Autobiographie von Deutschlands bester Schachspielerin – das inoffizielle Buch zur Netflix-Serie The Queen’s Gambit
Seit der Netflix-Hit-Serie The Queen’s Gambit hat der König unter den strategischen Brettspielen – aka Schach – einen kometenhaften Aufschwung erfahren. Passend dazu, möchte man meinen, hat Elisabeth Pähtz, deutsche Ausnahme-Schachspielerin, eine Art Autobiografie geschrieben. Im Hinblick auf die Netflix-Serie bietet diese sehr interessanten Einblicke in das wirkliche Leben einer Schachgroßmeisterin.
The Queen’s Gambit oder Schach auf der Überholspur
Netflix hatte in den letzten Jahren so einige, extrem erfolgreiche Filme und Serien. Unter anderem Squid Game, Hellbound, The Irishmen und Co. Doch den größten Impact all dieser Hits, hatte wohl zweifelsohne die Mini-Serie The Queen’s Gambit (Das Damengambit).
Die Story ist recht simpel: Ein Waisenkind entdeckt in sich den Schach-Spirit, und battlet sich in einer, von Männern dominierten Welt, an die Spitze des Schacholymp. Was uns Netflix als Ausnahmestory verkauft, von der man annimmt, sie komme im real life nicht vor, liest sich im Grunde wie die Lebensgeschichte (natürlich mit Abweichungen, klar!) der deutschen Schachspielerin Elisabeth Pähtz.
Schachspielerin und Westend-Autorin Elisabeth Pähtz – „Wir sind eine Spezies mit Eigenarten“https://t.co/wonsLjkKDr pic.twitter.com/WPHthETqHo
— Westend Verlag (@WestendVerlag) October 20, 2022
Elisabeth Pähtz und das inoffizielle Buch zur Netflix-Serie
In ihrem Buch Wer den vorletzten Fehler macht, gewinnt gewährt uns Elisabeth Pähtz tiefe Einblicke, nicht nur in ihr Leben, sondern auch in das Geheimnis, wie sich taktische Finessen des Brettspiels auf das Leben ummünzen lassen. Weiters erzählt die Schachgroßmeisterin, wie sie sich als Frau in einer noch immer recht männerdominierten Schachwelt durchgesetzt hat und weiterhin unermüdlich für mehr Gleichberechtigung kämpft. Sie erklärt, wie man mit Niederlagen umzugehen hat und vor allem, dass man darin eben keine Niederlagen sehen soll, sondern Chancen sich selbst (seine Technik) zu verbessern. Zugegeben, ein abgelutschter Kalenderspruch. Doch in Kombination mit dem Schachspiel durchaus interessant.
Vor allem die Einblicke in die Schachwelt sind spannend und die Einsicht, wie es hinter den Kulissen abgeht. Denn die Serie kennen wir, wie es im echten Leben mit dem Schachspielen läuft jedoch nicht. Auch Pähtz ernüchternde Erfahrung als Frau in einer männerdominierten Welt lesen sich extrem enttäuschend.
Was kann das Buch von Elisabeth Pähtz?
Als nicht Schachspieler*in kann man sich gut vorstellen, dass das Schreiben einer solchen Autobiografie durchaus recht schwierig ist. Vor allem die Balance zwischen dem Spiel selbst und dem Leben ist schwer zu finden. Pähtz versucht in ihrem Buch eine Gratwanderung, die leider nicht immer gelingt. Im letzten Drittel des Buches erklärt sie anhand von konkreten Schachspielbeispielen ihre Entwicklung und gibt praktische Tipps fürs Spiel. Das ist vermutlich interessant und sogar recht aufschlussreich für Schachspieler*innen, für nicht am Spiel interessierte erweisen sich diese Seiten bedauerlicherweise als durchaus zäh und ja, uninteressant. Was schade ist, klar. Doch erfordern die taktischen Erklärungen ein vertiefendes Interesse an dem Denksport, den vermutlich nicht jede*r aufbringen möchte.
Die Stärke des Buches – für Leser*innen, die nicht konkret am Spiel interessiert sind — liegen vor allem in der ersten Hälfte des Buches. Dort schildert Elisabeth Pähtz ihren Werdegang und geht auch auf geschlechterspezifische Ungleichheiten ein, erklärt für das Schachspiel diverse Spielstile und Taktiken (auf einer für alle verständlichen Ebene). Ab dann kommt es ungünstigerweise zum name dropping aus der Schachwelt (bzw. eine Aufzählung ihrer Freundinnen), was außenstehende vielleicht nicht so ganz interessiert.
Das Buch ist eine Mischung aus Autobiografie, Ratgeber und Schachspielguide. Eine Mischung, von der man sagen kann, dass für alle etwas dabei ist, aber rundum zufrieden wird wohl keiner mit dem Buch werden.
Titelbild © Paulina Hildesheim / Westend Verlag
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Magic Truffles: Was steckt hinter den psychodelischen Zauberwurzeln?
Trotz zahlreicher Verbote boomt der Drogenmarkt – auch in Form von Scams wie im Fall „Natural Store„. Nun soll es […]
Reality-TV-Serie 90 DAY FIANCÉ – wahre Liebe oder bahnbrechende Blödheit?
Wenn ein Sender namens TLC - The Learning Channel - eine Reality TV Show namens "In 90 Tagen zum Altar" produziert, in der es um Aufenthaltsvisa und vermeintliche Liebe geht, fragen wir uns natürlich, was wir daraus lernen sollen. Hier geben wir euch Einblicke in eine Show, die man gesehen haben sollte, aber sich danach trotzdem fragt, warum man sie sich angesehen hat. Also, was lernen wir daraus?
Einige der erstaunlichen Fakten über Kamagra
Kamagra wird als Mittel gegen erektile Dysfunktion (ED) verkauft. Es wird in Indien hergestellt und oft rezeptfrei online verkauft. Viele […]
Gemeinsam statt einsam: Wie Co-Living unser urbanes Zusammenleben verändert
Wohnen wird immer teurer. Bereits jetzt klagen viele über die steigenden Mietkosten. Auf der Suche nach Möglichkeiten, um diese zu […]
Welche Events bereichern dein Wochenende?
Das Wochenende naht und viele Menschen in Österreich fragen sich, wie sie ihre Freizeit am besten verbringen können. Von kulturellen […]
Frühlingsgefühle: Warum wir jetzt alle (biologisch gesehen) ein bisschen durchdrehen
Endlich! Die dicke Pufferjacket wandert in die hinterste Ecke des Schranks, die Sonnenbrille wird zum Dauer-Accessoire und plötzlich sieht im […]








