ORF „Newcomerin of the Year“ Nika mit neuer Single „Okay Ciao“
Nika konnte als Newcomerin dieses Jahr bereits einen Preis des ORF für sich beanspruchen. Nachdem es die 24-jährige Exil-Vorarlbergerin von Österreich in die Hip-Hop und Rap Hauptstadt Berlin verschlagen hat, startete sie damals als 19-Jährige mit einer interessanten Soundkombination durch. Einige Tracks gemeinsam mit ihrem Partner D.A.R.I.O später sowie eine EP-Veröffentlichung mit ihrer Crew „9Ts Clique“ , präsentiert sie nun mit „Okay Ciao“ eine neue Single, in der sie Message und Gefühl mit dem Slang der Jugendsprache vermengt. Nika zeigt auf „Okay Ciao“ einen legeren und einfühlsamen Zugang inklusive einer wichtigen Message.
Auf der melodischen und einprägsamen Produktion schwingt Nika dabei zwischen musikalischer Raffinesse und der Botschaft des Songs. Bereits beim Titel knüpft die Rapperin und Sängerin an den Jugendslang ihrer Generation an und verknüpft die Phrase „Okay Ciao“ in ihrem Track weiter zu einem Statement. Der künstlerische Bogen zeigt dabei eine Ambivalenz zwischen Darbietung und Inhalt. Man möchte erfahren, wohin die künstlerische Reise der ORF „Newcomerin of the Year“ Nika noch so führt. Dafür bin ich für euch in den künstlerischen Mikrokosmos der jungen Künstlerin eingetaucht.
Der „Okay Ciao“ – Moment
Der Titel des Songs ist dabei eine Anspielung auf eine Phrase der neuen Generation: „Okay Ciao“. Die Zugänglichkeit für das Publikum ist niederschwellig gestaltet. Denn jede*r von uns hatte wohl schon mal den „Okay Ciao“- Moment. Einen Punkt, an dem man sich denkt: „Ich bin fertig …“oder „Ich bin fertig mit dir …“. Jedoch passt der Ausspruch auch auf eine Situation, die einen überfordert. Ebenso typisch für Momente, welche sich perfekt mit einem Augenrollen kommentieren lassen.

Was hier auf den ersten Eindruck melodisch und sanft klingt, ist aber auch ein ernstes und gesellschaftlich durchaus relevantes Thema. Denn Nika spricht auf ihrer Single „Okay Ciao“ unter andrem über psychische Gesundheit bei jungen Menschen und Sexismus. Wie geht man am besten mit den Herausforderungen einer Leistungsgesellschaft um, in der jede Blaupause nur wie Bullshit wirkt?
ORF Preis für Newcomerin Nika
Bereits dieses Jahr wurde Nika als ORF „Newcomerin of the Year“ gekürt. Dabei konnte sie den „Sound@V“-Musik-Awards des ORF Vorarlberg für sich beanspruchen. Gegen vier weitere nominierte Newcomer*innen hat sie sich dafür durchgesetzt. Im Sommer wurden die Gewinner*innen des Preises gekürt. Es gab Trophäen und ein Preisgeld.
Den Gewiner*innen wurde damit ein solides Fundament für ihr weiteres künstlerisches Schaffen mitgegeben. Nika sichert sich dadurch als Newcomerin einerseits die professionelle Bestätigung der Expertenjury, aber ebenso Aufmerksamkeit für sich als Künstlerin und ihre Musik. Ihrem anfänglichen Soundbild ist die Wahl-Berlinerin bis jetzt treu geblieben. Die Art der Betonungen sowie der sanfte Rap, welcher die Brücke zum Sprechgesang spannt, sind dabei eingängig, einfühlsam, aber auch charakteristisch markant.

Nika präsentiert soliden Befindlichkeits-Rap einer neuen Generation. Dabei spielen Soundästhetik, das Feeling und der Vibe eine mindestens genauso wichtige Rolle wie Themenwahl, Inhalt und Delivery. Image wird dabei als dehnbarer Begriff verstanden. Das Gesamtbild und die Ästhetik, die Nika dabei anstrebt, sind für eine Newcomerin schon sehr solide.
Denn obwohl die Musikerin noch keine lange Diskografie vorzuweisen hat, lassen sich bereits jetzt in ihren Tracks prägnante Alleinstellungsmerkmale feststellen. Zum Beispiel die Mischung aus Gesang, Sprechgesang und gerappten Parts. So wie die eben erwähnten markanten Betonungen.
Nika mit Weavy Vibes
Musikalisch nimmt uns die Produktion auf eine sphärische Reise mit. Mit allgemein gehaltenen Beschreibungen ihre Gefühlswelt steigt die Rapperin Nika sanft auf den Beat ein. Delivery und Inhalt sorgen dabei für einen einheitlichen Guss. Die beschreibenden Elemente begleiten uns durchgehend auf „Okay Ciao“. Fragen sowie Unsicherheiten und emotionale Herausforderungen werden dabei benannt. Ebenso wird der studentische Alltag autobiografisch in das Erzählnarrativ eingeflochten.
Nika meint selbst dazu: „Es ist wichtig für die eigene mentale Gesundheit Grenzen zu setzen und gerade als Frau ist das auch ein großes Thema. Was lasse ich mir gefallen? Kämpfe ich gegen Vorurteile an? Ignoriere ich die ganzen Hater, mache weiter oder ziehe ich mich zurück? Manchmal brauche ich beides, meinen Safe Space und meine Herausforderungen. ‚Okay Ciao‘ hat dieses Auf und Ab für mich gut zusammengefasst.“
Nach der Weavey gehaltenen Hook steigt Nika mit Gesellschaftskritik in die zweite Strophe ein. Dabei wird eine selbstkritische und zugleich reflektiert erfrischende Art besungen. Dabei spielt die Wechselwirkung, unter denen sie als Künstlerin und junge Frau steht, eine entscheidende Rolle.
Nika bleibt dabei ihrem nachdenklichen und zugleich melodisch eingängigen Sound auf „Okay Ciao“ treu. Das Wechseln der Ebenen zwischen der Gefühlswelt in der introspektive und Begebenheiten sowie Einflüsse von außen zeigt uns Hörer*innen verschiedene Facetten von ihr. Man erfährt etwas über sie und möchte noch mehr herausfinden.
In dem Sinne kann man nur offen, dass Nika in Zukunft ihren Output beibehält und uns weitere Nummern aus ihrem künstlerischen Universum kredenzt. Bis es dann hoffentlich mit dem ersehnten Debütalbum so weit ist. Für Freunde von einfühlsamen und eingängigen Rap-Balladen ist der neue Track von Nika „Okay Ciao“ eine absolute Empfehlung.
Titelbild © Nika
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