1 Flasche Wodka mit ... SIMON LEWIS (c) Titelbild Credits: Carina Antl

1 Flasche Wodka mit ... SIMON LEWIS

Who is Simon Lewis? Das haben wir uns auch gefragt! Deswegen haben wir uns mit ihm und einer Flasche Wodka  zusammengesetzt und ihn ausgefragt. 

Simon Lewis und ich sitzen in der Küche in seiner WG. Beide ein Glas Wodka in der einen Hand und in der anderen eine Zigarette. Es könnte auch ein Tinderdate sein oder ein Treffen von zwei guten Freunden. Die Stimmung ist entspannt und ein gewisser Grundblues liegt in der Luft. Wir hatten eine Gesprächsbasis. Ich wusste sofort, dass wir uns gut verstehen würden.

„Ich habe sehr früh Interesse für Musik entwickelt. Mein Papa ist auch Musiker und hat mich als Kind in den Schlaf gesungen, eigentlich irgendwie ziemlich cheesy, aber trotzdem richtig schön. Als ich dann bei meiner Oma in Kufstein das erste Mal auf einer Gitarre geklimpert habe, war es um mich geschehen. Ich wusste, ich will Musik machen.“, erzählte mir Simon nach meiner Frage über seine musikalischen Anfänge. Mit 13 Jahren begann er sich mit Songwriting zu beschäftigen und schrieb in dieser Zeit auch seine ersten eigenen Songs. Er beschloss dann auch zu singen, obwohl er es laut eigener Angabe damals nicht wirklich konnte. „Mit zirka 15 wollte ich dann wissen, ob auch andere meine Sachen feiern oder ob nur ich selbst es cool finde. Ich habe beschlossen Straßenmusik zu machen. Das erste Mal auf der Straße zu singen war auch wirklich eine riesige Überwindung. Ich habe Zuspruch und Liebe von den Menschen bekommen, obwohl ich zurückblickend wahrscheinlich damals nicht wirklich gut war. Vielleicht sogar richtig scheiße. Es hat mich jedoch unheimlich motiviert und meinen Ehrgeiz geweckt. Ich wurde mutiger, was meine Musik anging und wollte wissen, was ich alles herausholen kann. Aus mir selbst und auch aus meiner Musik.“, beschreibt der Sänger seine ersten Schritte. 

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Credits: Laura Chiara Pichler

Für seinen Musikgeschmack macht Simon Lewis maßgeblich seine Eltern verantwortlich, daher würde er als seine ersten musikalischen Einflüsse Robbie Williams und Bon Jovi bezeichnen, denn seine Mama ist leidenschaftlicher Fan dieser beiden Künstler. Mit den Teenagerjahren kamen auch Bands wie „Green Day“ und „3 Feet Smaller“ zu seinen Inspirationen dazu. Simon vertritt die Meinung, dass Künstler die man feiert, einen auch maßgeblich prägen. „Alles was dich umgibt, beeinflusst auch das, was du tust. Speziell am Anfang habe ich viel lernen können von Musikern, die ich mochte und bewundert habe.“, erklärt mir Simon im Interview.

Heute feiert er Musiker wie Mumford&Sons, Damien Rice und auch Katy Perry. Er bezeichnet sich selbst stolz als leidenschaftliche Popdiva.

Simon Lewis musikalische Karriere war aber nicht immer stetig und hatte auch einige Abzweigungen. Er probierte sich bei einer Castingshow aus und spielte auch eine für eine kurze Zeit in einer Band, jedoch fühlte sich nichts wirklich richtig für ihn an und für kurze Zeit verlor er den Antrieb und das Ziel aus den Augen. Simon beginnt wieder dort, wo alles seinen Anfang hatte, bei der Straßenmusik. Auch bei Open-Mic-Sessions nimmt er vermehrt teil und trifft auf Menschen und andere Musiker, die es schaffen ihn wieder zu inspirieren. Durch diese Umwege schaffte es der Sänger sich erneut in die Musik zu verlieben und seine Leidenschaft zurückzugewinnen. Er selbst bezeichnet diese Zeit in seinem Leben als große Wende. In dieser Zeit entsteht auch seine Debutsingle „All I am“. „Diese Zeit war für meine musikalische Entwicklung sehr wichtig. Ich wusste plötzlich wer ich bin und wusste genau, was ich will. „All I am“ ist auch der erste Song, den ich nach meiner schwierigen Phase geschrieben habe. Es spiegelt die Suche nach mir selbst wieder und auch die meiner musikalischen Identität.“, erläuterte Simon nachdenklich. 

