Erasmus is always a good idea (c)

Erasmus is always a good idea

Es gibt vermutlich unzählige Artikel und Offenbarungen über Erasmus und seine einzigartige – Achtung, Klischee – Magie, sowie es unzählige Erasmusstudenten selbst gibt. Es ist, so trivial das Folgende nun klingen mag, jedoch für jeden einzelnen eine ganz besondere Erfahrung. Überhaupt läuft der folgende Text wohl Gefahr, das ein oder andere Klischee zu bedienen, aber versprochen – wirklich nur diejenigen, die sich auch bestätigt haben. 

Für einen Erasmusaufenthalt gibt es bestimmt tausendundeinen gute Gründe. Spätestens seit dem französischen Filmklassiker L’auberge espagnol zieht es Studenten aus ganz Europa in andere europäische Staaten. Der Film spielt übrigens in Barcelona – kein Wunder also, dass sich Spanien zu einem der beliebtesten Erasmusländer gemausert hat. Der Film bringt das spanische Lebensgefühl ziemlich authentisch rüber. Viel Chaotik, aber auch immens viel Offenheit und Herzlichkeit, gutes Essen, Tapas und noch besserer Vino, durchtanzte Nächte und die Leidenschaft und el temperamento der spanischen Sprache und natürlich der Spanier selbst.

Das Wichtigste für ein Erasmussemester oder -jahr ist der Tritt in den Allerwertesten, den man sich zu Beginn erst einmal geben muss. Klar, es kommt eine Menge Bürokratie auf einen zu, aber im Endeffekt lohnt es sich. Und bei jedem Dokument, das man einscannen und irgendwo hinschicken muss (und vermutlich sowieso nie eine Antwort darauf erhaltet) mischt sich neben der latenten Genervtheit doch auch ein wenig Vorfreude hinzu. Also, wenn ihr zu denjenigen gehört, die schon immer mal wollten und sich das für die Zukunft aufgespart haben, denn „die richtige Zeit dafür kommt schon noch“ – der richtige Zeitpunkt ist jetzt!

Nach ewigen Planungssessions, Bürokratiealpträumen, halbtraurigen Verabschiedungen und diversen Liebesbekundungen à la „unsere Freundschaft/Beziehung/was-auch-immer, ist unvergänglich und der Abstand wird ihr nichts anhaben können“ (Vorwarnung: dies stimmt nicht immer, aber glücklicherweise bei den wirklich wichtigen Menschen dann doch) kommt irgendwann der Tag, an dem man im Flugzeug nach Neverland sitzt. Auch wenn die meisten es zu dem Zeitpunkt noch nicht realisieren, es ist der Beginn von einer Zeit, die einen ein Leben lang begleiten wird. Zwar hört man es bereits im Vorhinein von allen Seiten, es selbst zu erleben ist trotzdem etwas Anderes.

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Jede Erasmuserfahrung ist in sich etwas Einzigartiges – es hängt vom Land ab, von den Leuten, die man kennenlernt und auch ganz stark von der eigenen Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen. Wollen wir’s nicht nur schönreden – auch schlechte Tage und Phasen wird es bestimmt geben, bei manchen mehr, bei anderen weniger. Aber auch das trägt nur dazu bei, seine Persönlichkeit zu entwickeln und festigen und ist ein Schritt in die Selbstständigkeit. Man lernt sich selbst aus einer ganz anderen Perspektive kennen, lernt neue Menschen und Blickwinkel kennen und vor allem, in vielen Situationen lockerer und gelassener zu reagieren. 

Nicht zu reden von der Horizonterweiterung, die man, sofern man dafür offen ist, mit Sicherheit durchleben wird. Es geht kaum anders, wenn man in einem fremden Land auf sich alleine gestellt ist und so viele verschieden Personen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen und mit daher auch ganz anderen Meinungen, Einstellungen und Ansichten über das Leben kennenlernt.

Außerdem wird es diese Zeit im Leben in dieser Form vermutlich nie wieder geben – so jung, mit so viel Energie und vor allem Freiheit und Ungebundenheit. Man ist niemanden Rechenschaft schuldig, außer sich selbst. Seien wir ehrlich – bei einem Erasmusaufenthalt geht es viel weniger um das Studium (das mit größter Wahrscheinlichkeit ECTS-mäßig ein bisschen darunter leiden wird), sondern um die unbezahlbare Lebenserfahrung. Wilde Partys, durchtanzte Nächte, tiefgründige Gespräche, tausend neue Eindrücke und das einzigartige Gefühl völliger Freiheit sind nur ein kleiner Teil des ganzen Abenteuers. In so einer Umgebung lernt man Leute auch auf eine ganz andere Art kennen. Freundschaften entstehen viel schneller und intensiver – die gemeinsame Zeit verbindet auf eine eigene Weise und oft auch über Jahre hinweg. Cooler Pluspunkt: nach deinem Erasmus wirst du vermutlich zig Freunde in fast allen Teilen der Welt haben – guter Grund, um neue Orte zu entdecken, oder?

Der einzige Nachteil, der nicht vorenthalten werden sollte: Post-Erasmus Depression is real. Aber auch diese kann überwunden bzw. als Anstoß dafür verwendet werden, die Welt zu bereisen und sich nicht nur auf diesen einen Auslandsaufenthalt zu beschränken.

Also, wenn du überlegst, auf Erasmusaustausch zu gehen - nimm diesen Text hier als Ansporn, du wirst es nicht bereuen.

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