TEIL 1: Don't try this at home und besser auch nirgendwo anders - wie ich nach der 36 Stunden Homeparty einen neuen Rekord aufstellte (c) Titelbild Credits: WARDA

TEIL 1: Don't try this at home und besser auch nirgendwo anders - wie ich nach der 36 Stunden Homeparty einen neuen Rekord aufstellte

Eigentlich sollte es ja einer dieser ruhigen Freitage werden, an denen ich mich der Vernunft hingebe und meine Brieftasche nicht mit langen Ausflügen in die Welt der Exzesse belaste. Doch dann kam da diese Nachricht…

Vorweg: Dieser Beitrag soll eine Warnung sein und keinesfalls zur Nachahmung animieren. Finger weg von legalen und illegalen Substanzen. Tut es für eure Gesundheit.

WARDA distanziert sich vom Inhalt und hat nichts mit den Machenschaften des Protagonisten zu tun.

Eines ist mir mit Sicherheit klar – ich kann nicht jeden Schritt meines Lebens planen. Aber dass es derart eskaliert und ich damit wohl in den Olymp der Partytiger aufsteige, kam mir am Freitag um 16 Uhr bei weitem noch nicht in den Sinn; aber eines nach dem anderen. Als da diese Nachricht wegen einer Homeparty eintraf – Uhrzeit und eine Adresse, sowie die Dauer von saftigen 36 Stunden – begann es, mir etwas unter den Fingern zu kribbeln. Durch meinen Kopf flog mir aber parallel stets der Geburtstag einer guten Freundin am Folgetag, wo ich versprochen hatte hinzugehen.

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Kennt ihr dieses Dilemma? Du hast Angst, etwas zu verpassen und überlegst, wie du es einerseits finanziell Zustande bringst und andererseits, ob es sich ausgeht, beide Feten zu überleben, ohne mit massivsten Herzrhythmusstörungen eine Woche lang bei einer Hitzewelle dahinzuvegetieren – was sind schon eine Woche Stechen in der Brust und eine verstopfte Nase.

Na, was solls – dachte ich mir, kontaktierte einen ganz speziellen Freund, weil ich wusste, dass ich 2 Tage nicht ohne Hilfe durchstehen würde und rief noch einen anderen Freund an, um auch eine Begleitung für die Fete zu haben. Frauen gab es dort ja laut Nachricht zu genüge: „Neben Sängern, Rappern, den Missen, großen Bloggern und vielen weiteren Artists, Models und Fußballern usw.“ – ein elitärer Kreis also.

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Ein neues Shirt hab ich auch bekommen
PS: Den Arm hab ich wegen meiner Tattoos verpixelt, an denen mich sicher einige erkennen.

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Eine Reise quer durch Wien mit einem zuvor angeeigneten sanften Ibiza- Rausch und ein zehnminütiger Fußmarsch brachten uns ans Ziel. Alter, anstehen auf einer Homeparty; die muss ja wirklich exklusiv sein – von draußen sah ich schon den Pool, den ich mir ehrlich gesagt größer vorgestellt hätte und nach kurzem Warten und dem Vorzeigen der Einladung waren wir an den Türstehern – ja, es gab sogar Türsteher - vorbei und drin - Bis 14 Uhr des nächsten Tages war es ja nur den coolsten Kids gestatten, mit am Start zu sein.

So, kurze Exkursion in die langweilige Erklärung der Aufmachung – ein Haus, das wie ein Rohbau wirkte, im Erdgeschoss ein DJ- Pult und eine Tanzfläche, wie auch die für mich so wichtige und leider einzige Toilette – die hatte ich gleich mal inspiziert, okkupiert und abseits des Klogeruchs noch etwas durch meine Nase inhaliert, um meinem neuen Shirt auch gerecht zu werden - eine „Shisha- Bar“, davor ein Raum mit zwei Betten drin und die Bar. Ein Stockwerk über uns war scheinbar nur für die Exklusivsten unter den Exklusiven ein weiterer Floor bereitgestellt.

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An der Bar vorbei ging es in den Garten, wo bereits viele Leute dem Trinkgenuss nachgingen. Einige bekannte Gesichter gab es. Ich würde behaupten, aus dem Segment der Z – gibt es nicht noch irgendwas danach? – Promis. Persönlich kannte ich niemanden, außer den Chef der Türsteher, der mir damals in meinem Lieblingsclub die Wartezeiten vor meinen exzessiven Technoausflügen verkürzt hatte.

