Wissenschaft ist oft mühsame Kleinarbeit im Labor. Doch manchmal reicht Theorie nicht aus – dann muss der eigene Körper als Versuchskaninchen herhalten. Von tödlichen Bakterien-Cocktails bis hin zu LSD-Trips auf dem Fahrrad: Diese Selbstversuche sind absolut wahnsinnig.
Hier sind die vier mutigsten (und verrücktesten) Forscher der Geschichte:
1. Max von Pettenkofer: Der Cholera-Cocktail
Ende des 19. Jahrhunderts glaubte Robert Koch, dass Bakterien allein Krankheiten auslösen. Der Münchner Hygieniker Max von Pettenkofer hielt das für Quatsch und wettete dagegen. Um seinen Punkt zu beweisen, ließ er sich eine Phiole voller lebender Cholerabakterien schicken und trank sie vor Zeugen aus.
- Das Ergebnis: Er bekam nur leichten Durchfall, starb aber nicht. Pettenkofer fühlte sich bestätigt, auch wenn er heute als Glückspilz gilt, der wohl eine Teilimmunität besaß. Mehr zu seinem riskanten Drink gibt’s hier.
2. Joseph Goldberger: Die „Schmutz-Partys“ gegen Pellagra
Anfang des 20. Jahrhunderts dachten alle, die Krankheit Pellagra sei ansteckend. Joseph Goldberger war sicher: Es liegt an der Ernährung. Um die Ansteckungstheorie zu begraben, veranstaltete er „Filth Parties“. Er, seine Frau und seine Assistenten schluckten Pillen aus dem Schorf, Urin und Kot von Erkrankten.
- Das Ergebnis: Keiner wurde krank. Goldberger bewies, dass Vitaminmangel die Ursache war, und rettete Millionen Menschen das Leben. Die ganze, eklige Story.
3. Albert Hofmann: Der erste Fahrradtrip der Welt
Der Basler Chemiker Albert Hofmann entdeckte LSD eher zufällig. Am 19. April 1943 beschloss er den ersten geplanten Selbstversuch mit 250 Mikrogramm der Substanz. Was folgte, ging als „Bicycle Day“ in die Geschichte ein: Eine halluzinogene Heimfahrt auf dem Fahrrad, bei der die Nachbarin zur bösartigen Hexe wurde und die Möbel tanzten.
- Das Ergebnis: Hofmann überlebte unbeschadet und öffnete die Tür zur Erforschung der Psychedelika. Hier mehr zu der Entdeckung
4. Daniel Carrión: Ein Opfer für die Medizin
Der wohl tragischste Fall: Der peruanische Medizinstudent Daniel Carrión wollte 1885 beweisen, dass das „Oroya-Fieber“ und die „Verruga Peruana“ (eine Warzenkrankheit) dieselbe Ursache haben. Er impfte sich selbst mit dem Blut aus einer Warze eines Patienten.
- Das Ergebnis: Er entwickelte das tödliche Oroya-Fieber und dokumentierte seine Symptome bis zu seinem Tod. Er bewies seine Theorie mit seinem Leben und wird heute in Peru als Nationalheld gefeiert. Hier geht’s zum tragischen Dossier.
Titelbild © Shutterstock
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