MILF: eine Bezeichnung für attraktive, reife Frauen. Vollständig ausgesprochen „Mother, I’d like to f*ck“ klingt es nicht unbedingt weniger sexistisch. Deshalb möchte eine Frau bitte nicht so genannt werden. Oder vielleicht doch? Eine Spurensuche, warum dieses vermeintliche „Kompliment“ vielleicht doch nicht ganz so abwertend ist und was MILFs daraus mitnehmen können.
Die ersten Berührungspunkte mit dem Wort
Zunächst, ich bin tatsächlich sehr offen für ehrliche und charmante Komplimente. Egal, ob es meine Persönlichkeit oder mein Aussehen betrifft. Ich bin seit gefühlt 100 Jahren „weg vom Markt“ und Mutter eines Kleinkindes. Ich würde aber lügen, wenn ich behaupte, mich erfreuen nur Komplimente meines eigenen Mannes. Wenn die Komplimente dann auch noch von Frauen kommen, dann kann man tatsächlich sagen, dass „women support women“ nicht nur ein leerer Hashtag ist.

Das erste Mal wurde ich von einer Bekannten in einem Club als MILF bezeichnet. Meine Frage, ob dies ein Kompliment sei, bejahte sie. Ich bedankte mich brav, ein seltsames Gefühl blieb. Das zweite Mal war ich mit meinem Sohn auf einer beliebten Einkaufsstraße unterwegs, als mir eine Gruppe vorbeikommender Jugendlicher dieses Wort sozusagen „hinrotzte“. Fand ich jetzt nicht so super. Vor allem, weil mein Sohn fragte, was das bedeutet. Als „mum of the year“ ignorierte ich ihn und bin bis dato heilfroh, dass er diesen Begriff nicht in seinen Wortschatz aufgenommen und in den Kindergarten mitgenommen hat.
MILF: Woher kommt dieser Begriff eigentlich?
Der Ausdruck MILF entsprang 1990 dem amerikanischen Slang. Zunächst wurde er in der Pornoindustrie verwendet und erreichte 1999 mit der amerikanischen Teenie-Komödie American Pie Kultstatus und wurde in die Jugendsprache aufgenommen. Als Stifler’s Mom wurde Jennifer Coolidge sozusagen die „Ober-MILF“ ganzer Generationen weltweit und diesen Status wird sie wohl auch nie wieder los.
Aber warum empfinde ich (und vermutlich der Großteil der Mütter) die Bezeichnung MILF als dermaßen grindig und abwertend? Zuallererst, weil es abwertend ist. Man wird als reines Sexobjekt degradiert und ich bin dann bitteschön doch mehr als das. Ich mag auch nicht auf „Mutter“ reduziert werden, ich bin nämlich trotz eines wunderbaren Kindes noch immer und weiterhin eine Frau. Und als diese möchte ich auch betrachtet werden, mit all ihren Facetten.
Sexy „trotz“ Familie und Kinder
Die Pornoplattform Pornhub zeigt, dass Tabuthemen ganz weit oben der meistgesuchten Begriffe sind – darunter eben auch die MILF. Um dem ganzen einmal etwas Positives abzugewinnen: es zeigt, dass es weniger Jugendwahn in dieser Branche gibt und nicht nur die „jungen, knackigen“ Körper gefragt sind.
Wobei ich mich dennoch frage, ob die „klassische“ Porno-MILF wie eine „klassische“ Spielplatz-Mama ausschaut. Als MILF bezeichnet man außerdem eine Frau zwischen 40 und 50, die sexuell aktiv und sich ihrer selbst bewusst ist – klingt eigentlich gar nicht so schlecht.
„Frauen altern nicht, sie milfen“
Ja, es gibt mittlerweile auch ein Verb dazu und es hat zwei Bedeutungen:
- Man hat oder hatte Sex mit einer MILF.
- Es bezeichnet die Entwicklung einer älteren Frau zu einer MILF, meist in Verbindung mit Kosmetik, Sport und gesunder Ernährung
MILF: Warum so negativ?
Im ersten Moment erscheint es, dass man als MILF als reines Sexobjekt dargestellt wird. Aber schauen wir uns mal an, wie eine MILF aussieht: äußerst attraktiv, gepflegt und knackig. Das ist natürlich wahnsinnig oberflächlich, aber eine MILF ist auch – wie bereits erwähnt – selbstbewusst und hat eine dementsprechende Ausstrahlung und Haltung sich selbst und ihrer Umwelt gegenüber. Was ist eigentlich daran falsch, wenn man sich als Mutter weiterhin pflegt und auf sich und den Körper achtet?
Nichts. Und das Gleiche gilt übrigens auch für die lieben Väter. Zwischen dem täglichen Familienchaos und dem Arbeitsstress ist es doch schön und auch gesund, wenn man sich um sich selbst kümmert und attraktiv für den*die Partner*in und vor allem für sich selbst bleibt. Die sexuelle Anziehungskraft geht nach vielen, vielen Jahren Ehe oder Beziehung nicht verloren und/oder das Feuer wird neu entfacht. Und wenn es Mama und Papa gut geht, dann geht’s auch den Kindern gut.
Abschließend kann ich für mich sagen: Wer hot ist, ist hot. Egal ob jung oder alt. Egal ob Mama, Papa, Single oder whatever. „Labels“ wie eben zum Beispiel MILF lasse ich mir weiterhin ungern aufdrücken, versuche es aber zukünftig mit einem Schmunzeln als Kompliment anzunehmen.
Titelbild © Shutterstock
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