Reisende denken bei Österreich zuerst an grüne Landschaften mit Bergketten, Skipisten oder den berühmten Kaiserschmarrn. Das, was das Land allerdings ausmacht, sind noch immer die alten Traditionen, die sich bis heute zeigen. Obwohl in vielen österreichischen Städten die Modernität eingekehrt ist, gibt es noch einige Gegenden, in denen die Brauchtümer besonders zum Vorschein kommen. Beim Montafon, einem Tal in Vorarlberg, handelt es sich um eine der Regionen, in der man die Traditionen des Landes zu spüren bekommt. Was das Besondere an dem Ort ist und weshalb sich ein Besuch lohnt, erläutern wir in den nachfolgenden Abschnitten.
Warum ist das Montafon so traditionell?
Bevor man sich eine Ferienwohnung im Montafon bucht, um die Gegend zu besuchen, sollte man zunächst über die Brauchtümer vor Ort Bescheid wissen. Dass sich die alten Traditionen in der Region so deutlich zeigen, liegt unter anderem an der Lage und der Landschaft. In dem fast 40 Kilometer langen Tal findet man sich inmitten von Bergketten wieder. Es gibt viele unberührte Wiesen und Bergdörfer, die abseits der (modernen) Zivilisation liegen und in denen der Alltag noch genauso geführt wird, wie es damals von den Eltern und Großeltern vorgelebt wurde. Besonders deutlich wird dies in der Maisäßlandschaft, die wir später genauer vorstellen. Wer das Tal besucht, erlebt nicht nur den perfekten Bergurlaub, sondern erfährt auch, was es heißt, im Einklang mit der Natur zu sein und alte Sitten wieder aufleben zu lassen.

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Was kann man im Montafon unternehmen?
Es gibt bestimmte Aktivitäten in dem Tal in Vorarlberg, an denen man teilnehmen kann, um den Bräuchen ein Stück weit näherzukommen. Bei diesen Unternehmungen erlebt man die Traditionen hautnah:
Funken
Beim sogenannten „Funken“ oder dem Funkenabbrennen handelt es sich um eine Tradition, die es bereits seit mehreren Jahrhunderten (seit 1090) gibt. Sie gilt als die bekannteste in der Gegend und begeistert nicht nur Reisende, sondern auch die Ortsansässigen jedes Jahr aufs Neue. Das Ereignis findet am Sonntag nach dem Aschermittwoch statt und soll die „Dämonen des Winters“ vertreiben. Dazu wird von den Funkenbauern ein Holzturm (Funken) mit Funkenhexe errichtet, der an dem Tag vor den Augen der Besucher entzündet wird.
Sonnwende
Auch bei diesem Brauchtum handelt es sich um eine Tradition, die bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht. Sie findet ebenfalls nur einmal im Jahr statt – und zwar, wenn sich der längste Tag und die kürzeste Nacht ereignen. Um die Sonnwende zu feiern, werden in den Gemeinden des Tals Bergfeuer entzündet. Auch wenn man sich nicht direkt vor Ort befindet, kann man die Feuer von Weitem beobachten.
Maisäßlandschaft
Die Maisäßlandschaft sollte auf der Liste eines jeden Besuchers stehen. Man kann in dem Gebiet, in dem sich die Maisäß befinden, nicht nur unzählige Wanderwege erkunden, sondern sieht dabei auch die Montafoner Steinschafe oder das Vieh der Bergbauern, das über den Sommer auf die Alpe getrieben wird. Am Bartholomäberg, der aufgrund der vielen Sonnenstunden auch als Sonnenbalkon bezeichnet wird, gibt es noch eine besondere Veranstaltung. Bei der Vorführung „Altes Handwerk“ stellen Facharbeiter:innen aus der Region einige der alten Handwerkskünste vor.
Sura Kees
Ein kulinarisches Erlebnis darf in der Gegend natürlich auch nicht fehlen. In Vorarlberg steht nicht der Kaiserschmarrn, sondern der Käse an einer Stelle. Beim Sura Kees, wie er ursprünglich bezeichnet wird, handelt es sich um einen Sauerkäse, der direkt im Montafon händisch erzeugt wird. Der Käse zeichnet sich nicht nur durch seinen Geschmack aus, sondern steht für eine der ältesten Brauchtümer des Tals. Obwohl die Produktion an die heutigen Standards angeglichen wurde, sind viele Schritte zur Herstellung auch heute noch wie vor einigen Jahrhunderten.
Heimatmuseum
Ein Besuch im Heimatmuseum in Schruns lohnt sich. Das Museum gibt es bereits seit dem Jahr 1906. Es spiegelt aus diesem Grund einen großen Teil der Geschichte des Tals wider und zählt noch dazu zu den ältesten in der gesamten Alpenregion.
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