Linke Studenten wollen türkis-blaue Koalition stürzen: 6 Demos am Montag! (c) Titelbild Credits: pixabay.com

Linke Studenten wollen türkis-blaue Koalition stürzen: 6 Demos am Montag!

Der Montag steht in Wien ganz im Zeichen der Demonstrationen gegen die neue Regierung und ihre Vorhaben. Die Unzufriedenheit macht sich bereits vor Amtsantritt bemerkbar, was in beiden Lagern zu Angriffen auf die andere Seite führt, und hier gibt es einige Stimmen dazu!

Die Vereinigungen, wie die ÖH, die Offensive gegen Rechts oder der Verband sozialistischer StudentInnen Österreichs, machen mit ihren Demonstrationen darauf aufmerksam, dass nicht alle mit der neuen Regierung und ihren voraussichtlichen Entscheidungen zufrieden sind. Damit dem genug Gehör geschenkt wird, versetzen sie den Ring und die Umgebung der Innenstadt in Stillstand. Die zwei Lager gehen in den sozialen Netzwerken wieder aufeinander los und bewerfen sich mit Argumenten.

Der rechte Teil der Bevölkerung wettert gegen dieses Vorhaben und äußert sich auf Facebook abfällig dagegen mit Aussagen, wie:

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Credits: heute Facebook Seite Screenshot

Bei den Kommentaren scheint immer wieder durch, dass von den Demonstrationsgegnern die Meinung vertreten wird, die Demonstranten wären ja eh nur Asoziale, Arbeitslose und Studenten. Ich habe hier aber Befürworter und Teilnehmer der Demonstrationen, die nicht zu den asozialen Arbeitslosen gehören, nach ihren Motiven befragt.

Von der Psychiaterin Antonia P. bekam ich als Antwort eine kleine Persönlichkeitsanalyse der zukünftigen Minister: "Ein Sammelsurium psychiatrischer Pathologien: Nebst ein paar Antisozialen tummeln sich ein paar Narzissten (...) Für Angehörige sind diese Spielarten von Persönlichkeitsstörungen hingegen weit beeinträchtigender. Blöd nur, dass es sich bei der Skizzierung nicht um einen gewöhnlichen Arbeitstag in der Psychiatrie handelt sondern vielmehr um die neue österreichische Bundesregierung." - da wird mit schweren Geschossen gefeuert. 

Die Meinungen dazu spalten beinahe wieder die Bevölkerung:

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Es wird aber nicht nur gegen die Regierung selbst demonstriert, sondern auch gegen inhaltliche Entscheidungen. Vom selbstständigen Fotografen Thomas G. bekam ich eine etwas resignierende Antwort dazu: "Studiengebühren, Mindestsicherung, 12 h Tag. Das betrifft mich nicht. Das betrifft vor allem die, für die ich gekämpft hatte - die, die die FPÖ gewählt hatten. Ich bin müde. Ich ziehe mich zurück. Die sollen das jetzt „genießen“." Abschließend kam er mit einer ironischen Aussage zum Ende: "Ich höre jetzt auf immer nur für die Schwachen zu kämpfen. Sie wollen es nicht. Ich werde erstmals in meinem Leben anfangen an meine Interessen zu denken.“ - dennoch setzt er sich weiter ein, durch Teilnahme an der Demonstration. 

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Ein liberales Demokratieverständnis lässt es nicht zu, Demonstrationen schlecht zu reden, denn sie sind ein Mittel zur Meinungsäußerung, wie es beispielsweise Petitionen auch sind. Natürlich sind nicht alle glücklich damit, wenn Straßen gesperrt werden, aber grundsätzlich sollte jeder froh sein, dass es in Österreich die Möglichkeit dazu gibt. 

Zu sagen, es wäre undemokratisch, an so einer Veranstaltung teilzunehmen, halte ich persönlich für äußerst unreflektiert und engstirnig. Aber am traurigsten an der Sache empfinde ich den Umgang damit auf den sozialen Netzwerken, wo, wie bei der Präsidentschaftswahl und der Regierungswahl, zwei radikale Fronten aneinandergeprallt sind. 

#lichterkette #gegenrechts #wien

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Abschließend überlasse ich das Wort Markus L., einem Kellner, der sich für die Demo sogar extra einen Tag frei hält:

"Ich mach da mit, weil es mein gutes Recht ist. Ich gehe hin, weil ich zeigen will, dass mir die möglichen Gesetze nicht gefallen. Und ich gehe auch hin, weil es mir nicht gefällt, wie die Bevölkerung teilweise hinters Licht geführt wird, was neue Sozialgesetze und Steuern betrifft. Darauf muss die Aufmerksamkeit gerichtet sein, ganz egal, wer in der Regierung sitzt."


Hier geht's zur voraussichtlichen Regierungspostenvergabe.

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