Ein Fitnessstudio in Polen zeigt mit einer provokanten Aktion, wie absurd sich zum Teil die Maßnahmensetzung von Regierungen gestaltet. Auch in Österreich erscheinen manche Verordnungen willkürlich, vor allem in Hinblick auf Glaubensgemeinschaften. In Polen hat das Fitnesscenter mit seiner Umwidmung auf jeden Fall für Aufruhr gesorgt und zeigt damit, wie in Sachen Corona nicht selten mit zweierlei Maß gemessen wird.
In Zeiten des Coronavirus lesen sich manche Schlagzeilen wie Satire – so auch diese. Nachdem der polnische Premierminister letzte Woche weitere Maßnahmen verkündet hatte, von der aber Kirchen nicht im gleichen Maße betroffen sind, entschied sich ein Fitnessstudio kurzerhand für einen neuen Weg.
In ihrem Facebook-Post gab die Managerin des Fitnesscenters bekannt, dass die Fitnesskurse nun Teil der „Kirche des gesunden Körpers“ sind. „Der erleuchtete Olek und Czcigodna Gosia laden Sie heute zu besonderen religiösen Veranstaltungen ein.“, schreibt sie weiters. Nachdem sie nun teil einer Glaubensgemeinschaft sind, dürfen sie auch geöffnet bleiben.
Der Gesundheitsminister des Landes, Adam Niedzielski, reagierte darauf und bezeichnete solche „Regelverstöße“ wie diese als „extreme Selbstsucht“.
Wer jetzt das System ad absurdum führt – die Regierung oder das Fitnesscenter? Immerhin messen viele europäische Regierungen in ihrer Maßnahmensetzung mit zweierlei Maß. Oder sie entscheiden sich teils für willkürlich erscheinende Verordnungen. Mit den aktuellen Verordnungen zur 6-Personen-Regel hat auch die österreichische Regierung wieder für zahlreiche Fragezeichen gesorgt.
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Titelbild Credits: Shutterstock
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