Eine ImmoScout24-Umfrage hat sich dafür interessiert, was uns Österreicher*innen an unseren Nachbarn am meisten nervt. Die Ergebnisse sind durchaus überraschend. Alles, was du über nervige Nachbarn immer schon wissen wolltest, findest du in diesem Artikel.
Nachbarschaft: der Untergang der Freundschaft
Zugegeben. Seit Jahrzehnten genießen Nachbarn und Nachbarinnen einen schlechten Ruf. Man weiß nicht, wann das genau passiert ist, doch Tatsache bleibt, dass die Zeiten des spontanen Anklopfens und nach Salz oder Zucker Fragens endgültig vorbei sind. Das Verhältnis zu unseren Nachbarn wird immer schlechter.
Mittlerweile kommt man lieber ohne Salz oder Zucker aus. Lieber einmal schlecht gegessen, als die Leute von gegenüber um Hilfe gebeten. Sogar die Arbeiterkammer hat letztes Jahr ein knapp 100-seitiges Dossier über Nachbarschaftsprobleme erstellt, und erklärt ganz genau, was man bei Problemen mit den A*löchern von nebenan genau machen soll.
Das muss man sich einmal vorstellen: Lieber einmal ungenießbar essen oder in Wien günstig essen gehen außer Haus, als mit den Nachbarn in Kontakt treten und eine soziale Interaktion, die über „Guten Morgen“ hinausgeht zu riskieren. Let’s get this: Manche riskieren dabei nicht einmal das Grüßen. Aber nun zur Erhebung.
Nervige Nachbarn: Lärm und Unhöflichkeit
Was den Österreicher*innen an ihren Nachbarn am meisten auf den Arsch geht, sind dabei Lärm und Unhöflichkeit. Doch stammt diese Kritik aus vielleicht nicht ganz erwartbaren Lagern. Aber dazu gleich mehr.
Ganze 44 Prozent der Befragten empfinden ihre Nachbar*innen als störend. Bedeutet auf „gut Deutsch“, dass jedem Zweiten sein oder ihr Nachbar oder Nachbarin auf den Sack geht! Für etwas mehr als ein Drittel liegt der Hauptgrund für diese Abneigung im Lärm, den diese unleidigen Nachbar*innen verursachen.
Nachbarschaftsprobleme: Unhöflich, respektlos und intolerant
Ein Viertel der Befragten kritisiert das Verhalten der Nachbar*innen als unhöflich oder respektlos, während ein Fünftel sich über deren geringe Toleranz beschwert und betont, dass sich die Nachbar*innen schon über Kleinigkeiten aufregen.
Ebenso viele monieren, dass ihre Nachbar*innen unachtsam seien, Dinge beschädigen und Unordnung hinterlassen. 13 Prozent der Teilnehmenden fühlen sich zudem in ihrer Privatsphäre gestört oder beobachtet.
Ständige Partys, häufige Besucher*innen sowie die Nutzung gemeinsamer Flächen sind für 12 Prozent ein Ärgernis. Laute oder quengelnde Kinder (13 Prozent) werden dabei als etwas störender empfunden als Haustiere (11 Prozent).
Jüngere beklagen Lärm und Partys, Ältere mangelnde Höflichkeit
Ganz spannend wird die Sache, wenn man sich den Altersvergleich ansieht. Denn da fühlen sich die unter 30-Jährigen im Schnitt am häufigsten von Lärm belästigt. Ganze 46 Prozent geben an, dass ihnen ihre Nachbarn zu laut sind. Im Vergleich dazu beschwerten sich nur 36 Prozent der Ü-30er über Lärm. Was ist los mit der Welt? Vorher waren doch es immer die „Alten“ , die sich über den Lärm der Jüngeren beschwert haben.
Ständiger Besuch bzw. Partys gehen auch 20 Prozent der über Dreißig Jährigen „auf den Arsch“. Im Vergleich dazu monieren lediglich 12 Prozent der „Alten“ über dieses Thema.
50- bis 59-Jährige ärgern sich dabei überdurchschnittlich oft über Unhöflichkeit und fehlendes Grüßen (39 Prozent vs. 24 Prozent gesamt). Wir würden einmal, sagen, wenn das das einzige Problem ist, dass du mit deinen Nachbarn hast, dann darfst du dich Glücklich schätzen.
Nervige Nachbarn: Bundesländer unterschieden sich
Die größten Aufreger gelten aber nicht für alle Bundesländer gleichermaßen. Oft gibt es sehr starke Unterschiede.
Wiener*innen ärgern sich am meisten über Mist und Beschädigung
In Wien, wo am meisten Menschen leben, möchte man annehmen, dass dort auch der Lärm, das größte Thema ist. Doch nein! Die Wiener*innen stören sich am meisten über Mist, Verunreinigung und Beschädigungen (33 Prozent), die ihre Mitmenschen hinterlassen.
Auch vor der Türe gelagerter Müll bzw. die unsachgemäße Verwendung der Mülltonnen (32 Prozent) sorgen ins Österreichs Hauptstadt für Unmut. Und da man sich auf engerem Raum auch mehr teilen muss, sorgt die Benutzung allgemeiner Flächen – etwa als Schuhablage, für Pflanzen oder Möbel – hier im Vergleich für den meisten Unmut (19 Prozent vs. 12 Prozent).
Steirer*innen feiern zu viel, in Salzburg und Kärnten fühlt man sich beobachtet
In der Steiermark fühlen sich dabei überdurchschnittlich viele, nämlich ein Viertel (vs. 12 Prozent gesamt), durch ständigen Besuch und Partys der Nachbar*innen in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt.
Salzburger*innen hingegen kämpfen überdurchschnittlich häufig damit, dass sich die Menschen in der unmittelbaren Umgebung selbst über Kleinigkeiten aufregen (41 Prozent vs. 21 Prozent gesamt). In Salzburg regt man sich somit darüber auf, dass sich andere aufregen, soso.
Somit sorgt das Aufregen in Salzburg am meisten für Aufregung. Doch damit nicht genug. Die Salzburger*innen fühlen sich auch im Österreichdurchschnitt über die Maßen beobachtet und in ihrer Privatsphäre gestört (33 Prozent vs. 13 Prozent gesamt). Ein weiterer Grund, sich über nervige Nachbarn aufzuregen.
Nervige Nachbarn: Äste, Hecken und Licht
Mit diesem Schicksal sind die Salzburger*innen jedoch nicht alleine, denn die Menschen in Kärnten beklagen diesen Umstand ebenso häufig. Und das, obwohl man in Kärnten seine Nachbarn am liebsten hat. – Vermutlich, weil diese immer noch auf Distanz bleiben und eben nur beobachten. In Oberösterreich gibt es die meisten Streitigkeiten wegen Grundstücken, in Vorarlberg zankt man sich wegen Licht.
Doch auch Grundstücksstreitigkeiten wie überhängende Äste, Heckenschneiden und Ähnliches sind in Oberösterreich für ein Fünftel ein Grund sich über die Nachbarschaft zu ärgern (vs. 9 Prozent gesamt). Vorarlberger*innen haben hingegen überdurchschnittlich oft (26 Prozent vs. 4 Prozent gesamt) Themen mit den Nachbar*innen aufgrund von Beschattung durch Bäume in der Nachbarschaft und dadurch fehlendes Licht.
Über die Studie:
Für diese ImmoScout24-Trendstudie wurden im Jänner 2024 1.000 Österreicher*innen von 18 bis 69 Jahren online repräsentativ für diese Zielgruppe befragt.
Titelbild © Shutterstock
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