Marilyn Monroe soll einen IQ von 168 gehabt haben. Ihr Intelligenzquotient lag über Einsteins und auch über dem, von Stephen Hawking. Interessant, nicht? Was wirklich interessant ist, ist die Tatsache, dass Monroe als „dumme Blondine“ bekannt wurde. Marilyn war weder blond – ihr Agent wollte, dass sie sich die Haare färbt um bessere Chancen auf Filmrollen zu haben – noch dumm.
Dennoch ist sie das Sinnbild oder auch die Mutter der Rolle des dummen Blondchens. Sie war politisch engagiert und sogar Teil der „Afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung“, doch irgendwie fiel es der Gesellschaft schwer, sie als multidimensionalen Menschen zu sehen. Monroe blieb kein Einzelfall. Auch heutzutage findet man immer wieder Frauen, die sich kleiner machen, als sie eigentlich sind. Warum?
Paris Hilton sagte in ihrer im September erschienen Doku folgendes: „The real me is actually someone who is brilliant and not a dumb blonde. I`m just really good at pretending to be one.“ (Anm. d. Red. „Das echte Ich ist eigentlich jemand Brillantes und nicht eine dumme Blondine. Ich bin nur ziemlich gut darin so zu tun, als wäre ich eine.“)
Auch über ihre BFF Kim Kardashian kann man sagen was man will, dumm ist sie auf garkeinen Fall. Kim K. Ist vielmehr eine kalkulierte Businessfrau, welche ein Imperium auf Basis eines Sextapes geschaffen hat. Kim K. hat vor allem in den Anfängen ihrer Karriere sehr auf das Image des „hohlen Püppchens“ gesetzt und auch heutzutage wird sie diese Rolle trotz Jurastudiums und ihren erfolgreichen Businessmoves (Shape Wear, Make Up Linie) nicht los.
Entweder oder?
Es hat den Anschein als könnte eine Frau entweder attraktiv oder intelligent sein. Sobald eine Frau zu sehr mit ihren Reizen spielt und sich in einem gewissen Licht präsentiert, kann sie in der Gesellschaft nicht mehr ernst genommen werden. Dass Frauen multidimensional sein können, ist leider keine Option. Wie könnte eine Frau intelligent UND attraktiv sein?
Man nehme das Beispiel Pamela Anderson: Anderson`s bekannteste Rolle war in der Kultserie „Baywatch“. Die meisten Menschen denken vermutlich an eine Blondine in einem knappen Bikini und großen Brüsten, wenn sie den Namen hören. Was wenige wissen: Pamelas gesamte Familie ist Teil des Hochbegabtenvereins „Mensa“, für den man mindestens einen IQ von 130 nachweisen muss.
Zwei Theorien über Frauen, die sich „dumm“ stellen
Eine Begründung dafür, warum Frauen sich in der Gegenwart von Männern dümmer stellen als sie sind, könnten biologische Prädispositionen sein. Diese besagen, dass Männer die Rolle des dominanten Parts in der Beziehung anstreben. Manche Männer brauchen das Gefühl, gebraucht zu werden. Das „stärkere“ Geschlecht fühlt eine Verpflichtung gegenüber dem „schwächeren“ Geschlecht. Die Rolle des Versorgers und Beschützers ist schon seit der Steinzeit dem männlichen Part der Beziehung zugeschrieben.
Die zweite Theorie ist etwas komplexer. Sie besagt, dass manche Frauen sich dumm stellen, um Männer in Sicherheit zu wiegen. Es geht darum, das männliche Ego zu streicheln und den Mann im Glauben zu lassen, er wäre der, der die Überhand hat, während die Frau die Fäden zieht.
Weiters behaupten auch einige Frauen, dass sie sich hilfloser stellen, als sie sind, um ihrem Freund oder Mann das Gefühl zu geben, gebraucht zu werden. Sie bauen ihren Mann sozusagen auf indem sie sich dumm stellen und ihm die Rolle des Retters zuschreiben.
Warum ist das Ganze problematisch?
Ein gutes Beispiel ist auch das Cool Girl, das lieber die Augen vor der Realität verschließt, als einen Mann für sein Fehlverhalten zu konfrontieren. Man denke zurück an die frühen 2000 als „Sex And The City“ im TV lief und jeder Carrie sein wollte. Niemand wollte die Miranda im Freundeskreis sein.
