Gewalt – insbesondere gegen Frauen – ist nach wie vor ein Problem. Eine globale Pandemie birgt hierbei zusätzliche Gefahren, die oft in den Hintergrund rücken. Was, wenn man 24 Stunden am Tag zusammen mit seinem Missbrauchstäter eingesperrt ist? Was, wenn der Kontakt zur restlichen Welt überwacht und eingeschränkt wird? Was, wenn die Situation unerträglich ist, aber ein Ausweg unmöglich scheint? Die coronabedingte Isolation von der Außenwelt stellt für Opfer ein massives Problem dar.
Doch auch ohne globale Pandemie sind Geheimcodes wie diese nicht nur praktisch, sondern vielleicht sogar lebensrettend.
Simple Zeichen, große Wirkung – häusliche Gewalt zeigen
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Das „Violence at Home Signal for Help“, also das „Signal für Hilfe bei häuslicher Gewalt“, soll es Betroffenen ermöglichen, nach Hilfe zu fragen, ohne sich in Gefahr zu begeben. Erstmals vorgestellt wurde es von der Canadian Women’s Foundation. Mittlerweile haben über 40 Organisationen quer durch Kanada und der USA das Zeichen als wichtiges Hilfsmittel gegen häusliche Gewalt anerkannt.
Wie das Signal funktioniert:
Es ist denkbar einfach. Die Hand wird aufgemacht und der Daumen auf die Innenseite der Handfläche gelegt. Dann werden die Finger über dem Daumen zusammengeklappt.
By Josh Burleton – Own work, CC BY-SA 4.0, Link
Wie das in der praktischen Anwendung aussehen kann, seht ihr hier:
Was zu tun ist, wenn du diese Zeichen siehst
Den lautlosen Hilfeschrei zu erkennen ist wichtig. Die richtige Reaktion darauf ist fast noch wichtiger. Die Betroffenen sollten durch falsche Handlungsweisen nicht noch mehr in Gefahr gebracht werden. Ruhe zu bewahren ist dabei der erste Schritt.
Hier ein paar Wege, wie man Hilfe anbieten kann:
Rufe die Person an und stelle Fragen, die mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können.
„Möchtest du, dass ich für dich die Polizei anrufe?“
„Soll ich für dich einen Unterschlupf organisieren?“ (Frauenhäuser, Not- und Nachtquartiere, etc.)
„Kann ich dir helfen indem ich XY mache?“
Wenn du weißt, dass es ein Gerät gibt, das vor dem Täter sicher ist, melde dich regelmäßig mit Fragen wie:
„Wie geht es dir?“
„Wie kann ich dir helfen oder dich unterstützen?“
„Möchtest du, dass ich mich regelmäßig bei dir melde?“
Codewort für Belästigung in Clubs und Bars: „Ist Luisa hier?“
Damit Ihr wisst, was bei der Frage "Ist Luisa hier?" zu tun ist! ☝️ (Vielen Dank an @Der_Gleiter für diesen wichtigen Thread!) https://t.co/nlXZzVFyRR
— T.witterperlen ? (@tperlen) December 11, 2019
„Luisa ist hier!“- so nennt sich ein Projekt, das Hilfe in Bars oder Clubs verspricht. In akuten Momenten um Hilfe zu bitten oder die Lage genau zu erklären, ist für Betroffene nicht einfach. Einen Drink in einer lauten Bar zu bestellen, ist unter normalen Umständen schon schwierig. Das schafft Hemmschwellen, die es Opfern nicht leicht machen, in brenzligen Situationen um Unterstützung zu bitten. Die Frage nach Luisa soll Hilfesuchenden einen einfachen Weg eröffnen.
Das Konzept ist auch hier einfach: Personen die bedrängt werden oder sich unwohl fühlen, können sich mit der Frage „Ist Luisa hier?“ an das geschulte Barpersonal wenden. Das Personal weiß dann: Hier braucht jemand Hilfe.
Wie genau das funktioniert, erfährt ihr hier.
In Deutschland gibt es dieses Signal schon länger. Glücklicherweise kommt es mittlerweile auch in Österreich an.
Credits: Shutterstock
Hilfreich werden diese Initiativen erst, wenn sie gehört werden
Dazu braucht es eine ausreichende Verbreitung, um diese Signale universell einsetzbar und verständlich werden zu lassen. Barpersonal benötigt beispielsweise entsprechende Schulungen, um mit diesen brenzligen Situationen richtig umgehen zu können.
Codewörter sind in außergewöhnlichen Situationen wie beispielsweise der Coronakrise wichtiger denn je. So gut Initiativen wie diese sind, so ist die Bekanntmachung ausschlaggebend für deren Erfolg.
Hier gilt: Spread the message! Share with your friends!
Titelbild Credits: Unsplash
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