FLOW in the City 2017: Goa in der Metastadt (c) Titelbild Credits: WARDA

FLOW in the City 2017: Goa in der Metastadt

Das Wagenwerk der METAStadt verwandelte sich über Nacht in einen Goa-Tempel. Zwischen akrobatischen Einlagen, ausgezeichneten DJs samt fettem Sound und einer kleinen Merch- und Fressmeile gab es am FLOW Festival kaum Verschnaufpausen.

Das One-Night-Festival der mittlerweile erfolgreichen Veranstalter fand ziemlich weit draußen statt, was aber wegen des Lärmpegels und der Möglichkeit, diesen voll auszureizen, mit Sicherheit eine gute Entscheidung war. Für die Anreise schnappte ich mir von Faulheit getrieben ein Taxi. Ungefähr eine Stunde nach der Eröffnung schlug ich ein und verpasste damit leider die Performance von der durch die Lüfte fliegenden Airene, aber kam noch rechtzeitig, um mich bei der Erstbesichtigung von Dreamdoctor und seinem DJ-Set begleiten zu lassen.

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Schon mal auf einer Warehouse- Party gewesen? Ganz auf der legalen Seite trafen hier der Charme eines alten Industriegebäudes auf die äußerst gelungene Deko des Künstlerkollektivs Anzu Creations und den Visuals von TAS. Am Dancefloor war ich umgeben von farbigen Lichtprojektionen und den für Psytrancepartys typischen Segeln. Vor mir erhob sich ein DJ-Pult, das mit detailreich ausgefrästen Holzteilen verbaut und beleuchtet war. Dahinter wurde dekoriert, was das Zeug hält und ein runder Screen, dessen Bild sich laufend veränderte, bildete das Zentrum des Blickfanges. Kurz vergaß ich, dass ich auf einer Party und nicht einem mehrtägigen Festival war, denn der Aufwand, der hier betrieben wurde, stand in keinem Verhältnis zur Dauer des Spektakels.

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Abseits des Dancefloors erstreckte sich auf der rechten Seite eine kleine Einkaufsmeile. Kleidung, Accessoires und Essen wechselten einander ab. Quer durch die Halle verteilt standen mehrere Bars, was zu sehr kurzen Wartezeiten bei den Bestellungen führte. Zudem gab es ausreichend Sanitäranlagen, die sehr gepflegt waren, was nicht immer selbstverständlich ist. Ein sehr kleiner Minuspunkt hier wäre vielleicht der Eingangsbereich hinter der Bühne, welcher größtenteils die nackten Wände der ehemaligen Fabrikhalle offenbarte – aber ja, man darf nicht vergessen, dass die Deko für gerade mal acht Stunden aufgebaut wurde.

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Als Traumvabrik an den Zug kam, war ich musikalisch etwas enttäuscht. Ich finde es großartig, dass die Veranstalter auch unbekanntere Acts mit in das Programm nehmen, aber etwas fehleranfällig und mit unpassenden Feinabstimmungen konnten sie mich nicht vollkommen überzeugen. Potenzial kann ich ihnen aber nicht absprechen. Die dazugehörige Performance allerdings brachte das Goa-Festival-Feeling voll und ganz auf die Bühne, was mit einer Feuershow seinen Höhepunkt bekam.

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Danach ging es Schlag auf Schlag. Ich verlor mich schnell im Live- Set von Egorythmia, der es durchaus versteht, wie man den Dancefloor zum Beben bringt. Schnell schlug das verhaltene Tanzen in besinnungsloses Fallenlassen in die feinen Rhythmen des Psytrance um. Die Party hatte nun richtig begonnen. Auf ihn folgte Xerox, der fließend übernahm und das Treiben noch weiter hinein in den Trancezustand trieb. Die Vibes waren der Hammer. Eine große Menge sich bewegender Individuen, die mit zunehmender Zeit immer mehr zu einer harmonischen Masse verschmolz. Ein wenig fühlte ich mich zurückversetzt in den Sommer am Ozora- Festival.

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Die Zeit verflog. Dass ich mal wieder nicht ganz nüchtern war, lag auch an der Möglichkeit, sich komplett fallen lassen zu können. Nach den zwei Live-Sets folgte Artyficial, der aus dem hauseigenen Label FLOW EV Records stammt. Mit einem DJ-Set aus Klassikern zeigte er wieder einmal, dass er von dieser Musikrichtung reichlich Ahnung hat. Mit Vertical Mode übernahm ein weiterer internationaler Act danach das Zepter und spielte die Menge bis zum Schluss in einen Rausch. Ich muss schon sagen, bei den Headlinern wurde offensichtlich nicht gespart.

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Zeitig – zu zeitig meiner Meinung nach – um sechs Uhr gingen die ersten Lichter an. Gemächlich wurden wir darauf vorbereitet, uns schön langsam aus den Rhythmen in die Stille zu begeben. Dass ich kein Freund vom Ende solcher Partys bin, dürfte schon bekannt sein, aber hier war der FLOW einfach zu gut, um jemals ein Ende zu finden. Die Veranstalter legen sehr viel Herzblut in diese Festivals und da ist es umso trauriger, wenn dieser Einsatz nicht länger ausgekostet werden kann. Es war mir auf alle Fälle ein Vergnügen, auf visueller und musikalischer Ebene. Dass sich ein weiteres Festival in mein Herz gespielt hat, fördert nicht gerade meinen Vorsatz, etwas weniger Gas zu geben.

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