Erinnern, Gegenwartsbewältigung. Eine Gesprächsrunde zum zeitgenössisch-jüdischen Wien. - WARDA
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Events Wien: Erinnern, Gegenwartsbewältigung. Eine Gesprächsrunde zum zeitgenössisch-jüdischen Wien.
Montag

12. Dezember 2022

  • Beginn:19:30

Erinnern, Gegenwartsbewältigung. Eine Gesprächsrunde zum zeitgenössisch-jüdischen Wien.

Fluc + Fluc Wanne

Praterstern 5, 1020 Wien

positionMap

Mit: Max Czollek (Berlin), Udi Edelman (Tel Aviv), Eduard Freudmann (Wien),Ekatarina Shapiro-Obermair (Wien), Benjamin Seroussi (Casa do Povo, São Paulo), Rebecca Sternberg (Wien), Ruth Novaczek (London) und weiteren.
Curated by: Delal Z. Isci (Wien/ São Paulo/ Berlin)
(please notice the english version below)
Zum Auftakt des Projektes Gegenwartsbewältigung – Erinnerungskultur treffen im Herbst 2022 bildende Künstler:innen und Schriftsteller:innen im Rahmen eines Gesprächs im FLUCC im 2. Wiener Gemeindebezirk in einen Dialog mit der Stadt, der Geschichts- und Gegenwartsbewältigung. Es geht um jüdische Zeitgenossenschaft in Wien, in der Leopoldstadt und der Diaspora.
Durch die Lage des Veranstaltungsortes, in einem heute noch traditionell jüdisch geprägten Stadtteil, nimmt Erinnern, Gegenwartsbewältigung. jüdische Bezüge, in der Gegenwart, an der Schnittstelle zwischen lokalen und globalen Ausdrucksformen in den Fokus: Die jüdische Kunst- und Literaturwelt zu Gast in der Leopoldstadt. Zwischen den künstlerischen und literarischen Arbeitsweisen geht es um das Jetzt. Sowie um die Frage nach einer jüdischen Zeitgenossenschaft. Wie lebt und arbeitet es sich heute in Wien jüdisch? Warum werden diese Zeitgenoss:innenschaften übersehen und wie lässt sich die Lebendigkeit, die wir erfahren mitteilen? Lässt sich auch inmitten eines historischen Erbes der Erinnerungskultur und Vergangenheitsbewältigung Freude kultivieren? Eingeladen sind Gäste mit Blickpunkten zu Geschichtspolitik, Theologie, Literatur und Mystik.
Jenseits der Erinnerungskultur lebt diese jüdische Kultur, befruchtet bestehende Geschichtspolitik, Kunst und Literatur, ist alles andere als vergangen oder marginal. Jedoch liegt der Fokus, wenn es um das jüdische Wien geht immer noch auf dem Umgang mit einem schweren historischen Erbe. Übersehen werden dabei, die Kunstschaffenden und ihre Beiträge, die auf das Heute, am Puls der Zeit zielen. Jetzt stellen wir die Frage nach dem Heute, ohne die Geschichte zu vergessen.
Im Anschluss geht es im Frühling in der gleichnamigen Ausstellung im FLUCC und unmittelbarem öffentlichen Raum um das Kulturzentrum weiter.
Gäste:
Eduard Freudmann lebt als bildender Künstler in Wien und arbeitet als Senior Artist an der Akademie der bildenden Künste Wien. Er arbeitet zu Themen wie Geschichtspolitik, Denkmalkritik und Kunst im öffentlichen Raum. Er studierte Bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien und an der Bauhaus-Universität Weimar und ist Forscher und Lehrer für transdisziplinäre Kunst an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Freudmann interessiert sich für offizielle und inoffizielle Geschichtspolitik und ihren Ausdruck im öffentlichen Raum. Seit 2020 ist er Co-organisator der Schandwache, einer kritischen Intervention am Denkmal des Antisemiten Dr. Karl Lueger.
Ekatarina Shapiro-Obermair ist bildende Künstlerin, Forscherin und Kuratorin. Sie wurde 1980 in Moskau geboren. Zwischen 1999 und 2009 studierte sie Malerei und Bildhauerei in Nürnberg, Berlin und Wien. Seit 2004 lebt und arbeitet Shapiro-Obermair in Wien. Gemeinsam mit Wolfgang Obermair betriebt sie den Kunstraum Hoast in der Leopoldstadt. Themen ihrer Arbeiten sind Aneignungen von historischen Narrativen, das Hantieren mit postfaktischem Wissen sowie Wechselbeziehungen zwischen Form und Ideologie. Ihr Fokus liegt dabei oft auf verschiedenen Aspekten der sowjetischen und postsowjetischen Kunst und Kultur.
Max Czollek ist Schriftsteller, Lyriker und Publizist. 2016 hat er am Zentrum für Antisemitismusforschung promoviert. Er ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13, seine Gedichte erscheinen in zahlreichen Literaturzeitschriften (u.a. Edit, Belletristik, Aviv und poet) und Anthologien. Er organisierte von 2013- 2017 die Diskussionsreihe Gegenwartsbewältigung im Maxim Gorki Theater, 2018 erschien das Sachbuch Desintegriert Euch!, 2020 erschien sein Buch Gegenwartsbewältigung im Hanser Verlag, von welchem diese Veranstaltung ihren Titel leiht.
