Hierzulande ist der Begriff des Midweek Blues verknüpft mit synthetischen Drogen – er kann jedoch auch mit Arbeitsstress oder mit einem allgemeinen Überlastungszustand zusammenhängen. Es fühlt sich an wie eine kleine, temporär limitierte Depression und führt letztlich zu Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit. Woran liegt das? Und was kannst du gegen den Einbruch nach dem Wochenende oder wegen Überbelastung tun? Wir bieten dir 5 Lösungsansätze.
Das Wochenende war wieder mal richtig phänomenal. Party bis zum Umfallen, eine saubere Menge an Drinks und womöglich das ein oder andere Hilfsmittel aus dem geheimen Döschen. So euphorisch die Nacht auch war, so erschlagen bist du auch am Tag danach.
Hinzukommt, dass das noch nicht mal alles war. Denn inmitten eurer Arbeitswoche dann das nächste Tief – der sogenannte Midweek Blues. Die obligatorische Mittwochs-Depression der Partytiger und ewigen Afterhour-Teilnehmer:innen. Aber auch dagegen kannst du angehen, wenn dir nur das richtige Werkzeug zur Verfügung steht und solange du das exzessive Partymachen nicht wöchentlich praktizierst.
Die Ursachen für den Midweek Blues
Der Midweek Blues hängt häufig mit dem Konsum von Alkohol oder Drogen zusammen – kann aber auch durch andere Umstände ausgelöst werden. Vor allem Stimulantien wie Kokain, Speed und MDMA/Ecstasy führen zu einem Tief nach dem durchzechten Wochenende. Das liegt daran, dass Substanzen aber auch Alkohol auf unsere Rezeptoren wirken und somit das Neurotransmittergleichgewicht stören.
Ecstasy verändert kurzfristig deinen Serotoninhaushalt. Dies bewirkt das Gefühl, unermüdlich, euphorisiert und emotional offen zu sein. Jedoch hat dies den negativen Effekt, dass du dich im Nachhinein erschöpft und manchmal sogar gereizt fühlt, aber auch Gedächtnisstörungen können auftreten. Es dauert bis zu drei Wochen, um den Serotoninhaushalt wieder in Ordnung zu bringen.
Bei Speed und Kokain ist es der Dompaminhaushalt, der gestört wird. Nach dem Abfall der Wirkung führt dies zu einer fehlenden Stimulation der Dopaminrezeptoren. Dadurch können Folgen wie Depressionen, Antriebslosigkeit und Aufmerksamkeitsstörungen auftreten. Frauen sind aufgrund ihrer hormonellen Gegebenheiten häufig stärker betroffen. Wenn man so will, sind Frauen beim Drogenkonsum benachteiligt.
Jedoch können auch Überbelastung und Erschöpfung durch Arbeit zu einem Midweek Blues führen. Logisch, denn nicht nur Drogen und Alkohol greifen auf unseren Serotonin- und Dopaminhaushalt ein. Weniger Freizeit bedeutet weniger Freude und durch das Fehlen erfreulicher Aktivitäten oder auch Bewegung fällt die Ausschüttung von wichtigen Botenstoffen aus. Auch ständige Erreichbarkeit und „Freizeitstress“ wirken sich negativ aus.
Midweek Blues: Lösungen gegen das Tief
Natürlich hängt es bei den Lösungsansätzen davon ab, wie weit es sich wirklich nur um einen Midweek Blues handelt oder um eine wirkliche Depression. Solltest du an einer Depression leiden, empfehlen wir dir, dich eventuell in Therapie zu begeben oder eine:n Psychiater:in aufzusuchen. Denn Depressionen können sich verstärken und zu Komorbiditäten wie Schlafstörungen oder Essstörungen führen.
Jedoch helfen die Tipps gegen den Midweek Blues und genauso auch gegen leichte Depressionen. Denn immerhin hängt beides mit der Ausschüttung von Botenstoffen und deren Gleichgewicht zusammen.
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1. Die offensichtliche Lösung: Bewegung und frische Luft
So einfach es auch klingen mag, schaffen es viele nicht einmal, diese offensichtliche Lösung in ernsthaft in Betracht zu ziehen. Sport und Bewegung schaffen einerseits kleine Erfolgsmomente und greifen andererseits positiv auf deinen Hormonhaushalt ein.
