And Just Like That, Nachfolger der Kultserie Sex and the City, eröffnet die Staffel 2. Fans werden begeistert sein. Trotz nostalgischen Facetten fehlt es diesmal nicht so sehr an dem, was das Original ausgemacht hat.
Von Sex and the City zu And Just Like That
Sex and the City ist Kult und Seriengeschichte zugleich. Klar kommt man in Film und Fernsehen schwer ohne Kritik aus. Trotz fehlender Kapitalismuskritik und fehlender feministischer Grundaspekte, hat es das Original geschafft in die Historie einzugehen. Die 1990er und die 2000er sind ohne Serien wie Friends, Seinfeld, aber unter anderem auch ohne Sex and the City nicht zu denken.
Was folgte waren zwei Kinofilme, der eine mehr, der andere weniger erträglich. Kostüme, Ausstattung, Designerroben und vor allem Schuhe haben dem Inhalt den Rang abgelaufen. Germany’s Next Topmodel lässt grüßen. Oder welche Next Topmodel-Ablage auch immer. Viel modischer Glanz, immer weniger Inhalt. Man trübte in immer seichteren Gewässern.
Ageshaming, Non-Binarität, Tod und Trauer
Kritiker*innen können sagen, was sie wollen, mit And Just Like That Staffel Eins wollte man wieder mehr Inhalt liefern und auf die Filmkritiken eingehen. Sex and the City-Mastermind Michael Patrick King wäre nicht der geniale Geist, der er ist, würde er gesellschaftliche Phänomene unbeachtet lassen.
So ging man in der Folgeserie – mehr oder weniger gelungen – auf alle möglichen Ereignisse ein (Ageshaming, Non-Binarität, den Tod, Trauer usw.). Natürlich immer im Blick, die Vergangenheit des Originals, was das Ganze erzählerisch über Wasser halten sollte. Was bei dem allen fehlte, war jedoch das, was Sex and the City auszeichnete: Flotte Dialoge, Spaß und vor allem Sex. Ach ja, und Publikumsliebling Kim Cattrall war auch nicht mehr dabei.
And Just Like That Staffel 2: Back to good
Eines vorweg: Kim Cattrall ist auch in And Just Like That Staffel 2 nicht wirklich dabei. Dafür hat man durch einen inhaltlichen Richtungswechsel jedoch wieder Kurs Richtung Spaß, Sex und geschmeidiger, rhetorischer Intermezzi aufgenommen. Die Trauer über Bigs Tod ist mehr oder weniger verschwunden und es darf wieder feuchtfröhlich agiert werden.
Natürlich immer in den Gefilden ökonomischer Erhabenheit, wo die größten Probleme gesellschaftlich nicht wirklich relevant sind, aber so aufgeblasen werden, als wären sie es. Willkommen in der ersten Welt. Aber so what!? Als wäre Sex and the City jemals etwas anderes gewesen als das drollige Treiben der Oberschicht.
And Just Like That Staffel 2: ein Fazit
Es ist herrlich zu beobachten, wie mit der Kritik an Staffel Eins wirklich gearbeitet wurde und man die Frauen zu einem überzeugenderen Gespann zusammenführen konnte. Seema (Sarita Choudhury) ist ein akzeptabler Samantha Ersatz. Nya (Karen Pittman) und Lisa (Nicole Ari Parker) fügen sich gut ins Ensemble ein, so dass man auch an deren Lebensgeschichten interessiert ist.
Die Nebenrollen (Sara Ramírez und der immer großartige Mario Cantone, aber auch der Rest) punkten mit großartiger Schauspielkunst. Vor allem die Dialoge sprühen geradezu vor lauter Witz. Die Anknüpfpunkte – in Form von Figuren aus dem Original (Sex and the City) – wurden hervorragend gewählt. Deren Auftauchen fühlt sich organisch an und eben nicht gezwungen.
Dennoch scheint es so, dass man die Vergangenheit auch in der eventuell nächsten Staffel nicht loslassen wird können. Zu groß ist der Schatten des Kults, zu waghalsig scheint der Aufbruch in die nächste Ära. Aber auch diesbezüglich wird Michael Patrick King mit Sicherheit so einige großartige Ideen in Petto haben, sollte das Nostalgie-Gewühle einmal vollkommen abgelutscht sein. Und bis dahin ist ja noch Zeit And Just Like That Staffel 2 so richtig zu genießen. Näher kam man seit dem Ende von Sex and the City 2004 nicht mehr an diese Kultserie heran.
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