Ein Roadtrip durch Südafrika (c) Alle Fotos von Warda.at

Ein Roadtrip durch Südafrika

Graffiti Tour und Flanieren in Kapstadt, Wein Verkostung in Stellenbosch und ein Roadtrip in den Osten des Landes auf der legendären Garden Route.

Der Wunsch nach Südafrika zu reisen schlummerte schon länger in mir. Das angenehme Klima, die moderaten Preise und das vielseitige Angebot an Aktivitäten übt schon seit Jahren eine große Faszination auf europäische Touristen aus.

Auf geht’s!

Wir landen in Kapstadt in einer Zeit der Wasserknappheit. "Every drop counts" mahnt dich schon am Flughafen zur sparsamen Verwendung des Wassers. Nicht mehr als 50 Liter pro Tag sollen verbraucht werden, um den bevorstehenden Day Zero zu vermeiden – der Tag an dem kein Wasser mehr da ist.

Wir checken nicht unweit der Long Street im Zentrum der südafrikanischen Hauptstadt ein. Für ein instagram-worthy Frühstück besuchen wir Gulio´s Cafe, ein geschmackvolles Frühstückslokal mit kosmopolitisch angehauchtem Menü. Die Huevos Rancheros könnten aus Mexiko sein. 

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V&A Waterfront mit Blick auf den Tafelberg

Den Nachmittag verbringen wir mit dem obligatorischen Touristenprogramm. Ein Besuch am Tafelberg mit einer phänomenalen Aussicht auf Camps Bay sollte man auf den späten Nachmittag oder den frühen Vormittag legen, um mehrere Stunden Wartezeit in der Schlange der Seilbahn zu vermeiden. Warm anziehen, denn da oben bläst dir der Wind aus gefühlt allen vier Himmelsrichtungen entgegen.

Ein Spaziergag an der V&A Waterfront darf bei keinem Kapstadt Besuch fehlen. Den malerischen Hafen säumen unzählige Lokale und kleine Shops. Vom Pier legen die Boote nach Robben Island ab, die Gefängnisinsel auf der Nelson Mandela 27 Jahre eingesperrt war - unbedingt reservieren, denn die Boote sind immer voll.

Gegen den kleinen Hunger lohnt sich ein Besuch am Foodmarket, hier gibt es vom Burrito bis zu frischen Austern alles was das kulinarische Herz begehrt. 

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Street Art Wall des Künstlers "Jaz" in Woodstock

Wer es etwas authentischer möchte, dem sei ein Besuch im Stadtteil Woodstock ans Herz gelegt.

Hier herrscht jeden Sonntag reges Treiben am Old Buscuit Mill Market.

Junge Designer, eine unüberschaubare Anzahl an Foodständen, Restaurants, kleine Cafes, Musikperformances, Porzellan- oder Souvenirshops laden zum Verweilen ein. 

Kulinarisch lässt Kapstadt keine Wünsche offen. Unsere Highlights waren der Kinglip im Black Sheep, das italienische La Perla im Stadtteil Sea Point, ein holzvertäfeltes Lokal mit tollem Service und einer vielseitigen Karte. Sündhafte Mac&Cheese im Käsedelikatessenladen Culture Club Cheese oder diverse Speckgerichte im danebenliegenden Bacon on Bree.

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Das wunderschöne Malay Viertel im Herzen von Kapstadt.

Kapstadt ist ein perfekter Nährboden für kreative und designaffine Menschen. Dies beweist die Designmesse Indaba. Hier haben Interessierte die Möglichkeit bei Panels Vorträge anzuhören oder am Abend Konzerte zu besuchen. Am Areal, das mit aufwendig bemalten Holzdekorationen gestaltet ist, stellen Jungdesigner, Maler, Illustratoren, Fashion Designer und Fotografen ihre Werke aus. Unser Highlight ist das Konzert der südafrikanischen Band „Petit Noir“ und ihre energiegeladene Performance.

