Wer kennt sie nicht, die Snooze-Funktion am Smartphone. Viele morgendliche Aufwachroutinen kommen ohne gar nicht mehr aus. Wir stellen den Wecker auf 7:00 Uhr, wohlwissend, dass wir jedoch noch ein paar Mal alle 10 Minuten auf snooze drücken werden, um noch etwas nachzumützen. Kennt ihr? Macht ihr? Dann macht ihr einen Fehler. Denn zu viel Snoozen ist ungesund.
Snooze up your life!
Unter Snoozen versteht man das kurzzeitige Unterbrechen des Weckers bzw. der Weckfunktion am Smartphone, um noch einige Minuten (neun, wenn man es genau nimmt) weiter zu schlummern, bevor der Wecker dann wieder zu hören ist und man dann endgültig aufsteht. Für viele Menschen beginnt der Morgen gleich mit wiederholtem Snoozen. Dass das jedoch ungesund ist, darüber sind sich Expertinnen und Experten mittlerweile leider einig geworden.
Die Geschichte des Nachmützens
Erfunden wurde die Snooze-Funktion übrigens bereits in den 1950er Jahren in den USA. Dort kam 1956 der Wecker 7H241 auf den Markt. Ein ganz normaler (mechanischer) Wecker eigentlich. Doch oben auf seinem Gehäuse war eine Snooze-Taste angebracht.
Das Konzept war dasselbe wie heute. Drückte man diese Taste, konnte man den Schlaf um zehn Minuten „verlängern“, bevor der Wecker erneut losbrüllte. Damals wie heute wurden diese „10 Minuten“ jedoch nie erreicht. Warum, weiß keiner so genau. Doch es blieb bei neun Minuten und einigen zerquetschten Sekunden.
Snoozen 4.0 – nachmützen heute
An die voreingestellten neun Minuten beim Snoozen von heute muss man sich aber keineswegs halten. Es ist nichts leichter, als die gewünschte Snooze-Zeit nach den eigenen Wünschen einzustellen. Und es ist keine Schande zuzugeben, dass wir diese Funktion einfach lieben. Anstatt gleich aufzustehen, verlängern wir den Aufwachprozess einfach ein wenig. Manchmal gibt es nichts Schöneres als das. Und in der Tat nehmen wir für gewöhnlich an, dass wir uns etwas Gutes tun, wenn wir uns mithilfe der Snooze-Funktion immer wieder „10 extra Minuten“ Schlaf erschnorren.
Doch Schlaf-Expert halten rein gar nichts von dieser Funktion. Allen voran Dr. Michael Breus Ph.D. Auf TikTok besser bekannt als @thesleepdoctor, versucht er mit seinen Videos den Menschen zu helfen, besseren Schlaf zu bekommen.
In einem seiner jüngeren Post geht es ums Snoozen und der Schlaf-Doktor stellt klar, dass wir zu lange im Bett bleiben. Und dass die Snooze-Funktion alles andere als hilfreich und gesund ist, einen guten Schlaf zu bekommen. Warum? Weil in der Zeit bis zum erneuten Schrillen des Weckers – den himmlischen neun Minuten des Dahindösens – das Gehirn nicht mehr in den Tiefschlaf zurückfinden kann. Da es ja alle neun Minuten dabei unterbrochen wird. Bedeutet, dass man ermüdet aufwacht, anstatt frisch, munter und ausgeruht. Denn genau das ist das Resultat eines unterbrochenen und fragmentierten Schlafens.
Snoozen – schädlich für die Gesundheit
Und der TikTok-Doc hat natürlich recht. Snoozen soll sich tatsächlich schädlich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken, da sind sich die Schlafexperten und -expertinnen einig. Denn wer nach dem ersten Klingeln wiederholt auf die Snooze-Taste drückt, um noch kurz etwas weiter zu mützen, der bringt durch diesen permanenten Wechsel zwischen Aufwachen und Wieder-Einschlafen seine innere Uhr aus dem Gleichgewicht.
Das Wieder-Einschlafen beim Snoozen sorgt für eine erneute Melatonin-Produktion im Körper. Während dieser jedoch auch alle neun Minuten – durch den Wecker – wieder in Alarmbereitschaft versetzt wird und dabei massenweise Adrenalin ausschüttet. Somit kommt es zu einem ungünstigen Wechselspiel aus künstlicher Erregung und kurzzeitiger Entspannung.
Verwirrspiel für unseren Körper
Dieser verkrüppelte Schlafrhythmus, der sich aus diesem Wechselspiel aus Snoozen und Weckens manifestiert, ist alles andere als natürlich. Und – viele kapieren es sicher – auf die Dauer auch ungesund. Denn irgendwann weiß das Gehirn nicht mehr, ob es nun müde oder wach sein soll. Für Betroffene bedeutet das, dass sie sich am Tag häufiger abgeschlagen, müde und antriebslos fühlen, während es in der Nacht zu Schlafstörungen kommt.
Viele greifen auf die Snooze-Funktion zurück, weil sie zu wenig Schlaf bekommen und so glauben, noch ein wenig mehr Energie für den Tag tanken zu können. Doch diese Rechnung geht nicht auf. Das Einzige, das hilft ist: am Abend früher ins Bett zu gehen, um so auf eine ausreichende Schlafdauer zu kommen.
Fazit
Wenn ihr schlichtweg zu müde seid, um euch unmittelbar nach dem Wecker aus dem Bett zu erheben, dann habt ihr vermutlich ein Schlafproblem. Und dagegen wird euch auch die Snooze-Funktion nicht helfen können. Denn hinter der Unfähigkeit, morgens direkt und problemlos aufzustehen, steckt meist ein chronischer Schlafmangel.
Gründe dafür kann es viele geben. Zum Großteil ist aber vermutlich eure regelmäßige und übertriebene Nutzung von elektronischen Geräten der Grund für eure Schlafprobleme. Durch das blaue Licht – welches von den Bildschirmen abgegeben wird – kommt es nämlich zu einer Hemmung der Melatonin-Produktion. Diese sorgt jedoch dafür, dass ihr müde werdet und schlafen könnt. Fehlt es an Melatonin, kann dies zu Schlafstörungen, Einschlafproblemen und sogar zu (chronischem) Schlafmangel führen.
Was man dagegen tun kann? Der Experte Robert Rosenberg schlägt vor, mindestens 90 Minuten vor dem Zubettgehen keine elektronischen Geräte mehr zu verwenden. Und vielleicht sollte man darauf hören. Denn laut einer Studie der Donau Universität Krems leiden 18 Prozent der Österreicher:innen an Schlafstörungen. Vor Corona waren es nur sieben Prozent. Und sollte euch der Tipp des Experten nicht helfen, so haben wir auch diesbezüglich eine WARDA-Liste für euch: Unsere 10 Tipps gegen Schlafstörungen. Na dann: Gute Nacht!
Titelbild © Shutterstock
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