Bitcoins für Dummies - ein Interview mit dem CEO von BitPanda (c) Titelbild Credits: radar.techcabal.com

Bitcoins für Dummies - ein Interview mit dem CEO von BitPanda

Die Themen "Bitcoins" und "Krypto-Währungen" werden immer interessanter. Da sich jedoch noch immer viele nicht genug darunter vorstellen können, hat unser Redakteur ein Interview mit Eric Demuth geführt. Der CEO von BitPanda erklärt, was wirklich dahinter steckt.

Nachdem wir viele Anfragen zum Thema "Bitcoins" erhalten haben, habe ich mir die Expertise von jemandem geholt, der sich damit auskennt: Eric Demuth, der CEO von BitPanda. Im nachfolgenden Interview erklärt er alles wissenswerte zum Thema.


Wie würdest Du unseren LeserInnen das Prinzip hinter Bitcoins vereinfacht erklären?

Bitcoin ist die erste wirklich funktionierende dezentrale Währung bzw. der erste dezentrale Wertespeicher. Das Netzwerk aus Teilnehmern aus der ganzen Welt ist mittlerweile das größte Computernetzwerk überhaupt und dementsprechend durch diese Rechenleistung und Kryptografie vermutlich auch das sicherste. Es gibt keine zentrale Stelle, die Entscheidungen trifft, sondern das Netzwerk läuft demokratisch und transparent.

Wieso sind Bitcoin Preise so hoch?

Das Bitcoin-Netzwerk macht derzeit enorme technologische Sprünge und erfreut sich immer größerer Beliebtheit in verschiedensten Bereichen, sowohl in der Wirtschaft als auch geographisch. Die Nachfrage steigt, daher steigt der Preis.

Gibt es Parallelen zu Aktien? Was gilt als vorhersehbarer?

Für Spekulanten gibt es diese Parallelen sicherlich. Allerdings sind selbst Aktien miteinander oft schwer zu vergleichen. Ich würde derzeit Bitcoins viel lieber mit Gold vergleichen, da es auch von den Eigenschaften her viele Parallelen gibt.

Als Geschäftsführer von BitPanda: sind deine Kunden vor Hackerangriffen sicher oder dagegen versichert? Es gab ja bereits derartige Vorfälle, was viele vor einer Investition abschrecken könnte. 

Wir haben aufgrund der Ereignisse in den vorangegangenen Jahren bei einigen Börsen in der Welt extra ein System gebaut, bei dem es mehrere Sicherheitsmechanismen gibt und sämtliche Bitcoins der Kunden offline sicher gelagert werden. Sie können somit nicht von Hackern online attackiert werden. Ich bringe dabei gern den Vergleich des Bankraubs. Würde jemand versuchen, uns auszurauben (Bankräuber kommt in eine Filiale), hat er maximal Zugriff auf den Kassabestand. Dieser Kassabestand ist ein winziger Teil unserer Firmen Bitcoins (nicht die der Kunden). Alle unsere Bitcoins, wie auch die der Kunden, liegen sicher offline (quasi ein Tresorraum einige Kilometer von der Filiale entfernt auf den der Bankräuber keinen Zugriff hat).

Sollte man Bitcoins eher als Anlage oder tatsächlich als Zahlungsmittel sehen? Wie verlässlich ist es wirklich?

Ich kann da nur für mich persönlich sprechen und sage daher: beides. Für mich hat es derzeit in Europa vor allem den Nutzen als Gold 2.0. Es bekommt aber durch die weltweite Adoption in fast allen Industrien und in der Forschung immer mehr Alltagsanwendungen. Für cross-boarder Transaktionen ist es jetzt schon besser als alle bestehenden Systeme.

Was hältst Du von der Abspaltung in Bitcoin und Bitcoin Cash. Ist es wahrscheinlich, dass solche Abspaltungen in Zukunft vermehrt vorkommen werden? 

Das Protokoll ist open-source und ich könnte heute das Protokoll nehmen und es statt Bitcoin – XY-Coin nennen. Wenn ich zuvor gemined habe und meine Rechenleistung auf dieses neue Netzwerk schicke, habe ich einen neuen Coin kreiert. Da es niemandem nutzen wird und ich auch keinen Mehrwert geleistet habe bzw. zu wenig, wird es nicht angenommen. Das ist vergleichbar mit einem Facebook-Klon. Der Netzwerkeffekt, die Technologie und die Entwickler sind das Entscheidende. Das ganze System funktioniert deshalb so gut, da es eben demokratisch organisiert ist und die Mehrheit immer Recht haben wird. Wenn nun neue Coins aus diesen Forks entstehen, können diese Berechtigung und Anhänger finden, oder eben nicht.