Udi Edelman lebt als Kurator und Researcher in Israel. Er ist Direktor und Chefkurator des CDA (Center for Digital Art). In seiner Forschung beschäftigt er sich mit Geschichte und Gesten bezüglich der Wahrheit und Fiktion, Mythos und Ethos. Er kuratierte zahlreiche internationale Projekte wie zum Beispiel State Chronicle (2013-2014) ein live Performance Projekt, als Lesung und Debatte zur Geschichte an öffentlichen Plätzen und Akcja. (2015) Recherche und Performance Festival zu public action in Warschau. Sein letztes Projekt beinhaltet Monument/Action, eine Trilogie zur öffentlichen Kunst in Israel.
Benjamin Seroussi ist ein in São Paulo lebender Kurator, Verleger und Kulturmanager. Er ist Direktor des Casa do Povo in São Paulo, ein autonomes jüdisches Kulturzentrum. Seroussi war stellvertretender Direktor des Centro da Cultura Judaica São Paulo, Co-Kuartor der 31. São Paulo Biennale, Chefkurator des Kulturzentrums Vila Itororo Canteiro Aberto und regionaler Koordinator für Süd Amerika für den Swiss Arts Council Pro Helvetia. Er unterrichtet regelmäßig zu kuratorischer Praxis und Kulturmanagement.
Ruth Novaczek ist Künstlerin, Filmemacherin, Performance Artist, Musikerin und Schriftstellerin. Ihre experimentellen vernakularen Filme und Installationen hat sie national und international ausgestellt. Sie hat einen PhD in Practice von der University of Westminster wo sie an der Faculty of the lo-res Transart Institute Visiting Research Fellow ist. Eine Sammlung ihrer Gedichte, Altneu wurde dieses Jahr von Wild Seeds, neben einer retrospektiven Installation ihrer Filme, Retsospective im Kunsthaus- Gartenhaus, Wien ausgestellt. Sie lebt derzeit in London.
Moderation:
Delal Zozan Isci lebt als Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin in Wien und Berlin. Sie studierte Bildenden Kunst, Kunst und Kulturwissenschaft an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie Sozial und Kulturanthropologie an der Universidade São Paulo. Seit 2013 kuratierte sie zahlreiche Ausstellungsprojekte, zuletzt die internationale Ausstellung Weiterleben | In anderen Worten überleben? Im xhibit der Akademie der bildenden Künste Wien. Derzeit ist die Doktorandin in Wissenschaftsgeschichte. Ihre Forschungsinteressen reichen von deutschsprachiger Anthropologie- und Psychologiegeschichte bis hin zu Post Colonial Studies und Zeitgenössischer Kunst. Sie ist Kuratorin dieses Projektes. In ihrer wissenschaftlichen und kuratorischen Arbeit beforscht sie offizielle Geschichtsschreibung und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart in Kunst und Kultur.
//ENGLISH:
Erinnern, Gegenwartsbewältigung.
A Conversation on Jewish Contemporaneity
With: Max Czollek (Berlin), Udi Edelman (Tel Aviv), Eduard Freudmann (Vienna), Ekatarina Shapiro-Obermair (Vienna), Benjamin Seroussi (Casa do Povo, São Paulo), Rebecca Sternberg (Vienna), Ruth Novaczek (London) and others.
Curated by : Delal Z. Isci (Vienna/ São Paulo/ Berlin)
As a preview for the exhibition Erinnern, Gegenwartsbewältigung at FLUCC, in Winter 2022, a group of visual artists, writers, and historians will meet for a conversation in Vienna´s 2. District and enter into a dialogue with the city, politics of remembrance, and Jewish identity. The subject is Jewish life today in Vienna, Leopoldstadt and the Diaspora.
Inspired by the location of the venue-in a traditionally Jewish district to this day-the project examines Jewish culture at the intersection of local and international expressions in arts and culture: The global Jewish arts and literature scene is invited to the 2. District. Between the artistic and literary works, we want to look at the “now” of Jewish life. How can you live and work being Jewish in Vienna? Why is this contemporaneity overlooked and how can we express this vitality? Can you cultivate joy in the middle of a historic legacy of commemorative culture? The invited speakers are working with politics of commemoration, theology, literature, and mysticism.
Beyond the culture of commemoration, modern Jewish life and culture continues, inspires politics of remembrance, arts and literature, is anything but dead, of the past, or marginal. However, whenever the conversation deals with a Jewish Vienna, the dialogue usually focuses on the community´s heavy past. The artists and their works who focus on the now and the pulse of the times are overlooked. In this discussion, we will focus on the present without forgetting our history.
In Spring 2023, we will continue this conversation in an exhibitionof the same title at the FLUCC.
Guests:
