Warum Kiffer zu daten einfach nur ein Fail ist (c) Titelbild Credits: Pexels.com

Warum Kiffer zu daten einfach nur ein Fail ist

Ach, der Realitätsverlust und die Dämpfe sind ja so schön, aber wie ist das für den Partner, der selbst nüchtern bleibt und einen normalen Tagesablauf hat? Sind Kiffer die neuen Traumprinzen, oder das genaue Gegenteil?

Nachdem wir gestern das Kiffer PRO publiziert haben, folgt heute das Kiffer CONTRA.

Irgendwie ist es heutzutage echt schwer jemanden kennenzulernen, der leiwand ist, keinen Mundgeruch des Todes hat und sich beim Reden nicht selbst zum einschlafen bringt. Es ist auch nicht gerade einfach, wenn dein Freundeskreis fast nur aus Leuten besteht, deren Freunde reudige Dauer-Kiffer sind. Man braucht dann auch gar nicht erst versuchen auf Parties jemanden zu finden, der längere Zeit ein halbwegs gescheites Gespräch aufrecht erhalten kann und nein, diese pseudo intellektuellen ich-bin-grad-wa(aaaa)ch-und-habe-die-Welt-verstanden-Unterhaltungen zählen nicht. Du sitzt einfach in einer Gruppe spät-pubertärer Vollidioten, die ernsthaft über Wörter wie „Kaktusse“ lachen und wunderst dich, wer von ihnen den absolut dämlichsten Lacher hat. Ja, es klingt alles schon etwas hart aber meine Meinung entstand eben nicht nur durch irgendwelche Vorurteile (die übrigens fast alle wahr sind, sind wir uns ehrlich).

So ziemlich alle überzeugten Kiffer, die ich kennengelernt habe, haben ein komplett neues Unzuverlässigkeits-Level erschaffen. Schon früher in der Schule wurdest du bei jedem Referat oder Test hängen gelassen, nachdem du stundenlang angefleht wurdest mit ihnen dafür zu lernen. Als netter Mensch hast du natürlich Mitleid und sagst nicht nein, tja selber Schuld, ratet mal, wer es am Tag des Tests nicht geschafft hat aus dem Bett zu kommen. Danke dafür nochmal.

Es war auch nie wirklich so, dass diese Typen schlimme Probleme hatten (zumindest nicht schlimmere als alle anderen auch), nein, es waren immer die Idioten, die sich strikt dagegen weigerten, sich ab und zu wie Erwachsene zu verhalten und daraufhin ihr schlechtes Gewissen einfach wegkifften. Man fühlt sich ja auch fast gar nicht verarscht, wenn dich der Typ, den du triffst, zu einem selbstgekochten Dinner nach einem langen Tag einlädt und dir dann am Abend verdutzt in Boxershorts die Tür aufmacht, mit den Worten: „Oh sorry, hab irgendwie den ganzen Tag gepennt“. NEXT!

Ein anderes Thema sind die Geldprobleme. Selbst, oder gerade besonders die, die ein Bisschen verwöhnt sind und von Mama und Papa die Miete bezahlt bekommen, schaffen es immer wieder ihr komplettes Geld für Drogen rauszuhauen. Natürlich kann jeder machen was er will, aber dann seine Freundin wegen ein Bisschen Geld für die schon bestellte Pizza oder ein Packerl Tschick anzuschnorren ist schon ein bisschen tief. Natürlich sind das dann auch dieselben, die immer überall mitrauchen, aber komplett auszucken, wenn jemand nur in die Nähe von ihrem Gras kommt. Doch selbst die geübtesten Schnorrer kommen irgendwann an einen Punkt, bei dem sie merken, dass sie finanziell ziemlich im Arsch sind und was hilft bei Problemen am meisten? Richtig, noch mehr kiffen.

Doch das wohl Nervigste ist die ständige Verwirrtheit. Es ist wie mit einem sehr langsamen Computern zu arbeiten, man braucht verdammt viel Geduld, zuckt früher oder später aber trotzdem aus. Was gibt es schöneres als den Anblick eines komplett verwirrten Typen, der absolut überfordert ist, weil er auf eine einfache Frage von dir antworten muss, aber gleichzeitig ein Feuerzeug sucht, das vor ihm auf dem Tisch liegt. Schlimm, einfach nur schlimm.

Solltet ihr euch aber trotzdem mal so einen Spezialisten anlachen, könnt ihr euch schon mal auf die zachsten Monate eures Lebens einstellen. Stundenlanges Dragon Ball oder einfach ins Narrenkastl schauen, ab und zu furzen und sich irgendwann aus der Küche etwas zu Essen holen zählt als produktiver Tag. Dinge wie Duschen finden sie übrigens absolut überbewertet. Ja verdammt, ihr fäut's! Sehr sogar. Immer.

Aber sogar das ist im Endeffekt eh wurst, weil das Haus mal zu verlassen zu einer absoluten Seltenheit wird. Das Höchste aller Gefühle sind dann diese super tollen Homeparties, bei denen alle auf der Couch oder auf dem Boden sitzen, sich einrauchen und kaum reden. Aus dem Plan später noch irgendwo hinzugehen wird selten was und wenn dann erst irgendwann ab 2 Uhr, wenn irgendwer es schafft aufzustehen, weil man dann ja noch so richtig Bock drauf hat..

Wie ihr euch vielleicht denken könnt waren das teilweise schon extreme Beispiele, aber trotzdem kamen diese Dinge im meinem Freundeskreis verdammt oft vor. Ich hab auch das Gefühl das dieses Dauer-Kiffen gerade wieder voll im Trend ist, immerhin sehe ich jetzt ständig immer jüngere Leute in diesen bescheuerten GOA Hosen, die irgendwo rumgammeln und irgendwas wegen „kiffen statt saufen“ reden. 

Ich sage ja nicht, dass diese Einstellung falsch ist, aber es gibt auf beiden Seiten Extreme – und die sind wirklich beide scheiße.

Die Kiffer Pro Seite findet ihr hier.

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