„Arielle, die Meerjungfrau“ – Realverfilmung: Zwischen Begeisterung und Rassismus
Disneys neue Realverfilmung von „Arielle, die Meerjungfrau“ begeistert viele junge Mädchen – vor allem weil die Hauptdarstellerin des Filmes nicht weiß, sondern schwarz ist. Doch die Entscheidung, Arielle von der dunkelhäutigen Sängerin und Schauspielerin Halle Bailey verkörpern zu lassen, sorgt auch vermehrt für Kritik und Hass im Netz.
Rote Haare, halb Mensch und halb Fisch – Arielle ist wohl eine der berühmtesten Disney Charaktere. Die Zeichentrick-Vorlage, die bereits 1989 veröffentlicht wurde, soll im Mai 2023 als Realverfilmung in die Kinos kommen. Nun wurde der Trailer dazu veröffentlicht.
„Arielle, die Meerjungfrau“-Trailer begeistert schwarze Mädchen
Vor allem auf TikTok kursieren gerade zahlreiche Videos, in denen Eltern die Reaktionen ihrer schwarzen Kinder auf den Trailer festhalten, welche in vielen Märchenverfilmungen und Kindergeschichten keine Protagonist:innen sehen, die so aussehen wie sie.
@callmedarii That’s why representation matters! We can’t wait to watch this ❤️ #fyp #littlemermaid #disney
„She’s black?“, fragt ein Mädchen in einem Video ungläubig und ruft dann ein fröhliches „Yay!“ aus. Ein anderes Video zeigt ein dreijähriges Mädchen, welches sich vor Begeisterung aufrichtet, als sie die schwarze Arielle im Trailer erblickt. „I think she is brown“ und „Brown Ariel is cute“, sagt sie in dem Video und strahlt über das ganze Gesicht. „That is Ariel? That is her? That’s the real her?“, fragt ein anderes Mädchen enthusiastisch und ist sichtlich schwer begeistert von Halle Bailey als Arielle.
@preciousavery I love this for my 3 years old 🤎 #littlemermaid #toddlersoftiktok #hallebailey #girlpower
Repräsentation ist wichtig
Solch bewegende Ausschnitte zeigen, wie wichtig es ist, dass sich schwarze Kinder in Geschichten repräsentiert fühlen. Disney setzt mit der Besetzung einen wichtigen Schritt für eine stärkere Repräsentation und Inklusion der BPOC-Community.
In der Vergangenheit wurden im Fernsehen negative Rollen häufig mit schwarzen Charakteren besetzt – wenn es diese denn überhaupt gab. Eine positiv besetzte Hauptrolle, mit der sich schwarze Kinder identifizieren können, ist demnach unglaublich wertvoll. Dies beweisen auch die strahlenden Gesichter der jungen Mädchen in den Videos.
— Lai💔 (@normanination4) September 11, 2022
Kritik an der schwarzen Arielle
Schon als Disney 2019 verkündete, dass die schwarze Schauspielerin Halle Bailey in der Realverfilmung Arielle verkörpert, hagelte es verstärkt Kritik. Unter dem Hashtag #NotMyAriel oder #NichtMeineArielle sammeln sich zahlreiche, teilweise auch rassistische Kommentare von Menschen, die ihre Empörung über die Besetzung kundtaten. Nicht wirklich überraschend also, dass sich die Realverfilmung auch zur Veröffentlichung des Trailers erneut mit einer Welle des Rassismus konfrontiert sieht.
Absurde Argumente, etwa dass Arielle unter Wasser leben würde und deshalb aufgrund der wenigen UV-Strahlen gar nicht dunkelhäutig sein könnte, werden dabei genannt. Auch auf ihre dänische Herkunft wird verwiesen, weshalb sie in der Verfilmung nur weiße Haut und rote Haare haben könne. Die frei erschaffene Fantasiefigur hätte demnach eine feste Nationalität verpasst bekommen und könnte in jeder neuen Version ausschließlich weiß sein.
Dabei gab es bereits in der Fernsehserie „Arielle, die Meerjungfrau“ eine schwarze Meerjungfrau. Diese hieß Gabriella und verkörperte in der Serie eine Freundin von Arielle. Auch dies zeigt wieder, dass Meerjungfrauen nun mal frei erfundene Kreaturen sind, die nicht real sind und deswegen auch keinen wissenschaftlichen Fakten und Eigenschaften unterliegen müssen.
Schwarze Arielle ist komplett unrealistisch, im Gegensatz zu singenden Krabben, sprechenden Fischen, einem Unterwasserkönig dessen Dreizack Blitze schießt, Stürme verursacht, Unwetter auslöst…
und GOTTVERDAMMTEN MEERJUNGFRAUEN!
— Jasmina Kuhnke (@ebonyplusirony) September 12, 2022
Titelbild © Screenshot Trailer Arielle, die Meerjungfrau (2o22)
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Überdosis statt Therapie: 2 Mütter erzählen über das tragische Ende ihrer Söhne
Stoff vom Arzt? Suchtgifthandel im großen Stil. Zwei Mütter, deren Söhne durch Ärztehand an den Folgen ihrer Drogensucht starben, erzählen ihre Geschichte.
Worauf Männer beim Flirten wirklich achten sollten
Du fragst dich, warum du heute Abend wieder leer ausgehst und pornhub die meistgeklickte Seite in deinem Browserverlauf ist? Du willst endlich auch mal der coole Typ sein, der schon vor der Sperrstunde mit der Hübschen an der Bar heimgeht? Du landest permanent in der Friendzone und bekommst einfach keine Frauen ab? Na, dann hab ich ein paar Tipps für dich!
Digital Detox - mit digitaler Entschlackung gegen digitale Demenz?
Knapp 90% der ÖsterreicherInnen ab 14 Jahren nutzen das Internet. 93% der NutzerInnen kommen ausschließlich über Suchmaschinen auf gewünschte Informationen. Durchschnittlich verbringen Menschen zweieinhalb Stunden täglich an ihren Handys. Alle zwölf Minuten wird zu den Smartphones gegriffen und entsperrt werden die Geräte rund 80 Mal am Tag. Klingt doch, als hätten wir alles im Griff!
Vaping-Trend: Was steckt dahinter?
Immer mehr Menschen vapen. Doch warum tun sie das und warum hat sich inzwischen ein ganzer Trend herausgebildet?
Winnie Puuh Tag: Warum der honigsüchtige Bär plötzlich im Horrorfilm metzelt
Hand aufs Herz: Wer den gelben Bären mit dem roten T-Shirt nicht kennt, hat seine Kindheit unter einem Stein verbracht. […]
The Good Mothers: Das Leben als Frau in der Mafia
In der Serie The Good Mothers wird die abgelutschte Mafia-Story endlich aus weiblicher Sicht erzählt. Sehenswert.







