Die Haare der Europäer und Europäerinnen wurden einem Pestizid-Check unterzogen. Ernüchterndes Ergebnis: Jede dritte Person hat Pestizide in den Haaren. Was man dagegen tun kann? Biologische Ernährung.
30 Pestizide bei jeder dritten Haarprobe
Im Rahmen einer europäischen Untersuchung konnten insgesamt 30 Pestizide bei jeder dritten Haarprobe nachgewiesen werden. 300 Haare aus ganz Europa wurden dabei für einen Pestizid-Check auf 30 in der EU zugelassene Pflanzenschutzmittel untersucht.
Erschreckend: Ein Nachweis von Rückständen von einem der 17 Herbizide, elf Fungiziden und zweier Insektizide gelang zumindest bei fast jeder dritten getesteten Person, berichtet die Umwelt-NGO „Pesticide Action Network Europe“ (PAN) im EU Pesticide Atlas 2022.
Nur die Spitze des Pestizid-haufens in den Haaren
Noch erschreckender dabei: Die NGO wies explizit darauf hin, dass die 30 besagten Wirkstoffe nur ein kleiner Bruchteil der in Europa insgesamt 455 derzeit zugelassenen Pestizide ausmacht. Bedeutet (auf gut Deutsch): Die Haare wurden nur auf die 30 besagten Wirkstoffe getestet.
Währen diese jedoch auf alle 455 Wirkstoffe getestet worden, wer weiß, wie hoch dann der Haarbefall ausgefallen wäre. Gute Nachricht: Die 30 untersuchten Stoffe wurden aufgrund Verwendungshäufigkeit und potenziellen Toxizität für die Gesundheit und Umwelt ausgewählt. Beduetet, die restlichen Wirkstoffe, die man finden hätte können, wären ohnehin nicht so toxisch gewesen wie die 30 getesteten – wen auch immer diese Tatsache auch beruhigen sollte.
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Tebuconazol – fortpflanzungsgefährdend und gefährlich
Das Fungizid Tebuconazol konnte in 7,3 Prozent der Proben nachgewiesen werden. Somit ist es das am zweithäufigsten nachgewiesene Pestizid. Die Substanz steht im Verdacht, fortpflanzungsgefährdend zu sein. Möglicherweise stört es das Hormonsystem und kann vermeintlich zur Entstehung von Leberkrebs beitragen.
Es gehört zu den zwölf giftigen Pestiziden, die laut von PAN Europe sofort verboten werden sollten. Tebuconazol findet dabei nicht nur Anwendung als Pestizid, sondern findet sich auch in Holzschutzmitteln.
Sechs weitere giftige Pestizide
Darüber hinaus konnten sechs weitere, überaus giftige Pestizide in den Haaren nachgewiesen werden. Weitere häufig gefundene Pestizide waren Prosulfocarb (Herbizid) und Acetamiprid (neonicotinoides Insektizid). Die 300 Proben stammen aus 14 verschiedenen EU-Ländern sowie der Schweiz. Drei Proben stammen dabei aus Österreich.
Für alle, die es interessiert: Glyphosat wurde bei dieser Auswertung nicht berücksichtigt, da es eine andere Prüfmethode erfordert. Bummer für Landwirt*innen und Landarbeiter*innen: Bei ihnen konnten Pestizidrückstände in den Haaren am häufigsten festgestellt werden: 43,5 Prozent, diese sind den Wirkstoffen am häufigsten ausgesetzt.
Bio-Ernährung ist zu empfehlen
Gute Nachricht gibt es für all jene, die im Supermarkt lieber auf Bio-Produkten zurückgreifen. Diese weisen eine 20-fach niedrigere Pestizidkonzentration auf als alle anderen Ernährungsgruppen.
Pestizide gelangen nicht nur über die Nahrung in unsere Körper, sondern auch aufgrund des „Abdrift“ – über die Atemluft. Ein Umstieg auf eine 100 Prozent biologische Landwirtschaft wäre da wohl ein Schritt in die richtige Richtung.
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