Außerdem fördert es einen gesunden Schlafrhythmus, was sich ebenso positiv auf deine Psyche auswirkt. Natürlich ist es gerade in depressiven Momenten schwer, sich aufzuraffen und nach draußen zu gehen. Aber es wirkt und sobald du dich einmal überwunden hast, läuft es wie geschmiert.
2. Midweek Blues mit Gaumenfreuden entgegenwirken
Eine gesunde Ernährung wirkt sich ebenso positiv auf unsere Psyche aus. Außerdem brauchen wir eine vollwertige Ernährung, um unserem Körper auch die nötigen Bausteine zu liefern, um wieder in einen normalen Zustand zu gelangen.
Wie bei Sport und dem Muskelaufbau braucht es auch bei der Produktion von Hormonen ausreichend Nährstoffe. Spart euch, wenn möglich, Ungesundes und greift auf viel Obst, Gemüse und Nüsse zurück. Aber Schokolade darf natürlich auch sein – macht ja bekanntlich ebenso glücklich.
3. Die richtige Playlist: Musik als unterschätztes Mittel
Die Auswirkungen von Musik auf unsere Psyche und unsere Emotionen ist mittlerweile Teil vieler Studien. Allgemein bekannt ist jedoch für jeden bereits aus eigener Erfahrung, wie einerseits Musik unseren Gemütszustand widerspiegelt, andererseits diesen aber auch beeinflussen kann.
Daher empfiehlt es sich, nicht die Depri-Playlist zu wählen, wenn dich gerade der Midweek Blues heimsucht. Viel eher solltest du dir eine Happy-Playlist zusammenstellen, die dich im Idealfall auch noch in Bewegung versetzt. Dann hast du Punkt 1 und Punkt 3 in einem erfüllt.
4. Kreativität: Auch für Ungeübte eine wunderbare Möglichkeit
Ein kleines Erfolgserlebnis schaffen, indem du etwas zeichnest, ein Musikstück schreibst oder einen Text verfasst, hilft ebenso. Wie Hermann Hesse schon sagte: „Man tue es, und man wird sehen, daß das Machen schlechter Gedichte noch viel beglückender ist als sogar das Lesen der allerschönsten Gedichte.“
In der Tat gibt es auch hierzu psychologische Studien. Unter anderem beobachtete der Psychologe Mihály Csikszentmihalyi den Vorgang und beschrieb diesen mit dem sogenannten Flow-Erleben. Also flowt einfach mal.
5. Soziale Kontakte: menschliche Interaktion als Sprungbrett aus dem Tief
Allein zu Hause zu sein, verschlimmert zumeist ein Tief, außer ihr befolgt einen der vorangegangenen Punkte. Sollten diese Aktivitäten jedoch nichts für euch sein, dann bleiben da immer noch eure Freunde. Wie auch bei Depressionen helfen euch soziale Kontakte, aus eurem aktuellen Gefühl auszubrechen.
Hierbei solltet ihr aber idealerweise darauf verzichten, euch mit Menschen zusammenzutun, denen es aktuell genau gleich geht – denn das kann auch nach hinten losgehen. Im Notfall reicht auch das, aber womöglich verlässt ihr dann nicht einmal die Couch. Besser als nichts ist es auf alle Fälle. Aber grundsätzlich sucht Freunde aus, die ein paar „happy vibes“ mitbringen.
Echte Depressionen ernst nehmen
Sollte es sich bei dir jedoch um ein immer wiederkehrendes Gefühl handeln und dein Gemütszustand nicht nur aufgrund von Wochenenden gedrückt sein, solltest du dir professionelle Hilfe suchen. Therapie bekommt ihr in Österreich auch auf Krankenschein.
Psychische Leiden sind ein ernstzunehmendes Thema, wenngleich dieses noch nicht ganz in der gesellschaftlichen Mitte angekommen ist. Vermeide vor allem, deine Depressionen mit illegalen Substanzen selbst zu behandeln, denn damit kannst du den Zustand weiter verschlimmern.
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