Doch schaut man sich Miranda etwas näher an, könnte man vielleicht die ein oder andere Sache von ihr lernen. Miranda macht sich selbst nicht kleiner um anderen nicht auf den Schlips zu treten. „I want to enjoy my success not apologize for it.“, (Anm. d. Red. „Ich möchte meinen Erfolg genießen und mich nicht dafür entschuldigen müssen.“) betont sie immer wieder.
Als Frau kann es schnell passieren, dass man die eigene Wertschätzung und das Potenzial, das man besitzt, für eine Beziehung verleugnet oder komplett aus dem Fenster wirft. Jahrelang wurde dem weiblichen Geschlecht eingetrichtert, es müsse sich für die Familie aufopfern. Und wenn man keine Familie will? Dann gilt man als herzlose karrieregeile Bitch. Dagegen klingt „dumm und hübsch“ schon fast wie ein Kompliment.
Die Angst vor Zurückweisung
Sich dumm zu stellen kann aber auch eine Art Schutzmechanismus sein. Frauen wird oftmals eingeredet, sie seien zu kompliziert oder ihre Ansprüche seien zu hoch. Die Angst vor Zurückweisung ist manchmal so groß, dass man keine andere Option sieht als sich anzupassen. Man fängt an sich zurückzuhalten, um den Mann nicht zu verscheuchen. Man redet seine Erfolge klein oder hört lieber zu, anstatt von eigenen Karriereplänen zu berichten. Denn es ist wichtiger jemanden zu gefallen, als sich selbst zu gefallen, nicht? Das lernt man schon als kleines Mädchen.
Niemand würde einem Mann raten, sich beim ersten Date zurückzuhalten, um sein Gegenüber nicht einzuschüchtern. Als Frau bekommt man Ratschläge wie, „Red` nicht zu viel und vor allem red` nicht zu viel über komplizierte Themen. Red` nicht über Politisches oder Wirtschaftliches. Red` nicht über deine Karriere und deine Erfolge. Alles was über die Grenze des Belanglosen hinausgeht verschreckt ihn nur.“
Und vielleicht ist genau das der springende Punkt. Vielleicht sollten Frauen mehr über ihre politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Meinungen reden. Vielleicht sollten Frauen ihre schulischen und beruflichen Erfolge wie ein Abzeichen stolz präsentieren. Und vielleicht sollten Frauen sich an Diskussionen beteiligen können, ohne Angst davor zu haben, dass man nicht ernst genommen wird.
Denn die Wahrheit ist, dass kein Mann mit einem gesunden Selbstwert ein Problem damit hätte, eine ambitionierte, intelligente und erfolgreiche Frau an seiner Seite zu haben.
Titelbild Credits: Shutterstock
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Clemens J. Setz: Von Schwurblern und Nazis
Georg-Büchner-Preisträger Clemens J. Setz gelingt mit seinem neuen Roman Monde vor der Landung ein satirisches wie literarisches Meisterwerk.
Markennamen: 6 Funfacts die du noch nicht kennst
Markennamen verstecken oftmals unerwartete, kreative Geschichten hinter ihrer Gründung. Wir haben für dich hier ein paar zusammengetragen.
Hauttyp erkennen: Welcher Hauttyp bin ich?
Welcher Hauttyp bin ich? Den eigenen Hauttyp zu erkennen ist ein wichtiger Schritt zur richtigen Pflege deiner Haut.
Entspannt Reisen: die 10 LGBTQIA* freundlichsten Länder weltweit
In LGBTQIA* freundlichste Länder reist man gerne und unterstützt sie - auch als heterosexuelles Paar. Denn gerade die Vielfalt und Toleranz macht uns aus. Nicht nur im Urlaub.
Toxic Positivity: Optimismus heißt, auch mal scheiße drauf zu sein
Optimismus hilft in vielen Lebenslagen, aber er hat auch seine Grenzen. Dann nämlich, wenn er negative Emotionen gänzlich verdrängt und […]
Die FIRE-Bewegung: Rente und finanzielle Freiheit mit Vierzig?
Mit 40 Jahren in Rente? Die FIRE-Bewegung ist vor allem für die jüngeren Generationen ein Vorbild. Was steckt hinter dem Trend?