Nach einem schnellen Einstand und ein paar netten Unterhaltungen - bei denen ich erfuhr, wer hier wer ist und dass es die Party schon mal gab, nur halt nicht hier – wollte ich mich etwas frisch machen und mir die Nase pudern. Unterwegs holten wir uns noch eines dieser dort angebotenen und beworbenen Biere und gingen in Richtung Toilette – eh klar, nur ein Klo und lange Schlange, da warte ich sicher nicht. Aber es gab zum Glück noch einen großen Keller, wo ein paar Leute bei einer Fotosession ihr Unwesen trieben und bereits das erste Opfer der Party markierten. Hinter einem roten Tuch verbarg sich ein kleiner Raum, der nicht unbedingt wegen der Temperatur ideal für eine kurze Skitour war.

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Mit verstärkter Wahrnehmung ging es wieder in den Garten – irgendwie zog die Zeit recht schnell vorüber, wir waren scheinbar schon drei Stunden da. Die Stimmung war top, die Leute motiviert und schön langsam fing auch der Pool an, seine Wirkung zu entfalten. Ein paar Mädels entkleideten sich und kühlten sich ab. Im Gegensatz zu den Partys aus meiner Jugendzeit hatten sehr viele Frauen hier – naja, wie soll ich das halbwegs gewählt und wertfrei ausdrücken – eine äußerst beachtliche, nicht natürlich entstandene Oberweite. Hier gab es mehr Silikon als auf einer Baumesse für Sanitärbetriebe. Als mich eine der Damen bat, ihr vom Gras aufzuhelfen, war es mir nicht möglich, auch nur einen Moment ihr Dekolleté aus den Augen zu lassen – sie ging aber auch sehr provokant damit um und hey, sie war fast so groß wie ich, also irgendwie lagen die zwei Hübschen dann doch beinahe auf Augenhöhe.

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Ich nehme jetzt mal die Abkürzung, sonst artet das hier aus – solltet ihr von dieser Party erfahren und die Möglichkeit haben hinzugehen, dann tut es! Ein Haufen DJs, verschiedenste Musikrichtungen, wo für jeden was dabei ist, genug Alkohol, gute und sehr ausgelassene Stimmung, coole Leute und scharfe Bräute, und ein Spot, der anfänglich etwas abgerockt wirkt, aber für so eine Party den perfekten Austragungsort bildet. Die Zeit flog dahin und mit dem stärker werden der Sonnenstrahlen musste ich los, kurz nachdem die anderen, nicht exklusiven Partygäste kamen – ich hatte ja noch einen ganzen Abend vor mir. Außerdem war mein Ego mittlerweile schon so gepusht, dass ich mich mit dem „Fußvolk“ nicht mehr abgeben wollte.

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Ein kurzer Abstecher nach Hause – um kurz zu schlafen, was aber dann ins Wasser fiel – eine Dusche, die Haare nachjustieren, die Augenringe eincremen, Wasser trinken, Nase einmal richtig durchreinigen - Fuck! Da kam einiges an Blut raus - und dann ging es schon weiter gegen 4 Uhr nachmittags, um noch ein paar Drinks für die nächste Fete zu besorgen. Dachterrasse mit Pool und ein Grill mit geilem Essen haben mich wieder etwas auf Vordermann gebracht. Während ich dort wieder trank und Gas gab, bekam ich eine Nachricht von einer anderen Freundin, ob ich denn das Wochenende unterwegs wäre und den abschließenden Worten – „…morgen ist Kein Sonntag ohne Techno, da musst du kommen.“ Wieder so eine Nachricht, die mich in das Dilemma der Angst stürzt, etwas verpassen zu können.

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Ich fasste den Entschluss, recht zeitig – so gegen 2 Uhr morgens, das ist für mich zeitig – zu verschwinden, wenn die anderen weiter in den Club ziehen. „Auf einen Sprung kannst ja mitkommen, du wohnst eh daneben.“ In der Tat liegt meine Wohnung ungefähr zehn Minuten Fußweg entfernt vom SASS, also ließ ich mich auch dazu überreden. Naja, wie ging dieser Spruch noch schnell - Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert, nicht mit schlechten. Und genau am Weg dorthin befand ich mich jetzt.

Wieder vier Stunden feiern an der nächsten Station – blöderweise hatte ich zwei Stunden vor Clubschluss wegen meines Schnupfens zu Pac-Man-förmigen Hustenzuckerl gewechselt, um meiner Nase etwas Entlastung zu ermöglichen. Während ich mich im Beat verlor, die Leute immer weniger wurden und bei mir dieses bekannte Gefühl aufkam, nicht nach Hause gehen zu wollen, tauchte wie ein Wink des Schicksals vor meinem geistigen Auge der Volksgarten auf, den einer meiner Begleitungen schon zuvor in den Raum gestellt hatte. Es war Life- Ball und im VOGA gab es eine Afterhour bis Nachmittag – dieses beschissene, verlängerte Wochenende mit seinen vielen endlosen Partys.

Im zweiten Teil unserer Abschreckungs- Kolumne erfährt ihr, wie es weitergeht...

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