Von den Wurzeln des Phänomens Antisemitismus hin zur heutigen Zeit, wo trotz der Holocaust-Gräueltaten die Judenfeindlichkeit nach wie vor viele Erscheinungsformen hat. Die gut recherchierte, vierteilige Doku von Autor und Regisseur Jonathan Hayoun und Co-Autorin Judith Cohen Solal zeichnet eine Geschichte voller antijüdischer Gewalt, Anfeindung und Ausgrenzung. Mit dem Resultat, dass sich in Wirklichkeit nichts geändert hat – umso mehr braucht es Aufklärung und Bewusstsein.
Bereits bekannt durch den Film „Rettet Ausschwitz“ tritt der Franzose Jonathan Hayoun nun mit einem Vierteiler in Arte auf – zu sehen in der ARTE-Mediathek. 2000 Jahre Geschichte – eine unbequeme. Die Frage nach dem Beginn des Anitsemitismus führt durch die Anfänge in Alexandria, das erste Pogrom in Granada, die Kreuzzüge, über die erste „Judennase“ in der christlichen Malerei, Judenhass als politisches Werkzeug, bis hin zum Klischee des „reichen, wuchertreibenden Juden“.
Glaubt man doch, mit dem Höhepunkt des Holocaust wäre es getan, erfasst die Dokumentation auch die heutige Zeit. Verdeckter Antisemistismus, aber auch lauter, stehen an der Tagesordnung. Mit dem Verschwinden der Zeitzeugen einer grausamen Zeit schleicht es sich wieder ein. Spannend. Aufschlussreich. Erschreckend. Allen voran sehenswert. Deshalb empfehlen wir ganz klar „Eine Geschichte des Anitsemitismus„.
Titelbild © Effervescence Productions
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