ich war trotz Verbot auf der Vienna Fashionweek (c) Titelbild Credits: WARDA

ich war trotz Verbot auf der Vienna Fashionweek

Auch, wenn es die Wenigsten wissen: auch Wien hat eine Fashionweek. Alles wissenswerte darüber erfahrt ihr von unserer Redakteurin, die sich einfach überall Zutritt verschafft.

Abseits der Z-Prominenten und Szene Hipster ist die Vienna Fashionweek für so ziemlich niemanden ein Begriff. Wundert natürlich niemanden, da Wien für vieles, aber bestimmt nicht für Modebewusstsein bekannt ist. Nach der letzten Wiener Stilikone Sissi, gab es nur einen Wiener Trend, der bekannt wurde: die Krocher. Naja, seien wir mal ehrlich: Sissi kam aus München und die "Krocher" wurden erst mit Neonkapperl & Co berühmt und waren alle Jugos. Also, wenn wir's genau nehmen würden, kam kein Modetrend ohne Menschen mit Migrationshintergrund nach Wien. Schwache Leistung, Vienna. 

Das sehen wir auch tagtäglich auf Wiens Straßen, während Instagram mit Wavebrows übergeht, hat Wien gerade den Augenbrauenstift entdeckt. Wien ist also quer über den Daumen ca. 3 Saisons hinten nach. Wir sind einfach sehr traditionell, in Floridsdorf werden noch in 20 Jahren Bomberjacken in sein, am Viktor-Adler-Markt bleibt der Einkaufstrolley das absolute it-piece und wenn man am Gürtel nicht in Jogginghose am Start ist, dann gehört man nicht dazu. So sind wir halt, wir Wiener. 

Aber wir haben eine Fashionweek, weiß halt keiner, besucht kaum jemand, aber es gibt sie. Lustiger Weise kann man sogar explizit ein Schreibverbot bekommen. Die Sache mit diesen Verboten ist nur leider, dass man sich damit ins eigene Fleisch schneidet. Abgesehen davon, dass man ein quasi unbekanntes Event pushen sollte, ist es ein ganz klarer Denkfehler, wenn man glaubt, dass man ein großes size-zero Mädchen im Pelzjäckchen davon abhalten kann eine Modeveranstaltung zu besuchen. Bitch please, meine bloße Anwesenheit ist eine Bereicherung für eure leeren Sitzreihen.

Grundsätzlich sollte man Presseleute - mit einem Modebewusstsein wie meinem - in die first row setzen. Oh, hoppla, da lag ja zwei Mal mein Namensschild. So viel zur Durchsetzung von eurem Verbot. Gut, vielleicht habe ich mir das auch durch Connections erschlichen, aber was soll's, solang das Ergebnis stimmt, ist das doch egal. 

1505653447 1505653342 img 0263

Credits: Nastasia Helena

wirklich konsequent sind die Verbote auch nicht haha

Eigentlich könnte ich euch jetzt volle Pulle ans Bein pissen und mich darüber auslassen, dass der bekannteste Name auf dem kompletten Zeitplan die Modeschule Hetzendorf war und der Rest zusammengewürfelte Newcomer Designer sind, bei denen verzweifelt die ersten Reihen mit wahllos ausgesuchten Besuchern besetzt wurden, damit da überhaupt irgendjemand sitzt, aber das mache ich nicht, weil ich nicht so unprofessionell bin wie ihr.

Ich erzähle lieber von den aufgehenden Sternen am Modehimmel, die eine unfassbar lange Warteschlange verursachten und das Zelt mit ihrer Show zum Beben brachten: TrueYou! Von allen Shows, die ich gesehen habe, war das mit Abstand die am besten besuchte und war wirklich fresh. Als ich zu spät ankam und der komplette Saal mit geladenen Gästen und Presseleuten voll war, habe ich mich nicht mal auf die Suche nach meinem Sitzplatz gemacht, sondern mich direkt ganz nach hinten gesetzt und hatte einen besseren Blick als aus der first row. Ich muss ehrlich sagen, bis auf die halbe Stunde Verspätung des Beginns der Show, war alles perfekt organisiert und die Show ein Genuss für alle Zuschauer. Daran könnten sich alle ein Beispiel nehmen, wenn die ganze Vienna Fashionweek so glatt ablaufen würde, wären die MQ Zelte durchgehend brechend voll.

1505653897 img 0255

Credits: Nastasia Helena

mehr Andrang als Plätze bei TrueYou

Kulinarisch war mein persönliches Highlight das Buffet nach der Thai Show. Ich habe ungelogen noch nie so gute Thai Nudeln gegessen, noch nie! Modisch war's nicht der Burner, die musikalische Untermalung grenzte an Tinitus, aber das Essen und die mega freundlichen Damen, die es servierten, waren der Hammer! 

1505651912 img 0211

Credits: Nastasia Helena

2 Teller hab ich gegessen, unfassbar gut!

Abschließend muss ich sagen, dass die Fashionweek eh recht nice ist. Ja, gut, Philipp Plein sucht man in Wien vergeblich, aber man erweitert seinen Horizont mit Newcomer Fashion. Bei richtig unbekannten Labels kann man als normaler 0815 Besucher, der sich eine Karte gekauft hat, locker einen Sitzplatz in der ersten Reihe ergattern, wenn man früh genug dort ist, das ist ein Zuckerl, das man ausschließlich in Wien genießen kann! Die verschiedenen Afterparties sind überall brechend voll und man kann eine ganze Woche lang Montag bis Sonntag fortgehen, selbst, wenn man über null Modeinteresse verfügt, kann man wenigstens die ganze Woche lang feiern. Ist ja auch etwas Gutes.

Kurzum: es war mir ein Volksfest, ich komme nächstes Jahr definitiv wieder und hihi verbieten lasse ich mir sowieso nichts. Bussi!

Ach und eine Fotografin hat sich auch ins Zelt verirrt, alle Fotos von der diesjährigen MQ Vienna Fashionweek findet ihr hier:


Willst du kein Gewinnspiel von WARDA verpassen und immer unsere geilsten Posts sehen? Dann abonniere wardakommewieder auf Instagram!

Titelbild Credits: WARDA

WARDA NETWORK GmbH