Die Kulturbranche ist von der Pandemie besonders hart getroffen worden. Das Publikum bleibt aus, Produktionen stehen still, der Vorhang hebt sich nicht – für Kinobetreiber besonders fatal. Wenn sie geöffnet haben dürfen, dann nur mit begrenzten Kapazitäten und ohne regelmäßigem Film-Nachschub.
Deshalb sind Kinoketten aus dieser Not heraus in den USA und Südkorea erfinderisch geworden. Sie vermieten ihre großen Leinwände an Zocker-Fans, die sich eine völlig neue Gaming-Experience wünschen.
Eui Jeong Lee sitzt mit drei Freunden in einem sonst komplett leeren Kinosaal. Auf der Leinwand läuft ein Shooter-Spiel, jeder Schuss und jede Granate gehen unter die Haut. Die Geräusche hallen durch den Raum. Es ist ein ganz neues Erlebnis. Zwei Stunden dieses Spiel-Spaß kosten umgerechnet etwa 100€ – Spielkonsolen, Spiele und Controller müssen dabei selbst mitgebracht werden.
In Südkorea zeigt man sich von dem Angebot begeistert. Besonders die hochwertigen Soundsysteme heben das Videospiel-Erlebnis auf ein neues Level. „Die Schussgeräusche sind einfach so lebendig und als etwas am Bildschirm direkt auf mich zuflog, musste ich sogar schreien“, erzählt die 25-jährige Südkoreanerin dem BBC. Bereits 130 mal wurden Kinosäle von CGV für Gaming-Zwecke gemietet – hauptsächlich von Männern in ihren 30ern, aber auch Paare und Familien sind dem Angebot nachgekommen.
Gaming-Kinos: eine Zukunftsvision?
Für Gamer*innen ist es ein absoluter Traum, für die Kinobetreiber blanker Überlebenskampf. Die Einnahmen einer auch nur halb-besetzten Kinovorstellung können die Gaming-Fans nicht mal ansatzweise decken. Natürlich erfreut man sich trotzdem der Möglichkeit wieder Umsatz zu machen. Dennoch rettet diese Innovation die Kinobranche nicht.
Das soll nicht heißen, dass Videospiel-Kinos nach der Pandemie wieder verschwinden werden. Die Nachfrage in der Gaming-Community ist groß und viele Kinovorstellungen, vor allem untertags, sind sowieso spärlich besucht. Mit einem gut durchdachten Konzept haben Kinobetreiber hier die große Chance einen neuen Markt zu erobern.
Titelbild Credits: Shutterstock
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