State of the Union: Eheprobleme, verpackt in geniale Mini-Serie
Rosamund Pike und Chris O’Dowd brillieren als herrlich verschrobenes Paar vor der Trennung in Stephen Frears fulminant inszenierter Mini-Serie State of the Union. Drehbuchautor Nick Hornby beweist mit seinem gewitzten Sprachgefühl, wie herrlich so eine kleine zwischenmenschliche Trennung symbolisch mit dem Brexit korreliert. Und wie wunderbar verspielt man so ein Allerweltsthema, wie Trennung immer noch inszenieren kann. Auf ARTE zum Ansehen. Am besten sofort!
State of the Union: vor der Eheberatung
Ein Mann und eine Frau, ein Ehepaar, um genau zu sein, trifft sich in einem Pub, kurz vor dem Termin bei der Eheberatung. Der Dialog spitzt sich immer mehr zu. Driftet ab, auch ins Philosophische. Hat sie ihn einmal betrogen? Oder doch viermal? Weil sie ja viermal außerehelichen Sex hatte. Aber eben in nur kurzer Zeit und immer nur mit derselben Person.
Sie beharrt, einmal. Wobei der erste Ausrutscher, ein Fehler natürlich, später einfach nur dreimal wiederholt wurde. Ein mal drei ist eins. Ihre Logik macht Sinn. Irgendwie. Seine natürlich auch. Doch wann fängt ein Fehler an? Und wer ist schuld? Sie, weil sie ihn betrogen hat? Oder er, weil er ja keinen Sex mehr mit ihr wollte, und überhaupt lieber freundschaftlich dahintrotten wollte als an einer tieferen Verbindung zu arbeiten? Schwierige Frage, wenn man sich darauf einlässt.
Ist nach der Eheberatung
Und auf die Serie State of the Union sollte man sich unbedingt einlassen. Denn was sich hier in den Dialogen abspielt ist einfach nur herrlich komplex, aber auch erfrischend subtil, denn die vielleicht bevorstehende Trennung wird auch über eine Diskussion über den Brexit ausverhandelt. Irrwitzige Vergleiche entstehen. Brexit. Scheidung. Vorteile und Nachteile.
Bestseller-Autor Nick Hornby und Regisseur-Veteran Stephen Frears tun sich wieder einmal zusammen und sind so genial wie nie. State of the Union ist eine geradezu außergewöhnliche Satire über scheiternde Zweisamkeit, aber auch über Trennung Britanniens von der EU. Herrlich gewitzte Dialoge entspinnen sich und Hauptdarsteller (Chris O’Dowd) und Hauptdarstellerin (Rosamund Pike) laufen darstellerisch zur Höchstform auf.
In jeder Folge, die immer nur um die 10 Minuten dauert, lassen sie die letzte Therapiesitzung Revue passieren und zanken sich geradezu mustergültig an den Rand des ehelichen Wahnsinns. Was hier an Unterhaltung geboten wird, ist wirklich meisterhaft. Endlich einmal wieder eine Serie, eine Erzählform, die verdeutlicht, dass man für gelungene, aber auch intelligente und nachdenkwürdige Unterhaltung nicht unnötig Millionen verschwenden muss.
By the way: in der zweiten Staffel von State of the Union „duellieren“ sich Brendan Gleeson und Patricia Clarkson. Nicht minder grandios wie Staffel 1.
Titelbild © Sundance TV (Instagram Screenshot)
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Die Serie Beef auf Netflix: im Zeichen sinnloser Rache
Mit viel schwarzem Humor und fein ausgearbeiteten Hintergründen ist Beef eine der besten Netflix Serien seit langem.
Interview mit Valerie Huber: Ihre neue Single und ihr zukünftiges Projekt
Valerie Huber ist eine österreichische Schauspielerin und Sängerin. Hier erzählt sie uns von ihrer Single und den zukünftigen Projekten.
Networking in der Luxuskarosse: Warum du die No Limit Rally besuchen solltest
Bock auf Action, Luxus, Networking und unvergessliche Straßenabenteuer? Die No Limit Rally macht’s möglich!
Wie mache ich am besten Schluss: 10 Dinge, die du beachten solltest
Das Schlussmachen. Man kennt es. Es ist nicht gerade angenehm, jemanden verletzen zu müssen, den man einmal sehr geliebt hat […]
"Red‘ ma Deutsch": Sprachexperte Ali Dönmez im Interview über die neue „Hausordnung“ in Wels
„Red‘ ma deutsch“ ist eine von fünf Regeln, welche die FPÖ regierte Stadt Wels im Rahmen einer „Hausordnung“ kürzlich erlassen […]
Frauen und Drogen: Warum sie beim Konsum benachteiligt sind
Wer im Sexualunterricht aufgepasst hat, wird hier über das ein oder andere bekannte Wort stoßen. Und: Wer hin und wieder auf einen Rave geht, wird sicher schon einmal in Berührung mit Drogen gekommen sein. Was das eine mit dem anderen zu tun hat und warum Frauen davon noch mehr betroffen sind? Lest selbst…







