Narzisstische Menschen haben so gesehen keine wirklichen Freundschaften, die emotionale Investitionen erfordern. Sie haben aber eine Bekanntschaft, welche diese oft vorbehaltlos unterstützt. Fatal für Opfer toxischer Beziehungen. Wir haben drei Anhängerschaften gefunden, über die du Bescheid wissen solltest. Fanclubs, Flying Monkey und Enabler.
Der Fanclub des Narzissten
Narzisstische Menschen, vor allem verdeckt-narzisstische Menschen, können durchaus recht beliebt sein. Oft haben sie sogar regelrechte Fanclubs um sich geschart, die vorbehaltlos und begeistert deren Grandiosität bestätigen. Sie beliefern den narzisstischen Menschen mit dem nötigen Supply: Bewunderung und Applaus.
Da sie jedoch nie so nah an diesen herankommen, wie zum Beispiel das unmittelbare Opfer toxischer Beziehungen, hat der Fanclub, im Gegensatz zu diesem, nie einen Blick hinter die Maske werfen können, die er da so vorbehaltlos anbetet wie ein Götzenbild. Diese unwissende und naive Begeisterung für die Täter kann die Opfer zuweilen ganz schön gaslighten.
Flying Monkeys – narzisstische Hilfskräfte
Fans und andere Personen, die den narzisstischen Menschen anhimmeln bis zum Gehtnichtmehr und schamlos Werbung in dessen Sache betreiben (oft auch dem Opfer nahestehende wie zum Beispiel Freunde und Familienmitglieder), können unwissend zu narzisstischen Hilfskräften werden. Diese bezeichnet man im Allgemeinen als Flying Monkeys.
Diese sogenannten „fliegenden Affen“ (benannt nach dem Zauberer von Oz) kommen vor allem bei potenziellen oder schon stattgefundenen Trennungen zum Einsatz. Die Flying Monkeys werden von den Täter*innen nicht selten instrumentalisiert, um das Täter-Opfer-Verhältnis umzukehren. Ganz schlimm vor allem, wenn Kinder involviert sind und der eine narzisstische Elternteil diese gegen den anderen aufhetzt.
Eine narzisstische Eigenschaft, die vor allem bei den Flying Monkeys zum Zug kommt, ist das Lästern. Dieses stellt sogenannte Triangulierungen her, Dreiecksbeziehungen, die es ermöglichen, sich über andere zu erheben, indem diese klein gemacht werden. Eine überaus fruchtbare, narzisstische Kombination.
Enabler – ermöglichen Narzissmus
Doch Fanclub und Flying Monkeys sind nur die Spitze des Eisbergs. Narzissmus käme in Familienkonstellation, aber vor allem in größeren Dimensionen wie Wirtschaft und Politik nicht so unaufhaltsam zum Vorschein, wenn es keine Enabler gäbe, welche diesen so ungebremst zulassen.
Diese Enabler wählen nicht nur zweifelhafte Präsidenten, sondern sie verharmlosen Vergehen wie sexuelle Belästigung, Rassismus und bevorzugen im allgemeinen narzisstische Tugenden. Auch in unserem engsten Umfeld begegnen wir vielen Menschen, die vorbehaltlos unterstützen, was Opfern von Narzissmus angetan wird.
Angefangen von der gesellschaftlichen Ungleichheit, die hingenommen wird und gegen die nichts getan wird. Wie zum Beispiel die politische Bevorzugung der Reichen (aka. Steuervergünstigungen, nicht geahnte Steuerflucht usw.).
Enabler –Vasallen der narzisstischen Gesellschaft
Enabler handeln aus unterschiedlichsten Gründen. Aus Unwissenheit. Um die eigene Machtposition zu bewahren. Weil eigene Wunden verdrängt und verharmlost wurden und sie nicht daran erinnert werden wollen. Oder aus einem zutiefst naiven Menschenbild heraus, dass in allem und jedem nur das Gute sehen will.
Vor allem diese toxische Positivität führt dazu, dass zerstörerische Kräfte nicht erkannt werden, Gaslighting betrieben wird und Missbrauch zugelassen wird. Im Mikrokosmos Privatleben begegnen einem diese Enabler oder Flying Monkeys oftmals in der Trennungsphase und betreiben Gaslighting und Schuldzuweisungen, um das Opfer davon zu überzeugen, dass dieses an allem Schuld ist und den Täter oder die Täterin niemals verlassen hätte dürfen.
Nicht wenige Opfer knicken unter diesem Dauerbeschuss der narzisstischen Gefolgschaft wieder ein und kehren in die Höhle des Löwen zurück. Begegnungen und Kontakte zu diesen narzisstischen Trabanten sollten unter allen Umständen abgebrochen werden.
Titelbild © Shutterstock
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