Die B-Vitamine gehören zu den wasserlöslichen Vitaminen und spielen eine zentrale Rolle im menschlichen Stoffwechsel. Anders als fettlösliche Vitamine kann der Körper sie nur in begrenztem Maße speichern, weshalb eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung notwendig ist.
Insgesamt umfasst die Gruppe acht verschiedene Vitamine, die zwar chemisch unterschiedlich aufgebaut sind, aber häufig in denselben Lebensmitteln vorkommen und im Körper eng zusammenarbeiten.
Die acht Mitglieder der B-Vitamin-Familie
Zur Gruppe der B-Vitamine zählen Thiamin (B1), Riboflavin (B2), Niacin (B3), Pantothensäure (B5), Pyridoxin (B6), Biotin (B7), Folsäure (B9) und Cobalamin (B12). Die Nummerierung erscheint auf den ersten Blick lückenhaft, was historische Gründe hat: Einige Substanzen, die ursprünglich als B-Vitamine galten, wurden später als nicht-essenziell eingestuft oder anderen Stoffgruppen zugeordnet.
Ein Vitamin B Komplex als Nahrungsergänzungsmittel enthält in der Regel alle acht Vertreter dieser Vitamingruppe. Die einzelnen B-Vitamine erfüllen jeweils spezifische Aufgaben im Organismus, wobei sie oft als Coenzyme fungieren und damit an zahlreichen biochemischen Reaktionen beteiligt sind.
Vorkommen in Lebensmitteln
B-Vitamine finden sich in einer Vielzahl von Nahrungsmitteln, wobei die Verteilung je nach Vitamin unterschiedlich ausfällt. Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen gelten als gute pflanzliche Quellen für viele B-Vitamine. Auch Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte liefern nennenswerte Mengen.
Eine Besonderheit stellt Vitamin B12 dar, das in relevanten Mengen fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, sollten daher auf eine ausreichende Versorgung achten und gegebenenfalls Rücksprache mit einer Fachperson halten.
Grünes Blattgemüse wie Spinat oder Brokkoli enthält besonders viel Folsäure. Da dieses Vitamin hitzeempfindlich ist, kann schonende Zubereitung dazu beitragen, den Gehalt im Essen zu erhalten. Generell sind B-Vitamine wasserlöslich, weshalb lange Garzeiten in viel Wasser zu Verlusten führen können.
Bedarf und Versorgungssituation
Der tägliche Bedarf an B-Vitaminen variiert je nach Alter, Geschlecht und Lebenssituation. Schwangere und Stillende haben beispielsweise einen erhöhten Bedarf an Folsäure. Auch ältere Menschen, Personen mit bestimmten Erkrankungen oder Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren, können einen veränderten Bedarf aufweisen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung veröffentlicht Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, die als Orientierung dienen können. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung deckt bei den meisten Menschen den Bedarf an B-Vitaminen.
Wer unsicher ist, ob die eigene Versorgung ausreicht, kann dies ärztlich abklären lassen. Blutwerte geben Aufschluss über den individuellen Status und ermöglichen eine fundierte Einschätzung.
Besonderheiten der wasserlöslichen Vitamine
Da B-Vitamine wasserlöslich sind, scheidet der Körper überschüssige Mengen in der Regel über die Nieren aus. Eine Speicherung findet nur eingeschränkt statt, mit Ausnahme von Vitamin B12, das die Leber über längere Zeit speichern kann.
Diese Eigenschaft bedeutet einerseits, dass eine regelmäßige Zufuhr sinnvoll ist. Andererseits ist eine Überdosierung über normale Lebensmittel praktisch nicht möglich. Bei hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln kann dies jedoch anders aussehen, weshalb die empfohlenen Verzehrmengen beachtet werden sollten.
Fazit
Die acht B-Vitamine bilden eine wichtige Nährstoffgruppe, die der Körper für zahlreiche Stoffwechselprozesse benötigt. Eine vielseitige Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse, Hülsenfrüchten und – sofern gewünscht – tierischen Produkten kann zur Versorgung beitragen.
Bei Fragen zur individuellen Nährstoffversorgung empfiehlt sich ein Gespräch mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsfachkraft. Diese können den persönlichen Bedarf einschätzen und bei Bedarf entsprechende Empfehlungen aussprechen.
Titelbild © Shutterstock
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