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Credits: Jörg Varga

Simon beginnt plötzlich zu lachen und schüttelt den Kopf. Er stellt fest, dass der Wodka und der Wein keine gute Idee waren. Tja, zu spät. Der Alkohol lockerte uns beide auf. Ich stellte Fragen frecher und Simon beantwortete sie lockerer. Der Wodka war auch maßgeblich für die nächste Frage verantwortlich. Denn ich frage ihn frei weg, was er machen würde, wenn es nichts mit der Musik wird und er niemals den großen Durchbruch hat. Simon überlegt etwas länger und nimmt einen Schluck von seinem Wodkaglas. Ich habe anscheinend einen wunden Punkt getroffen. Die Angst „nichts zu reißen“ als Künstler ist eine gängige, schließlich gibt es keine Garantie. Es könnte alles werden, aber auch nichts. Bevor Simon antwortet lächelt er und sagt: „Zurzeit setze ich all meine Karten auf die Musik. Ich will es versuchen meinen Traum zu leben und damit was zu machen. Einen anderen Job kann ich später immer noch machen, Musik nur jetzt. Ich setze mir da auch keine zeitliche Grenze, solange es sich für mich richtig anfühlt, werde ich alles dafür geben. Außer ich habe in 30 Jahren auf meine Videos 500 Klicks und nur negative Kommentare, dann lass ich es und mache etwas anderes. Aber ich bin ein großer Optimist und glaube an was ich tue.“

Als einen der Höhepunkte seiner Karriere gibt Simon den Moment an, als er sich das erste Mal seinen Song „All I am“ im Radio gehört hat. „Natürlich wünscht man sich immer, dass so etwas einem Mal passiert. Ich habe ehrlich gesagt auch einige Tränen vergossen. Es war ein super emotionaler Moment und ein großer Schritt in eine wichtige Richtung. Meine Eltern waren natürlich super stolz. Ich bin mir sicher, dass meine Mama jetzt Ö3 mit „All I am“-Songwünschen bombardiert.“, erzählt er lachend im Interview.

Der Sänger produziert gerade gemeinsam mit Johannes Herbst von HUNGER auch sein Debutalbum, das gerade seinen Feinschliff bekommt und verbringt viel Zeit im Studio. Die Songs stehen schon, das Release Datum und der Name aber noch nicht. Wie klingt nun Simon Lewis? „Ich stehe auf Pop, ich liebe Pop und ich mache Pop. Aber, wenn man bei meinen Songs genauer hinhört, dann hört man auch viel mehr. Nämlich Gefühl und eine Message. Meine Musik soll nicht nur unterhalten, sondern sie soll auch zum Nachdenken anregen.“, konkretisiert er. Seinen Songwritingprozess für das Album beschreibt er als genauso chaotisch wie sich selbst. Oft beginnt es mit einer Songzeile, die ihm in der Ubahn einfällt oder eine Melodie, die beim abendlichen Gitarre spielen zustande kommt. Musik auf Knopfdruck schreiben funktioniert bei ihm selten, irgendwas muss ihn inspirieren. Ein Moment, eine Frau oder auch einfach nur das Leben selbst. Wer sich von Simon Lewis Talent live überzeugen will, kann ihn als Support von Onk Lou und Olympique auf Tour sehen. Er selbst freut sich schon sehr auf die Tour und hofft viele neue Gesichter zu sehen, wie ein Rockstar mit dem Zug unterwegs anstatt einem Nightliner. Der Umwelt zuliebe.

Simon hat eine Leidenschaft und eine gewisse Grundmelancholie. Seine Stimme erfüllt einen ganzen Raum, und seine Musik? Die trifft einen mitten ins Herz und man kann sich irgendwie mit ihr identifizieren, ein Bisschen wie bei Taylor Swift Songs. Simon und ich verabschieden uns herzlich. Als ich auf mein Uber warte, habe ich schon die Gewissheit, ihn bald wiederzusehen und ihn singen zu hören. Entweder auf einer großen Bühne, in einer kleinen Bar bei einer OpenMic-Session oder vielleicht auch singend auf der Straße, denn Simon wird der Musik treu bleiben und vor allem sich selbst.

Titelbild Credits: Carina Antl

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