Mister Vienna Wahl 2017: über Schönheit lässt sich streiten, über soziales Engagement nicht! (c) Titelbild Credits: Laura Chiara Pichler

Mister Vienna Wahl 2017: über Schönheit lässt sich streiten, über soziales Engagement nicht!

Wie jedes Jahr fand auch dieses Jahr wieder die Mr. Vienna Wahl im Chaya Fuera statt. WARDA hat natürlich eine Redakteurin hingeschickt, um sich die diesjährigen Kandidaten genauer anzusehen.

Eine mehr oder weniger volle Diskothek, Z-Prominente wohin das Auge reicht und neun Männer, die alle der neue Mr. Vienna werden wollen. So war die Mr. Vienna Wahl 2017 im Chaya Fuera.

Miss-Wahlen oder in diesem Fall Mister-Wahlen, sind vielleicht schon dank Instagram & Co ein Bisschen veraltet und nicht ganz aus dem jetzigen Jahrzehnt, denn schöne Menschen findet man mittlerweile durch soziale Netzwerke ziemlich schnell, man braucht also nicht mehr unbedingt einen Schönheitswettbewerb um die „Hotties“ der Stadt zu kennen. 

Nichtsdestotrotz fanden sich auch dieses Jahr wieder einige junge Männer, die den Titel des „schönsten Mannes Wiens“ begehren und sich der harten Jury stellten. Alle Jurymitglieder sind angeblich auch so richtig prominent. Eine von ihnen ist sogar so fame, dass ihr Hauptberuf Instagramerin ist. Aja. Trotz der angeblichen Berühmtheiten kannte ich keinen der Juroren, nicht mal von Instagram.

Die Wahl startete nach einem Catwalk der Kandidaten durch das Publikum auch gleich mit den Einzelinterviews. Manche waren mehr nervös, andere weniger. Ein rhetorisches Genie war aber leider keiner der Männer. Der Unterhaltungswert der Kandidaten war dafür aber umso besser. Einer der Kandidaten, der schon zum zweiten Mal dabei war, erklärte dem Moderator ganz stolz, dass er das letzte Jahr gut genutzt hat, das „Mr. ViennaTUM“ gründlich studiert hat und nun bereit ist, endlich durchzustarten. Auch die Prügelei des Mr. Vienna 2016 vor der Passage mit einem Fremden wurde kurz angesprochen, ein kleiner Seitenhieb an dieser Stelle von einem Kandidaten, der sich selbst als leidenschaftlicher Passage-Besucher, seit er sechszehn ist, bezeichnet. Aber in einem Punkt waren sich alle einig, Wien würdig als schönster Mann der Stadt repräsentieren zu wollen. Wie man als Mr. Vienna die Stadt Wien repräsentieren soll und vor allem wo, frage ich mich zwar immer noch, aber na gut, bekanntlich zählt ja der gute Wille.

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Credits: Laura Chiara Pichler

Kandidat Nummer 1 beim Interview. 

Nach den Interviews ist es sportlich weitergegangen. Es folgte eine Liegestützchallenge für die Kandidaten, natürlich mit nackten Oberkörpern. Liegestütze mit T-Shirt funktionieren ja bekanntlich sowieso ganz schlecht und ein bisschen Sixpacks und Sexismus dürfen bei keiner Mister-Wahl fehlen, ansonsten wäre es ja auch wirklich fad. Wie bei einem waschechten Schönheitswettbewerb gab es auch eine Talentshow. Jeder Kandidat hatte zwei Minuten lang Zeit um sich und sein Talent unter Beweis zu stellen, um das Publikum und die eingekaufte Jury aus Z-Promis von sich zu überzeugen. Nach den Showeinlagen war mir kurzfristig auch ziemlich heiß, aber nicht, weil ich die Showeinlagen so sexy oder beeindruckend fand. Nein, ich habe mich für den Großteil der Performances einfach nur wirklich fremdgeschämt, und mein Schamgefühl liegt normalerweise bei 0.0%. Es war alles dabei. Gesang, Rap, ein Boxkampf, der „Macarena“-Tanz und vor allem viel Striptease. Nichts blieb dem Publikum erspart. Ups, natürlich meinte ich vorenthalten. Fast keiner der Mr. Vienna-Kandidaten schaffte es angezogen zu bleiben, wahrscheinlich wussten auch sie einfach, sex sells. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Hier ein waschechter Lapdance, sogar mit angezogenen Socken. rawr. 

Nach diesem intensiven, auch ein bisschen verstörenden Erlebnis gab es eine längere Pause. Natürlich nutzte ich sie optimal, mit einer Beruhigungszigarette und dem Kauf von Alkohol. Außerdem verschaffte ich mir einen Überblick über das Publikum. Hauptsächlich waren es Freunde und Familie der Kandidaten, aber auch einige Z-Celebrities, die keiner kennt, waren dabei. Direkt nach der Pause wurde es ziemlich spannend. Nach einem Publikumvoting und die Bewertungen der Jury, wurde schlussendlich nach langem Warten der neue schönste Mann Wiens gekürt, Julian Savasci. Der 26-jährige aus Döbling darf sich nun offiziell als schönster Mann der Stadt bezeichnen. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Der frisch gekürte "fescheste Mann der Stadt"!

Ich hatte wirklich einen lustigen Abend und habe mich köstlich amüsiert, leider meistens auf die Kosten von anderen Menschen. An dieser Stelle, sorry dafür. Leider musste ich auch meinen Alkoholkonsum selbst bezahlen, anders als bei der Miss Vienna-Wahl 2017, muss man hier für den Sekt selber blechen.

Erwähnenswert ist, dass die Spenden von 2222(!) Euro, die dort gesammelt wurden, zu 100% an das SOS-Kinderdorf gespendet werden. Ein ganz großes und fettes Plus dafür. Denn auch, wenn man eine Mr. Vienna-Wahl, so wie ich, als entbehrlich ansieht, die Spenden werden es zumindest nicht sein! 

Außerdem muss man anmerken, dass Chris Steiner mit seinen 9 Kandidaten (statt 13) das Beste aus dieser Veranstaltung heraus geholt hat und die gesammelten Spenden und "Eintrittsgelder" ein wirklich großes Lob verdienen. Danke für so viel soziales Engagement! Weiter so!

Titelbild Credits: Laura Chiara Pichler

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