Schokolade zum Frühstück war gestern, heut gibt's Palatschinken zur Afterhour (c) Titelbild Credits: Fabian Petschnig

Schokolade zum Frühstück war gestern, heut gibt's Palatschinken zur Afterhour

Als großer Fan des gepflegten und ausufernden Afterhourns trieb es mich nach Jahren wieder einmal ins Goodmann an der Rechten Wienzeile. Meine Erinnerungen ließen mich im Glauben, ich stieße auf das übliche würgreizgeplagte Publikum, das wie ich die letzten Stunden des Rausches auskosten will. Mir wurde zwar zuvor nahegelegt, dass mittlerweile alles anders wäre, aber sowas wird halt viel zu leichtfertig gesagt.

An der Tür fiel mir sofort auf, dass das Aussortieren von unangenehmen Besuchern mittlerweile deutlich strenger ausfällt, weshalb ich sogar kurz geschwitzt hatte, ob man mich in meinem Zustand noch hineinließe. Da ich Schlitzohr mir aber im Vorfeld durch Connections einen Gästelistenplatz gesichert hatte, lief das trotz meines Alkoholpegels zum Glück alles sehr gut ab. Die Türsteher waren bestimmt, aber sehr freundlich, hatten die große Schar anreisender Trunksuchender gut unter Kontrolle und für die Uhrzeit war es erstaunlich ruhig vor der Tür.

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Whaaaaaat!? - es gibt hier was zu essen. In meinem Zustand hätte mir ein Butterbrot schon gereicht, aber als ich mir die Karte ansah, überforderte mich die richtig große Auswahl sogar. Wohlwissend wie sich mein Alkoholpegel auf meinen Magen auswirken könnte, riss ich mich zusammen und bestellte nicht die ganze Karte. Um 6 Uhr morgens – dachte ich mir – verzehrt der gesittete Bürger ein Frühstück, weshalb ich mich gegen eine der üppigen Hauptspeisen entschied. Bei Omelette kann zwar nicht viel falsch gemacht werden, aber als Frühstücksfanatiker bin ich im Bezug auf Eier sehr penibel.

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Credits: Fabian Petschnig

Bevor mir einfiel, dass ich ein Foto machen sollte, war das Ding aufgegessen – I’m sorry, war zu gut. Entgegen meiner Erwartungen wurde ich darüber belehrt, dass scheinbar auch Afterhour-Clubs wissen können, wie gekocht wird. Natürlich nur um den Erfahrungsbericht mit einem Foto zu füttern und nicht mich, hatte ich mir dann noch eine Palatschinke bestellt – gemein, mir um die Uhrzeit sowas zu geben, ich bin ja zum Trinken da! Man soll aber aufhören, wenn es am besten ist, was mir hier echt schwer fiel.

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Nachdem ich aus der Kombination von Zucker und Alkohol für den Moment wie neu geboren hervorging, stand ich auf und vor mir war die Chefin. Ich hatte ihr mit einem Augenzwinkern erklärt, dass ich schon gespannt bin, wie das miserable Essen wiedergutgemacht werden würde und schon war in meiner Hand der nächste Drink. Manchmal zahlt sich frech sein doch aus. Aber hier sollte ich auch erwähnen, dass ich nie darauf gekommen wäre, dass sie den Laden hier leitet, weil sie sich nicht wie die anderen Gastro-Chefs verhält. Hätte eher einen groben, alten Kerl erwartet und keine hübsche, junge Dame, die sich warmherzig um ihre Gäste kümmert und auch mal einfach einen ausgibt. Immer wieder tauchte sie zwischen den Gästen auf und unterhielt sich mit ihnen und mir, was mich bei den typischen Besuchern um solche Uhrzeiten echt überrascht hatte. Wer einen betrunken Fabian aushält, muss schon Nerven und Humor besitzen. Die Frau muss Nerven aus Stahl haben, cool wie ein Eisbär, der Fahrrad fährt.

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Credits: Fabian Petschnig

Im Keller wartete der Dancefloor bereits auf mich. Woher kamen all die Leute? – scheinbar hat sich das Goodman zu einem richtig angesagten Afterhour-Club entwickelt. Die Musik war saugut, die Leute waren in Stimmung und das Ambiente alles andere als abgefuckt. So war mir das Lokal nicht in Erinnerung und offensichtlich hatte sich einiges getan seit meinem letzten Besuch. Fast schon zu voll, kam ich vorerst ein wenig im Abseits meinem Bewegungsdrang nach, aber je mehr ich erkannte, dass hier nur sehr wenige einfach rumstehen, schummelte ich mich in die Mitte der Meute. Zwei Stunden tanzen und feiern, nur dann kam leider der Einbruch. Obwohl an Halloween ein weiterer Zombie wie ich nicht unangnehm auffällt, wollte ich nicht im Stehen einschlafen und wie der ärgste Säufer wirken.

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Vermutlich hätte ich beim Trinkgenuss etwas zurückhaltender sein sollen, aber bereits im Club Alice wurde ich in den Abend hineingezogen und im Goodman gelang es mir nicht, mich dem Feiern zu entziehen, um vernünftig Informationen zu sammeln. Zudem ärgerte es mich, dass genau heute der Club einen wahnsinnig langen Morgen geplant hatte, was eigentlich genau mein Geschmack wäre. Schweren Herzens packte ich meine Jacke und gab den zufallenden Augen nach. Dennoch gut zu wissen, dass ich hier einen Club für die Morgenstunden habe, wo ich nicht nur dahinvegetiere, sondern die Feierlaune voll auskosten und auch den Heißhunger stillen kann.

Die Halloween Fotos vom Goodmanns findet ihr hier:

Hier geht's zum Halloweenbericht im Club Alice und zum Halloweenreview in der Grellen Forelle und Chaya Fuera.

Titelbild Credits: Fabian Petschnig

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