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Sonnenuntergang am Lighthouse Festival

Die Reise führt uns weiter zum Lighthouse Festival, welches von österreichischen Veranstaltern organisiert wird. Unweit des Leuchtturms von Kommetje treffen sich hier die schönsten Leute des Landes und mindestens die halbe Partymeute Wiens. Schon nachmittags performen auf der Bühne direkt am Strand diverse nationale und internationale Acts. Wir hören uns das Set der „Green Queen“ Mavi Phoenix an und sind begeistert. Besonders die gechillte Atmosphäre, die pittoreske Umgebung und das überaus ansprechende Line Up machen dieses Musikfestival zum Geheimtipp für Liebhaber der elektronischen Musik.

Weiter geht’s in den Süden.

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One Love für die Pinguine in Simons Town

Das Kap der guten Hoffnung, der südwestlichste Punkt des afrikanischen Kontinents bietet atemberaubende Aussicht und steile Felsvorsprünge, auch hier ist ein Besuch am Vormittag zu empfehlen bevor die chinesischen Gruppenreisenden ankommen.

Etwas weiter östlich triffst du in Simons Town auf hunderte Pinguine, die dort auf einem Strandabschnitt ihr Zuhause haben. Der Eingang auf der rechten Seite bietet dir die Möglichkeit auf Tuchfühlung zu gehen.

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Sonnenuntergang in Stellenbosch

Unsere Reise führt uns über die berühmte Garden Route in den Osten des Landes. Wir bleiben einige Tage in der Gegend rund um Stellenbosch, das Mekka des südafrikanischen Weins. Es ist gar nicht leicht zu entscheiden welchem der umliegenden Winzern man einen Besuch abstattet.

Ob Einkauf, Kellerbesichtigung oder ein Spaziergang durch die sonnendurchfluteten Weinreben, hier kann man nichts falsch machen. Besonders sehenswert: ein Dinner im Tokara, Weinverkostung im Hidden Valley oder ein Nachmittag im Areal des La Motte in Franschoek.

Geheimtipp: Jeden ersten Mittwoch im Monat findet mitten in Stellenbosch eine „Street Soiree“ statt. Hier hast du zwei Stunden lang die Möglichkeit die besten Weine (12 Gläser für ca. 10 Euro) der Gegend zu verkosten. 

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Das schnellste Tier der Welt: Gepard im Tenikwa Reservoir

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Mzoli´s - a lifetime BBQ experience

Weiter geht´s nach Plettenberg Bay. Dieser Ort an der Küste ist der perfekte Ausgangspunkt für Tagesausflüge und bietet kilometerlangen Sandstrand. Das Wasser ist nichts für Weicheier, bietet aber die perfekte Abkühlung an einem heißen Sommertag. In der Umgebung kannst du relativ günstig Fallschirm springen, tolle Wanderungen im Naturschutzgebiet machen oder Wildkatzen besuchen im Tenikwa Reservat. (Hier lebt ein weißer Löwe)

Wer Lust auf das authentische Südafrika hat, abseits von Touristenattraktionen, der sollte der Mzoli´s Metzgerei im Township Guguletho einen Besuch abstatten. Hier wählst du dein Fleisch frisch an der Theke aus und bringst es danach zu den Grillmeistern, in ein feurig-heißes Hinterzimmer mit riesigen Grillstationen. Am Wochenende steigen hier die coolsten Parties und du kannst dir sogar deine eigenen Getränke mitnehmen.

Südafrika ist ein atemberaubendes Land. Besonders die Menschen und die ungekünstelte Freundlichkeit der Leute hat mich besonders beeindruckt. Auch wenn das Land sicher noch an den Nachwirkungen der Apartheid zu leiden hat und viele soziale Ungleichheiten bestehen, so können wir uns an der Offenheit, der Unvoreingenommenheit, der Gastfreundschaft und der Gutherzigkeit der Menschen ein Stückchen abschneiden. 

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