Club Alice - Was war das für 1 Opening (c) Titelbild Credits: Romar Ferry / Club Alice

Club Alice - Was war das für 1 Opening

Es ist passiert. Der erste Themenclub der Stadt hat am Wochenende seine Pforten geöffnet und unser Redakteur war dabei.

Die Idee hinter dem Club Alice ist ja tatsächlich genial. Ein verrücktes Erlebnis, wie man es aus Alice im Wunderland kennt, mit Fortgehen zu verknüpfen, klingt vielversprechend.

Es wird viel Wert daraufgelegt, ausgefallen zu sein, um sich so von der Konkurrenz abzuheben und die Massen anzulocken. Bis zu einem gewissen Grad hat das auch funktioniert. Noch bevor man den Club betritt, laufen einem schon Hostessen im Nonnen Kostüm entgegen und versprechen eine Party der anderen Art. Wenn man die erste Treppe hinunterspaziert, fühlt man sich, als wäre man betrunken. Definitiv keine Empfehlung für Leute auf einem Trip.

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Credits: Adrian Zehner

Wir waren kurz nach dem Startschuss dort und haben mit einer langen Schlange und vollen Floors gerechnet. Der erste Eindruck war jedoch ernüchternd. Im oberen, kleinen Raum standen nur eine Hand voll Leute und unterhielten sich, während im Hintergrund „Empire State of Mind“ von Alicia Keys und Jay-Z spielte. Ich habe mir etwas Anderes erhofft. Man muss dazu sagen, dass der Raum auch wirklich winzig ist und nicht viel hergibt für eine fette, ausgelassene Party. Zumindest wurde an die Gäste gedacht: in Mitten des Raumes stand ein Tisch mit einem wundervollen, ausgewogenen Buffet.

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Credits: Adrian Zehner

Ziemlich enttäuscht und noch immer viel zu nüchtern wurde der restliche Club erforscht. Wenn man die nächste dunkle Treppe mit ihrer phantasievollen Bemalung hinabspaziert, erreicht man den eigentlichen Club Raum, wo es sich schon eher nach Party anfühlte. Was die Einrichtung und das Konzept angeht, kann man kaum negative Worte finden, da es extrem einfallsreich und ausgefallen ist. Man fühlt sich, als würde man in einer Kirche feiern, nur ohne schlechtem Gewissen. Das Zentrum des Raumes ist definitiv das leuchtende Kreuz hinter dem DJ, der sich wie ein Pfarrer am Altar präsentiert. Es stehen auch echte Kirchenbänke herum und die Wände mit ihren Bleiglasfenster Aufdrucken könnten ebenfalls aus dem Dom um die Ecke sein. Das allein reicht jedoch nicht, um als Club zu überzeugen. Aber es reichte für den Anfang, um in den Warda Modus zu wechseln.

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Credits: Adrian Zehner

Kommen wir nun zu den Gästen: man kann es nicht leugnen, es gab viele schnöselige Gäste. Einige Frauen waren aufgetakelt, als würden sie sich auf den nächsten Catwalk vorbereiten und einige Männer standen im Anzug rum, als kämen sie frisch aus der Kanzlei. Prinzipiell ist das ja nichts Negatives, aber wenn die Stimmung und das ausgelassene Feiern darunter leiden müssen, stört es durchaus. Vor allem muss man dazu sagen, dass ich mit einer anderen Erwartung hinkam. Wenn man Alice hört, denkt man an verkleidete Menschen oder verrückte Leute, die sich aufführen, als wären sie in einer anderen Welt. Bis auf das verkleidete Personal war dies allerdings eine Fehlanzeige.

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Credits: Adrian Zehner

Generell wirkt alles noch ein wenig unfertig. Natürlich ist es schwer, als Club von Beginn an zu überzeugen und ich bin mir auch sicher, dass sich das Publikum auch im Laufe der Zeit durchmischen wird. Alles in allem bin ich aber ein wenig enttäuscht. Die Idee ist ja geil, aber ich verstehe zum Beispiel die Verbindung zwischen Charakteren aus Alice im Wunderland und einer Kirche nicht so ganz. Es wird jedenfalls schwer, sich als neuer Club gegen alt eingesessene Giganten zu etablieren. Einen Besuch ist der Club Alice definitiv wert und ich rate jedem, sein eigenes Bild zu machen. Wer weiß, vielleicht wird es ja euer neuer Stammclub!

Titelbild Credits: Romar Ferry / Club Alice

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