Kiffen ist eh ur leiwand, oder? (c) Titelbild Credits: WARDA

Kiffen ist eh ur leiwand, oder?

Marihuana, die Droge, die kaum jemand als wirklich gefährlich ansieht. Alles natürlich, alles Bio, macht doch alles nicht süchtig und nur gechillt. Wir haben uns die persönliche Erfahrung einer Konsumentin angehört. 

Und fickt die Welt wiedermal meinen Schädel, versteck' ich mich hinter weißem Rauch...

Ja, klar, jetzt denken sicher alle ich kiffe mir täglich die Birne weg. Schön wäre es, nur leider habe ich auch keinen Esel daheim, der das Geld scheißt. Ich kiffe um runterzukommen und abzuschalten. Ich kann mich in diesem Zustand ziemlich gut konzentrieren. Mittlerweile kiffe ich wieder regelmäßiger nach längerer Pause. Immer, wenn jemand sagt, dass Frauen, die kiffen unattraktiv sind, muss ich lachen. Ich will ja auch nicht attraktiv sein, sondern bekifft.

,,Neben jedem normalen Menschen steht ein Bekiffter, der die Orientierung verloren hat’’, jetzt mal ehrlich, wieso machen eigentlich alle so einen Aufstand? Ja, klar, es ist nichts Empfehlenswertes für ‚‚die heutige Jugend“, aber es sollte doch jeder selbst entscheiden dürfen, worauf er sich da einlässt. Ich genieße es, wenn ich mal etwas Zeit habe und mir einen Joe drehen kann. Aber ich mache es wegen dem Genuss und weil ich weiß, ich kann mich entspannen, mal den Kopf frei kriegen vom Alltag. Mir ist relativ egal, was andere davon halten, es ist schließlich mein Leben und ich trage die Verantwortung dafür. Manche kiffen sich ihre graue Welt bunt, weil es manchmal einfach gut tut high zu sein. Es kommt auch schon mal vor, dass ich über ein halbes Jahr mal nichts rauche. Kann ich gut mit meinen Gewissen vereinbaren, weil auch ich manchmal merke, wann die Grenze überschritten ist. Allerdings gibt es eine Sache, bei der ich z.B. beabsichtigt auf meinen Konsum verzichte und das ist, während meinen Arbeitszeiten. Versetzt euch mal in die Lage eurer Kollegen oder eures Vorgesetzten. Auch für diese Personen ist es kein angenehmer Zustand, wenn ihr vollkommen dicht in der Arbeit auftaucht. Immerhin haben wir ja die Möglichkeit uns wegen jedem Furz krank schreiben zu lassen, also lieber mal einen Tag E-Card Urlaub als beeinträchtigt am Arbeitsplatz.

Wieso raucht man?

Einfach, weil man dazu gehören will, oder um cool und lässig zu wirken? Bitte hört auf damit, sowas ist lächerlich. Das Drama der menschlichen Existenz ist es, Teil eines Systems zu sein, mit dem man sich nie vereinbaren kann. Jeder hat seine Gründe, wieso er sich damit zudröhnt, genauso wie ich. Ich schäme mich auch nicht dafür, hauptsache mir selbst geht es gut und es kann jedem Anderen herzlichst egal sein, was ich benötige, um glücklich zu sein.

Es hilft z.B. auch bei Schmerzen. Nicht nur bei den seelischen bzw. psychischen Schmerzen, sondern auch, wenn man sich mit alltäglichen Wehwehchen herumschlagen muss. Ich glaube an Karma und auch an die gute alte Kunst des "Einredens". Ich rauche einen Jolly, weil ich mir einrede, die Schmerzen werden dadurch besser. Und das werden sie letztendlich auch. Ich schlafe besser als früher. Meine Träume halten sich in Grenzen. Ich bin froh, wenn ich halbwegs durchschlafen kann und mich nicht mit diversen Bachblüten oder Baldrian "zudröhnen" muss. Es erleichtert KrebspatientInnen nicht nur das Leben, sondern ist auch ein guter Kompromiss. Manche nehmen es als Entspannungsmittel nach der Arbeit, Andere hängen wirklich daran. Ich finde, es ist ein großer Unterschied zwischen gelegentlichem Konsum in geringer Dosis und tatsächlicher Abhängigkeit.

