Business is booming. Frau als auch Mann waren noch nie so modebegeistert und drauf und dran ihre Persönlichkeit durch Kleidung auszudrücken wie heute. Dass in der Branche nicht alles richtig läuft, haben wir euch hier schon berichtet. Weshalb aber eine so feminine Welt wirtschaftlich so stark maskulin dominiert wird, hat andere Gründe.
Wie sieht es am Modemarkt überhaupt aus?
Modeschulen als auch -universitäten werden zu 80% von Frauen besucht. Im Handel sind die Zahlen nicht eklatant anders: 75% aller Angestellten in der Bekleidungsbranche sind weiblich. Statistiken belegen, dass Frauen eindeutig mehr kaufen als Männer. Über 80% aller Käufe im Modehandel werden von Frauen getätigt.
Wieso aber sind in einer bei Frauen so beliebter Branche fast alle „Big Player“ Männer? Wenn wir alleine die populärsten Designermarken herunterbrechen – Gucci, Saint Laurent, Prada und Louis Vuitton – stehen an der Spitze jeweils Männer.
Kurzgesagt haben Männer, wie in jeder anderen Branche, mehr Chancen als Frauen. Nicht mal 13% aller Modeunternehmen, die auf der Fortune 1000 Liste gereiht sind, werden von Frauen geführt.
Warum das überraschend ist? In der Raumfahrindustrie zum Beispiel sind es 20%. Dass das nicht nur ein sozialer Schwachpunkt ist, belegen Studien der University of Arizona und des Peterson Institute of International Economics: Die Profitabilität eines Unternehmens steigt erheblich, werden weibliche Führungskräfte eingesetzt.
Männer in Führungspositionen
Es ist eigentlich wie bei Stolz & Vorurteil. Diversity & Vielfalt werden bis dato in kaum einer Branche eingehalten, ernstgenommen oder gemäß vertreten. Männer wollen zum Großteil nicht von Frauen geführt werden, zumindest im Job.
Konzerne wissen das auch und handeln so im Interesse ihrer Angestellten. Bemühungen um einen weiblichen CEO sind oft genauso erfolgreich, wie eine Pferdestaffel bei der Polizei. Unbewusste Vorurteile halten den Wandel auf. Eigentlich ist es Männern eh wurscht, insgeheim macht Mann sich aber Sorgen um den weiblichen Chef.
Emanzipation ist also oft nur auf dem Papier vorhanden, praktisch passiert kaum was. Unternehmen bemühen sich wenig bis gar nicht, um die bereits vorhandenen Teile der Gleichberechtigung zu verbessern, da sie ja eigentlich eh schon existiert – aber nur in der akademischen Debatte, weniger in der realen Welt.
Bestimmte Regelungen sind auf keinen Fall verkehrt, es ist aber weniger geil wegen einer Frauenquote als wegen tatsächlichen Skills eingestellt zu werden. Bevor also Frauen nicht zu 100% ernstgenommen, als Konkurrentin oder Kollegin im Job gesehen werden und trotz aller Vorurteile gleiche Chancen haben, wird sich nicht viel ändern.
Vorurteile in der Modebranche
Frauen im Modebusiness sind Shopaholics, Männer im Modebusiness sind schwul – fuck off. Wir leben im 21. Jahrhundert und wirtschaftlich betrachtet ist die Modebranche ein ähnlicher Goldesel wie der Finanzsektor.
Ob man sich als Künstler im Design profiliert, sagt zum einen nichts über Sexualität und zum anderen nichts über das Kaufverhalten aus. Justin O’Shea zum Beispiel, ehemaliger Buying-Director von Mytheresa.com, aktuell Chef Designer seiner eigenen Modelinie SSS World Corp ist alles andere als homosexuell. Was sagt das also über ihn aus? Er ist kreativ, begabt und hat Bock das zu tun, was er will – nimm dir ein Beispiel!
Ein weiteres Vorurteil: Mode ist reine Frauensache. Dazu muss nicht mehr viel gesagt werden. Einfach die Absätze oben nochmal lesen.
Titelbild Credits: Shutterstock
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