Eduard Freudmann lives and works in Vienna. He studied Fine Arts in Vienna and Weimar and is a Senior Artist at the Academy of Fine Arts Vienna. In 2017 he completed his artistic habilitation and received the venia docendi for Transdisciplinary Art. As an artist, he develops projects with a focus on performativity, installation and public space. Self-reflexivity, critical knowledge production and political contextualization are the basis for his artistic practice which deals with the politics of commemoration and history, questions regarding archives, and the dilemma of the mediatization of the Shoah. Freudmann is interested in both official and unofficial history-political manifestations in public space as well as approaches to the writing of microhistory, e.g. through the transmission of family histories. His projects have been presented in exhibitions, biennials, film festivals and in public space. Since 2020 he is co-organiser of Schandwache- Vigil of Disgrace, a critical Intervention at the monument of the antisemite Dr. Karl Lueger.
Ekatarina Shapiro-Obermair was born in Moscow in 1980,she has lived and worked as a visual artist in Vienna since 2004. Between 1999 and 2009 she studied Painting and Sculpture in Nürnberg, Berlin and Vienna. Together with Wolfgang Obermair she runs the Artspace Hoast in Loepoldstadt. She works in a variety of media, though all her projects involve printing. Her themes are appropriation of historical narratives, dealing with post-factual knowledge, and interaction of form and ideology, often focusing on various aspects of Soviet and post-Soviet art and culture, but also on a mediareflexive consideration of Modernism and Abstraction.
Max Czollek is a Writer, Poet and Publicist. In 2016 he gained his PhD at the Center for Research on Antisemitism. He is a member of the Poetry collective G13, his poems were published in numerous Journals (such as Edit, Belletristik, Aviv and poet) and anthologies. Between 2013 and 2017 he co-organized a series of lectures called Gegenwartsbewältigung at Maxim Gorki Theater. In 2018 his book Desintegriert Euch! was published at Hanser Verlag, followed by Gegenwartsbewältigung in 2020 which lends the title to this project.
Udi Edelman is a curator and researcher based in Israel. He is Director and Chief Curator of the CDA Holon (Center for Digital Art). His research and work often deal with History and different gestures of art regarding truth and fiction, mythos and ethos. He participated and curated a wide range of international exhibitions such as State Chronicle (2013-2014) a live performance project- reading and debating history in public squares and Akcja PRL (2015)-a Research and Performance festival of public action in Warsaw. His last project includes the Monument/Action- an exhibition trilogy about public art in Israel.
Benjamin Seroussi is a São Paulo based- curator, editor and cultural manager. He is the executive manager of the Casa do Povo, an autonomous art space.Seroussi was deputy director at Centro da Cultura Judaica São Paulo, associate curator on the 31.st São Paulo Biennial, chief curator of Vila Itororo Canteiro Aberto and regional coordinator for South America of the Swiss Art Council Pro Helvetia. He lectures regularly on curating and cultural management.
Ruth Novaczek is an artist, filmmaker, performance artist, musician and writer; she has exhibited her experimental, vernacular films and installations nationally and internationally. She has a PhD by practice from the University of Westminster where she´s a visiting research fellow and is on the faculty of the lo-res Transart Institute. A collection of her poems, Altneu was published this year by Wild Seeds, alongside a retrospective installation of her films, Retrospective, at the Kunstverein-Gartenhaus, Vienna. She currently lives in London.
Moderation:
Delal Zozan Isci works as Curator and Art Historian between Vienna and Berlin. She studied Fine Arts, Art History and Cultural Studies at the Academy of Fine Arts Vienna and Social and Cultural Anthropology at the University of São Paulo. Since 2013 she has co-curated several exhibitions. Her last international exhibition project Living On| In Other Words on Living? Was shown at the xhibit of the Academy of Fine Arts Vienna. Currently she is a Doctoral Student in History of Science. Her research interests span from (German) History of Anthropology, History of Psychology through Postcolonial Studies and Contemporary Arts. She is the curator of this project. In her curatorial and scientific work, she researches officials History writing and its implications for the present in Arts and Culture.
And others…

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