Ob ich jetzt täglich kiffe oder nicht, ich kann zu meinem innerlichen Verlangen auch mal "Nein" sagen. Aber für einen kurzen Augenblick ist die Welt in Ordnung. Du vergisst all deine Sorgen, fühlst dich unschlagbar, man könnte fast sagen wie neu geboren und bist selbstbewusster als je zuvor. Du redest dir ein, dass es okay ist. "Es ist doch normal", zumindest für dich. In meinem Freundeskreis brauche ich gar nicht mehr zu fragen, wer nicht kifft, es ist alltäglich und bei uns allen zur Gewohnheit geworden.

Manchmal werden die Leute zu richtigen Stubenhockern, die wenige bis gar keine Freunde mehr haben und es einfach nur noch als Zeitvertreib sehen. Das Leben zieht an ihnen vorbei, wortwörtlich. Ganz normale Menschen, wie du und ich. Diese Menschen haben einfach zu wenig Selbstvertrauen und halten sich mit Gras über Wasser. Dass man davon aber psychische Beschwerden bekommen kann, daran denkt niemand in dieser Situation.

Ich habe einfach zu viele Menschen gesehen, die ohne Gras nicht mehr können. Menschen, die extreme Aggressionssprobleme bekommen. Menschen, die nicht nur ihre Gewalt an Gegenständen auslassen, sondern auch an Tieren oder Menschen. Ein Wrack seiner selbst zu sein ist nicht leicht, aber bei Tieren und Menschen hört sich der Spaß auch bei mir auf. Doch oft lassen sich Menschen diese Dinge gefallen. Einfach aus Angst. Sie denken es kommt sicher nicht nochmal vor, es war ja nur ,,eine Ausnahme“. Stimmt absolut nicht! Leute, die solch ein Aggressionspotenzial in sich tragen, machen es immer wieder.

Sucht hin oder her, man kann für alles eine Sucht entwickeln. Anfangs war es okay, doch mit der Zeit entwickelt sich daraus ein Zustand, den ich persönlich nicht mehr standhaft vertreten konnte. Man kann Menschen nicht dazu bringen einfach aufzuhören oder sie in eine Therapie stecken, nur um sein Gewissen zu reinigen, diejenigen müssen es selbst wollen. Und trotzdem hält der Kontakt noch an. Egal, wie oft man den Menschen verziehen oder Hilfe angeboten hat. Man ist zu hilfsbereit und freundlich um einfach mal auf Assi zu tun. Doch schlimm wird es, wenn du selbst die Probleme deiner Freunde auf dich nimmst. Alles in dich hineinfrisst, weil du sie ja doch auf einer freundschaftlichen Ebene gut leiden kannst. Bis man dann aber endlich mal den Mut aufgebracht hat diese Menschen rauszuhauen, aus seinem Freundeskreis zu verabschieden oder sie einfach gehen lässt, vergehen Monate. Immer wieder taucht man gemeinsam ab, um kurz alles zu vergessen, was vorgefallen ist.

Ich habe auch die bösen Seiten der lieben Mary-Jane kennen lernen müssen. Angst, Panik, Herzrasen, einfach alles zusammen, als würde man aus diesen Loch nicht mehr rauskommen. Alle Gedanken schießen dir in den Kopf, was wäre, wenn? ,,Was wäre, wenn man sich durch's Kiffen eine Psychose oder ähnliches eingefängt?’’ Ja, auch das gibt es. Man muss einfach damit genauso vorsichtig sein, wie mit allen anderen Drogen. Wenn schon konsumieren, dann genießen und nicht missbrauchen!

Es gibt aber auch die gute Seite vom Kiffen. Munchies alias der böse Fressflash. Wenn da dann mal nichts Zuhause ist, auf das man Guster hat, ist man dezent am Arsch. Außerdem regt es auch ziemlich gut den Stoffwechsel bzw. Stuhlgang an und man nimmt bei häufigem Konsum so ziemlich genauso schnell wieder ab. Wenn du gern viel kackst, wirst du diese Nebenwirkung lieben.


Anmerkung der Redaktion: Wir verherrlichen und befürworten den Drogenkonsum in keinster Weise! Bei heiklen Themen, wie diesem, hat man als Medium trotzdem die Möglichkeit Erfahrungsberichte zu publizieren, die anderen Betroffenen möglicherweise helfen und für Viele hoffentlich als abschreckendes Beispiel dienen.

Solltest du dich mit diesem Artikel angesprochen fühlen, dann schäme dich nicht dafür Hilfe in Anspruch zu nehmen. Drogensucht ist nichts, wofür du dich schämen musst! Wir alle brauchen manchmal Hilfe, sei tapfer und nimm sie in Anspruch! Hier findest du einige Links zu qualifizierten Stellen in Wien, die dir aus der Sucht helfen können:

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