Kaum zu glauben, dass es an diesem Feiertag einmal ganz ruhig zuging. Bis 1961 hatten am berüchtigten 17. März alle Pubs in Irland geschlossen, der Alkoholverkauf war verboten. Man zelebrierte ruhig und gesetzt den Beginn der Fastenzeit. Doch dann kam die Wende: Die Kneipen durften öffnen, die Menschen strömten hinein und der wilde St. Patrick`s Day wurde geboren!
In nur sehr wenigen Ländern gilt der 17. März tatsächlich als offizieller Feiertag: Die Republik Nordirland ist ebenso ganz vorn mit dabei wie Nordirland, Labrador, Montserrat und Neufundland. Das war’s dann auch schon. Doch seit vielen Jahren tobt zu diesem Anlass das Leben in den Irish Pubs dieser Welt, nicht nur in Irland.
Grün ist zu diesem Anlass die Farbe der Saison, das weiß jede*r, der oder die sich zum Partyvolk gesellt. Mittlerweile greift die Welle schon auf andere Orte über, auf Wohnzimmer, Keller, Partyzelte, Clubs und Kneipen aller Art, und zwar in vielen Staaten der Erde. Ein uralter religiöser Feiertag, der bereits 1.500 Jahre auf dem Buckel hat, setzt sich auf charmante Weise durch und wir Österreicher*innen machen mit Wonne mit.
Patrick – wer ist das überhaupt?
Wie konnte es dazu kommen, dass ein regionaler Feiertag so unglaublich groß wurde? Eckstein der ganzen Geschichte ist der irische Schutzheilige Patrick, der unter dem Namen Maewyn Succat ausgerechnet als Brite geboren wurde. Er gelangte laut alter Erzählungen im 5. Jahrhundert als Sklave nach Irland, religiöse Inbrunst erfasste ihn, er flüchtete in seine alte Heimat und kehrte als Priester Patrick zurück.
Angeblich befreite er die Iren nicht nur von ihrem „heidnisch-keltischen“ Denken, sondern auch von einer Schlangenplage — doch Biolog*innen bezweifeln diesen Aspekt. Dem heutigen Partyvolk ist das ohnehin egal, doch wenn in der Deko irgendwo eine Schlange auftaucht, dann wisst ihr immerhin Bescheid.
… und was hat er mit Grün und Klee zu tun?
Außerdem verwendete St. Patrick laut alter Überlieferung Kleeblätter, um die Dreifaltigkeit zu erklären. Die Irinnen und Iren selbst waren in dieser Hinsicht vorbelastet, sie glaubten ohnehin schon, dass jedes Kleeblatt seine eigene Bedeutung besitzt. So kam es nicht nur zum Siegeszug des guten alten Patricks, sondern auch des grünen Klees und der Signalfarbe dieses speziellen Feiertags.
Heute übernimmt am 17. März überall dort das Grün die Herrschaft, wo St. Patrick’s Day gefeiert wird. Ob Haare, Kleidung oder Essen: Nichts ist vor dem Ergrünen sicher. Lebensmittelfarbe sorgt sogar dafür, dass grünes Bier in Strömen fließt und grüne Pfannkuchen auf den Tellern locken.
Appetitanregend ist das nicht immer auf den ersten Blick, doch wer sich einmal überwunden hat, der mag von diesem jährlichen Hype nicht wieder lassen.
Photo by magicksupply, Pixabay Licence
GCG: Guinness mit Corned Beef und Cabbage
Seit 1996 findet das große St. Patrick’s Day Festival Jahr für Jahr in Dublin statt. Doch noch imposantere Paraden erlebst du eher in anderen Teilen der Welt, dort, wo es starke irische Auswanderergemeinden gibt. Diese Menschen nehmen ihren Feiertag äußerst ernst und würden ihn niemals missen wollen, selbst wenn sie auf dem Mars lebten.
Das ist auch Grund, warum sich der internationale Guinness-Verbrauch exakt zum 17. März fast verdreifacht. Normalerweise spülen 5,5 Millionen Pints je 24 Stunden die durstigen Kehlen dieser Welt, doch zum großen Feiertag sind es plötzlich 13 Millionen!
Zum Bier gibt es oftmals Cabbage oder Corned Beef, so richtig typisch irisch, eben. Okay, das Gericht dürfte eher eine Erfindung von irischen Einwanderern in New York sein, aber es passt hervorragend zu Guinness und zur irischen Lebensart. Allein in den USA strömen pünktlich zum grünsten aller Feiertag 900 Millionen Kilogramm Kohl in menschliche Mägen, dazu 11 Milliarden Kilogramm Beef. Da seht ihr mal, was ein einziger verrückter „irischer“ Brite alles anrichten kann!
Titelbild Credits: Photo by JillWellington, Pixabay Licence
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Stressfrei umziehen in Wien: So gelingt der Umzug ohne Chaos
Ein Umzug in Wien klingt auf den ersten Blick oft einfacher, als er tatsächlich ist. Ein paar Kartons packen, Möbel […]
Ein Hoch auf das Frau sein: Warum auch du dir ein Boudoir-Shooting gönnen solltest
Wer kennt es nicht? Man steht morgens vor dem Spiegel und statt seine individuellen Schönheit zu feiern, findet man ungefähr […]
Der achtsame Ratgeber: Praxishandbuch für eine nachhaltige Ernährung
Prof. Dr. Volkmar Nüssler führt uns tief hinein in unsere kulinarischen Strukturen und zeigt, wie heilend eine klimafreundliche Ernährung ist.
Der Nutri-Score: Wie verlässlich ist die Lebensmittel-Ampel wirklich?
Wer im Supermarkt vor den Regalen steht, greift bei der Produktauswahl immer häufiger auf eine optische Orientierungshilfe zurück: den Nutri-Score. […]
Otto will Meer: Mediterranes Flair und kulinarischer Genuss am Wiener Donaukanal
"Otto will Meer" bringt mediterranes Flair und kulinarische Highlights ins historische Otto Wagner Schützenhaus am Wiener Donaukanal.
Bella Thorne scamt OnlyFans-User: mit schweren Folgen für SexarbeiterInnen
Sie ist nicht der erste Star, der für freizügigere Inhalte auf OnlyFans ausweicht, doch das ehemaligen Disney-Sternchen Bella Thorne generierte […]








