Was ging beim RETRO Opening im Club Schwarzenberg ab? (c) Titelbild Credits: Fabian Petschnig

Was ging beim RETRO Opening im Club Schwarzenberg ab?

Zwei Donnerstage, zwei Clubs, eine Entscheidung. Nachdem ich letzte Woche in der Babenberger Passage zu Retro gefeiert hatte, sah ich mir diese Woche das Schwarzenberger Retro – der Kultklub an.

Gemächlich begann ich den Abend etwas gesitteter im Café Engländer bei zwei Gläschen Weißwein um mich mental darauf vorzubereiten, dass ich erneut in eine Umgebung geschickt wurde, die nicht meine persönlichen Vorlieben bedient. Da der Club Schwarzenberg vollkommenes Neuland für mich war, versuchte ich mich ein wenig davor zu drücken und blieb unterwegs noch bei einem Würstelstand stehen – a kühles Blondes. Aber ich wusste auch, dass meine betrunkene Expertise gefragt ist. Also raffte ich mich auf und marschierte – Assi-Style mit der Dose in der Hand – zum Club, wo die Party bereits im vollen Gange war.

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Credits: Fabian Petschnig

Für meinen Geschmack war der Schuppen zu voll, aber für das Feeling hätte es nicht besser kommen können – am Anfang ging’s mir am Arsch, aber das änderte sich im Verlauf des Abends. Ich hätte nach dem Abend in der Passage an einem Donnerstag niemals so viele Menschen erwartet. Verglichen mit dem Äußeren der Passage sagte mir der Club Schwarzenberg deutlich mehr zu. Die weitaus aufwendigere Gestaltung des Lichtes erzeugte ein richtiges Clubsetting, wie ich es sonst auch gewohnt war - entgegen meiner Erwartungen fühlte ich mich nicht Fehl am Platz. Ich schnappte mir einen Drink und beobachtete vorerst. Was den Act betrifft, geht der Punkt ganz klar an den Club Schwarzenberg. Ich bin zwar kein Fan von DJ Antoine, aber eines fiel sehr schnell auf – der Typ hat wirklich Ahnung davon, wie Stimmung erzeugt wird.

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Credits: Fabian Petschnig

Langsam, aber doch, riss mich die Umgebung mit. Im Gegensatz zur letzten Woche brauchte ich kein Rich Kid um Spaß zu haben. Die Leute hier waren viel angenehmere Zeitgenossen, was vielleicht auch an dem höheren Durchschnittsalter lag. Die Art und Weise, wie hier gefeiert wurde, lag näher an dem, was ich mir von einer Partynacht erwarte. Im Getümmel der Masse wurde ich förmlich dazu gezwungen, mich zu bewegen – so muss das sein. Obwohl mich das Gedränge immer mal wieder nervlich gereizt hatte, tat das dem Feiern keinen Abbruch, denn die deutlich hemmungslosere Meute als in der Passage brachte die richtige Stimmung mit. 

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Credits: Fabian Petschnig

sauviele Menschen hier!!

Durch den Sog, in den ich geraten war, vergaß ich zwischenzeitlich, weshalb ich hier war. Normalerweise gelingt es mir, mich durchgehend darauf zu besinnen und Fotos zu machen, aber gegen meinen vorgefassten Willen, hier rein professionell unterwegs zu sein, genoss ich die Nacht wirklich. Ich musste mich dafür nicht einmal besinnungslos trinken, sondern konnte in einer für mich passenderen Atmosphäre auch nur leicht angeheitert sehr entspannt feiern. Das ist wohl der nächste Punkt für den Club Schwarzenberg – geiles Flair und wunderbare Aufmachung des Abends. Das Personal war in beiden Clubs wahnsinnig aufmerksam, weshalb ich hier keinen Punkt vergebe.

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Credits: Fabian Petschnig

Nachdem die Nacht rasant an mir vorbeizog und ich die Stufen zum Ausgang hochging, war mir noch immer nicht ganz klar, wem ich die Krone aufsetze. Es bleibt abzuwarten, wie es sich weiterentwickelt, aber mit dem "Re-Opening" hat Retro - der Kultklub bereits ein deutliches Zeichen gesetzt. Das Retroformat des Club Schwarzenberg überzeugte mich mit der Ausgelassenheit und der Aufmachung des Clubs, die Babenberger Passage hingegen zeigte sich stilvoll trotz hemmungslosem Betrinken. Beide Clubs haben unterschiedliche Projekte unter gleichem Namen. 

Das Battle zwischen normalem Retro Betrieb in der Babenberger Passage und dem großen Retro Opening im Club Schwarzenberg wäre einfach unfair. Eh klar, dass bei einem Opening die Hütte brennt und die Massen nicht auf sich warten lassen. Was man sagen kann, ist, dass das Schwarzenberg Retro Format einen fulminanten Start hingelegt hat. Wir werden sehen wie sich das entwickelt und wer letztlich das Battle bei normalem Clubbetrieb für sich entscheidet... Und ob ich der arme Schlumpf sein werde, der diese harte Entscheidung fällen wird (haha).


Hier geht's zum RETRO Review in der Babenberger Passage

Titelbild Credits: Fabian Petschnig

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