In China finden derzeit die größten Demonstrationen seit Jahrzehnten statt. Tausende Chinesinnen und Chinesen demonstrieren gegen die Corona-Politik, die strengen Lockdowns, aber auch gegen die kommunistische Partei. Vermehrt wird auch Staatspräsident Xi Jinping zum Rücktritt aufgefordert. Um diesen Protesten Einhalt zu gebieten, ließ sich der chinesische Staatsapparat nun etwas ganz Skurriles einfallen: Bots spammen die sozialen Medien mit Sex-Anzeigen, um die Demonstrationen nicht mehr werden zu lassen.
Das Undenkbare passiert
Undenkbar, was in China gerade passiert – für das chinesische Regime zumindest. Bewohner*innen durchbrechen die Umzäunungen ihrer gesperrten Wohnanlagen. Menschen protestieren gegen die chinesische Zensur (halten weiße Blätter hoch). In Wuhan reißt man sogar ganze Barrikaden ein.
On Top wird sogar der chinesische Staatspräsident, der unantastbare Xi Jinping aufs schärfste kritisiert. Und das, obwohl er sich im Oktober parteilich noch die absolute Macht hat sichern können und sich zum dritten Mal zum Herrscher krönen ließ. „Nieder mit der kommunistischen Regierung, nieder mit Xi!“, hörte man unter den Demonstrierenden zum Beispiel in Shanghai. Der autoritäre Staat reagierte ganz klassisch mit Verhaftungen und Polizeigewalt. Ließ sich aber zusätzlich dazu noch etwas ganz Skurriles einfallen, um die Demonstrationen nicht mehr werden zu lassen.
Chinese bots are flooding Twitter with *escort ads*, possibly to make it more difficult for Chinese users to access information about the mass protests. Some of these acts have been dormant for years, only to become active yesterday after protests broke out in China. for example: pic.twitter.com/QRYLQu09Pq
— Mengyu Dong (@dong_mengyu) November 27, 2022
Proteste mit Sex-Anzeigen-Spam unterdrücken
Im Brennpunkt der chinesischen Regierung natürlich die sozialen Medien. Auf den landeseigenen Social Media (wie zum Beispiel Weibo) ist die Zensur natürlich kein großes Problem. Bei westlichen Anbietern wie zum Beispiel Twitter jedoch schon. Wir erinnern uns, auch der chinesische Aktivist und Künstler Ai Weiwei hat mithilfe von Twitter so einiges bewirken können.
Um den unliebsamen Protesten Einhalt zu gebieten, greift der chinesische Staatsapparat auf Twitter daher auf Bots zurück, welche Musks soziales Medium (in China zumindest) mit Anzeigen für Escort-Damen spammen. Wer sich also für Demonstrationen in seiner Stadt oder Gegend interessiert und danach sucht, findet online keine Informationen darüber. Alles, was dort zu sehen ist, ist eine Flut leicht bekleideter Frauen, die ihre Dienste anbieten. Beiträge zu den Protesten sollen darin untergehen, so die Idee der chinesischen Regierung.
Can @elonmusk explain why top search results for these Chinese cities are all escort ads? There have been active protests in these cities and people inside China are coming to Twitter to see what the government has censored. pic.twitter.com/tXQhL2Aoxy
— Wenhao (@ThisIsWenhao) November 27, 2022
Titelbild © Wenhao @ThisIsWenhao (on Twitter) – Screenshot
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Bereits im Fokus der Kritik: Kronen Zeitung legt weiter nach
Jetzt ist schon wieder was passiert – als wäre die Live-Berichterstattung von Krone und oe24 zum Attentat nicht schon genug […]
Alkohol während der Schwangerschaft: Verharmlosung, hohe Quoten und Gefahren
Ein Glas Wein am Tag ist doch in Ordnung. Solche und andere Mythen, die den Alkoholkonsum während der Schwangerschaft verharmlosen […]
Wer ist Erin Carter? Diese Frage muss die Netflix-Serie nicht wirklich beantworten
Derzeit stark in den Top 10 auf Netflix vertreten ist die Netflix-Serie "Wer ist Erin Carter". Ob die Serie wirklich gut ist?
Verstärkt Geld den Egoismus?
Geld verdirbt den Charakter? Studienergebnisse untermauern den Spruch und zeigen, wie Geld unsere Gesellschaft spaltet!
Streamerinnen für pornografische Deepfakes missbraucht
Streamerinnen werden für pornografische Deepfakes missbraucht. Große Twitch Streamerinnen wie QTCinderella und Maya Higa zählen zu den Opfern.
Der verkaufte Feminismus: von politischer Bewegung zu profitablem Label
Mit Hypes ist das immer so eine Sache. Es ist ihnen nicht zu trauen. Und genau das macht die etablierte […]







