danger", im Sinne von "better safe than sorry", oder "Pass halt auf, dann passiert dir auch nichts", so ungefähr beschrieb es der Lifeball CEO Gery Keszler in seiner Welcome-Rede. Um jedem direkt die Möglichkeit zu geben die Gefahr im wahrsten Sinne des Wortes noch am selben Abend zu erkennen, oder auch, wie hoffentlich in den meisten Fällen, hinter sich zu lassen, gab es für jeden vor Ort die Möglichkeit sich neben dem Dancefloor einen Stich verpassen zu lassen und getestet zu werden. Wenn man diesen Part des Abends (erfolgreich) hinter sich gebracht hat - selbstverständlich auf freiwilliger Basis - ging sie los! Die PARTY!

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Credits: Franziska Wüst

Fünf Drinks später stand ich auf dem großen Dancefloor im Arkadenhof. Zusammen mit dem ein oder anderen dieser Popos, wobei auch ein paar hetero gewesen sein könnten. Die Stimmung war ausgelassen, jeder hatte Spaß, meine Freundin verschwunden. Nach einer halben Stunde machte ich mich auf die Suche. Ihr kennt es: Die Suche nach dieser einen Freundin, die nach einem Drink zu viel plötzlich ein anderer Mensch wird und jegliche Kontrolle verliert. 

Treppen hoch, Treppen runter. Drei Floors und zwei Stunden später sah ich sie. Ihre Netzstrumpfhose an mir vorbei in den VIP-Floor huschen. Ich hinterher und wieder Flash: Noch mehr Prunk, noch mehr Glitzer und vor allem, noch mehr Alkohol. Kurz den hetero Barkeeper am Champagner-Stand abgelenkt und die Flasche gehörte uns. 

Meine Freundin sprang nach einem Schluck aufs Podest neben der DJane, ein paar andere Models kamen dazu und rekelten sich an ihr. Fünf Minuten später hatten sie gegenseitig ihre gemachten Brüste in der Hand. 

Das nächste was ich wieder weiß, ist mein Einzug in den Voga zur Afterhour. Die Sonne war schon hell und das begehrteste Objekt war meine Sonnenbrille. Das ist auch der Grund warum ich jetzt keine mehr habe. Pünktlich zum Mittagessen war ich wieder daheim. Gut gemacht. 

Wen ich auf meiner Tour alles getroffen habe, seht ihr unten. Bilder sagen eben manchmal mehr als tausend Worte... Auf der WARDA Page gibt es noch mehr davon!

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Eugen von WARDA Network war mit Michael Michalsky am Start. Sein eigenes Motto: Hauptsache auffallen. Hauptsache Swag. 

Credits: Franziska Wüst

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Paul aus Wien: "Ich bin bi. Schwulsein gehört dazu und wir feiern hier, dass wir das haben!"

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Tim Lienhard aus Berlin Mitte: "Das ist die geilste Party der Welt. Ich renn so auch im Berliner Nachtleben rum. Trash Glam nennt man das."

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Alessio aus Italien: "Ich habe mich selbst angemalt. Jeder kann hier sein, was er will. Alles ist möglich."

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Gloria Hole aus Graz: "Es ist wunderbar. Die Perücke habe ich von Germany's Next Topmodel. Sie kostet um die 5000€, alles echte Haare."

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Credits: Franziska Wüst

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Credits: Franziska Wüst

Life Ball 2017
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Credits: Warda

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