Kurz gesagt: ja, es wird sicherlich noch einige Abspaltungen geben, wenn Interessensgruppen komplett anderer Meinung sind. Aus heutiger Sicht ist das allerdings nicht bewertbar.

Ist der Bitcoin für die Zukunft gewappnet, ohne weitere Updates bestehen zu müssen?

Bitcoin entwickelt sich laufend weiter. Es gibt seit Jahren ein Core-Entwickler Team, die Vorschläge machen und häufig auch umsetzen. Vom originalen Bitcoin-Code sind vielleicht noch 10% übrig. Fundamentale Dinge wie „max. 21M Bitcoins“ werden sich jedoch nie ändern.

Was passiert, wenn alle Coins geschürt wurden?

Circa alle 4 Jahre halbiert sich die Belohnung, die die Miner im Schnitt alle 10 Minuten an Bitcoins bekommen, wenn Sie den nächsten Block gefunden haben. Es fing an mit 50 Bitcoin pro Block, nun sind wir seit letztem Sommer bereits bei 12,5 BTC. Von den 21 Millionen sind bereits 16,5 Millionen im System. Durch diese kontinuierliche Halbierung alle 4 Jahre werden die 21 Millionen erst ca. im Jahre 2142 gefunden. Die Miner, die die Rechenleistung zur Verfügung stellen, werden dadurch honoriert, dass die Gebühr jeder Transaktion an sie geht, wenn diese den nächsten Block finden. Daher wird dieses Belohnungssystem zur Sicherheit des Netzwerks immer funktionieren.

Burger King stellte vor Kurzem eine eigene Krypto-Währung, den Whoppercoin, vor. Bedeutet das, dass jedes Unternehmen so einen Schritt tätigen kann?

Können - ja, ob sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Dahinter steckt vor allem viel Marketing. Derzeit ist zu beobachten, dass viele Industrien von „Experten“ und Beratern dazu gedrängt werden „irgendwas mit Blockchain“ zu machen. Für viele Industrien und Branchen ist das allerdings eher sinnbefreit.

Nach dem Tiefschlag, der durch das Aus der BTC China verursacht wurde, sind Befürchtungen einer platzenden Blase durchaus gerechtfertigt. Oder wie stehst Du dem Thema gegenüber? 

Das ist kein Tiefschlag. Eigentlich ist das sogar langfristig etwas Gutes. Die Chinesen wollen es keineswegs verbieten, sondern besser regulieren, weil sie das Potenzial erkannt haben. Bisher war China ein enorm hoher Unsicherheitsfaktor, der bei Gerüchten sofort starke Marktbewegungen zur Folge hatte. Ich Vergleiche es gern mit der Mt.Gox Situation Ende 2013. Alle Insider waren froh, dass Mt.Gox zusammengefallen ist, da es nur ein riesiger Unsicherheitsfaktor war. Dann hat es einmal kurz gecrasht und seitdem ist der Kurs kontinuierlich über Jahre gewachsen. Durch solche Events wird das System einfach erwachsener, mehr nicht.

Danke für die ausführliche Erklärung!


Zusammenfassung für Dummies:

Für alle, die die Hälfte nicht verstanden haben, nochmals alles vereinfacht ausgedrückt:

Bitcoin ist sozusagen das Geld der Zukunft. Auch wenn man von Anfang an festgelegt hat, dass es nur 21 Millionen Coins geben wird, dauert es noch über 100 Jahre, bis auch wirklich alle geschöpft wurden. Aus diesem Grund muss man keine Angst haben, dass es bald keine neuen Coins mehr geben wird. Wie auch in allen anderen Bereichen wird der Preis durch die Nachfrage bestimmt. Da sie in diesem Fall extrem hoch ist, spiegelt sich das auch im Preis wider. Wer über BitPanda in Bitcoin investiert, muss auch keine Angst vor Hackerangriffen haben, da Hacker online keinen Zugriff auf die Bitcoins der Kunden haben. 

Wie zu sehen ist, handelt es sich hierbei um ein wesentlich sichereres Investment als manche glauben.

Titelbild Credits: radar.techcabal.com

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