Müll, Bananen, besoffene Hipster & underground Party: WTF geht auf der Parallel ab?! (c) Credits: Laura Chiara Pichler WARDA

Müll, Bananen, besoffene Hipster & underground Party: WTF geht auf der Parallel ab?!

Parallel Vienna 2017 - eine "Kunstveranstaltung". Wir haben unsere am Wenigsten an Kunst interessierte Redakteurin zum Opening geschickt und das Ergebnis findet ihr hier.

Ich war beim Parallel Opening 2017 und habe die Kunst nicht verstanden. Bei dem Opening gestern wurden zwei Dinge, die eigentlich auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, vereint -Party und moderne Kunst.

Da ich eher Kunstbanause als Kunstkenner bin und ich gerade mal beurteilen kann, ob etwas in meinen Augen gut aussieht oder halt nicht, war ich mir zuerst nicht so sicher, ob ich wirklich die richtige Auswahl bin, um über ein Kunstopening zu schreiben, geschweige denn es zu beurteilen. Dafür nahm ich meine Freundin Tina mit, die war nämlich in einer Kunstschule. Sie war meine Fachmeinung.

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Credits: Laura Chiara Pichler

"WHY?" - das frage ich mich auch.

Die Ausstellung erstreckt sich über zehn Stockwerke und jede Galerie oder Einzelkünstler haben einen eigenen Raum, wo sie ihre Kunst ausstellen. Ich machte den Fehler Schuhe mit Absatz anzuziehen und hatte nach den zehn Stockwerken voll mit Kunst ziemliche Fußschmerzen und Blasen an den Füßen. Also hier ein Tipp am Rande: Zieht euch bequeme Schuhe an!

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Credits: Laura Chiara Pichler

Und stolpert nicht über die Kunstwerke.

Die Kunst selbst war, was man unter moderner Kunst versteht, und jeder Raum löste verschiedene Reaktionen in mir aus. Es war ein Bad der gemischten Gefühle. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Apropos "Bad" - war da eine unserer 36 Stunden Partys?

Manche Bilder sahen auch wirklich cool aus, waren gut gemalt und gefielen mir. Wäre ich etwas älter, kunstaffiner und hätte mehr Geld als jetzt, dann würde ich mir so etwas vielleicht sogar über meinem imaginären Kamin in meinem imaginären Loft hängen. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Hallo, wer wünscht sich nicht auch ein Penis-Kriegsgebiet-Mosaik über seinem Kaminsims? 

Da aber nichts davon zutrifft und ich weder Kamin oder Loft habe, verschluckte ich mich meistens bei den Preisschildern einfach nur und habe mich ernsthaft gefragt, wer so wahnsinnig ist und so viel Geld für sowas ausgibt und habe mir dabei ausgemalt, was man sich sonst um diesen Batzen Geld leisten könnte. Eine Reise auf die Malediven, zum Beispiel.

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Credits: Laura Chiara Pichler

Kein Plan was das ist, aber ich tippe auf einen Tisch mit einem Bein - voll praktisch sowas, sollten wir uns alle kaufen!

Andere Räume schafften es aber mich wirklich zu verstören und mich an den Rand meines nicht vorhandenen Kunstverständnisses zu treiben. Sind verstreute Bananen auf dem Boden Kunst? Ist es Kunst Gartenschläuche aus der Wand hängen zu lassen? 

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Credits: Laura Chiara Pichler

"Siehst du, Mama, ich bin gar nicht unordentlich, sondern Künstlerin!", beste Ausrede. Schreibt sie euch alle auf, inkl. Beweisbild!

Manche Skulpturen sahen aus wie Weihnachtsgeschenke, die man im Kindergarten gebastelt hat. Die Art Geschenk, über die sich nicht einmal die eigene Mama freut. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

"Aber Mama, ich hab mir voll Mühe gegeben"-Kunst

Andere Kunstwerke sahen einfach nach Baustellen aus und hätte ich das Preisschild nicht gesehen, hätte ich weiterhin gedacht, dass sie zu den Renovierungsarbeiten gehören. Einige Kunststücke waren in meinen Augen einfach auch ein wenig lächerlich. Hätte ich mein Weinglas mit einem Preisschild in eine Ecke drapiert, hätten ziemlich sicher genug Kunstliebhaber über die Aussage und den Sinn davon diskutiert, den es aber nicht gab.

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Credits: Laura Chiara Pichler

Ich hoffe, da läuft kein Starkstrom durch..

Das Publikum erstreckte sich von Hipstern mit Hornbrille und Jutebeuteln bis zu Leuten mit älterem Baujahr, die wahrscheinlich auch die Einzigen waren, die wirklich etwas bei der Ausstellung kauften. Es war alles dabei, sogar einige Bobofamilien (so nennen sich Hipster mit Kindern selbst), die netterweise ihre schreienden Kleinkinder mitgenommen haben. Generell waren alle sehr kultiviert, es wurde leise geredet und jeder war sehr hip und cool, außer die schreienden Kinder und ich. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Kann man das essen oder soll man sich da drauf setzen?

Trotz des regen Kunstinteresses war die „Mona-Lisa“ der Ausstellung trotzdem die Bar. Vielleicht nutzten alle Leute die Ausstellung auch einfach nur zum Vorglühen für die Party danach und heuchelten ihr Kunstinteresse nur vor.

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Credits: Laura Chiara Pichler

es ging natürlich extravagant weiter.. VIP Eingang oder so. 

Die Party danach fand beim Nebeneingang statt und schon im Vorhinein war klar, dass es eine ziemlich fett werden würde. Die Party hatte alles um gut zu werden: gute Musik, coole Location und eine feierwütige Meute. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Wir wurden nicht enttäuscht und die Location begann fast zu Brennen (lit und so, ihr versteht). Sogar Yung Hurn persönlich war privat dort und feierte zusammen mit der Crowd ab. Die Afterparty ist gelungen, hatte zwar nicht mehr viel mit Kunst und Kultur zu tun, war aber trotzdem oder vielleicht sogar genau deswegen ziemlich geil. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Für alle, die enttäuscht sind, die Party gestern und Yung Hurn verpasst zu haben, er wird am Freitag nochmal dort sein und diesmal sogar performen!

Abschließend kann ich sagen, dass dort mehr Müll rumliegt als bei meinem Messy Nachbar, aber was verstehe ich schon von Kunst. Mit genug Alkohol im Blut kann man sich jedes lose Kabel schön trinken. Also vergesst den Spritzer an der Bar nicht!

Credits: Laura Chiara Pichler WARDA

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