Immer mehr junge Menschen kommen mit der FIRE-Bewegung in Berührung. Diese Bewegung trägt ihr Ziel im Namen: Financial Independence, Retire Early (finanzielle Unabhängigkeit und früh in Rente gehen). Ihr Fokus liegt dabei auf dem Sparen und Investieren. Das Ziel der FIRE-Anhänger:innen besteht damit eindeutig darin, durch einen klugen Umgang mit Geld so früh wie möglich in den Ruhestand gehen zu können. Das klingt sehr amerikanisch? Das ist es auch! Die FIRE-Bewegung ist in den USA und in Kanada entstanden, verbreitet sich mittlerweile jedoch auch in Europa – und zwar immer schneller. All das ist auch verständlich: Klingt es nicht enorm spannend, bei all den derzeitigen Unsicherheiten das klare Ziel vor Augen zu haben, deutlich eher als mit 67 Jahren finanziell abgesichert in den Ruhestand gehen zu können?
Finanziell unabhängig sein
Doch was genau bedeutet es eigentlich, finanziell unabhängig zu sein? Vereinfacht lässt sich Folgendes festhalten: Finanzielle Unabhängigkeit besteht genau dann, wenn das passive Einkommen die Festkosten übersteigt. Generiert werden kann passives Einkommen unter anderem durch den Kauf von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Shiba Inu, durch den Kauf von Immobilien oder durch Aktienanlagen.
In jedem Falle kann passives Einkommen nur generiert werden, wenn bereits Geld vorhanden ist. Die Rechnung ist dabei simpel: Je mehr du sparst, desto mehr kannst du investieren. Damit ist der Bezug zum zentralen Punkt der FIRE-Ideologie hergestellt – es geht darum, so sparsam wie möglich zu leben, um möglichst viel Geld investieren zu können. So nämlich wird die finanzielle Unabhängigkeit schneller erreicht und der Eintritt in den Ruhestand eher möglich.
Die andere Seite der Medaille
Viel sparen und sparsam leben? Früher in den Ruhestand eintreten zu können, klingt vielleicht märchenhaft; doch um dieses Ziel zu erreichen, musst du auf eine Menge verzichten. In den Urlaub zu fahren oder mit Freund:innen essen zu gehen, ist nicht mehr möglich. Es kann also ganz schön einsam werden – insbesondere, wenn du nicht mit Menschen befreundet bist, die ebenfalls nach der FIRE-Ideologie leben.
Darüber hinaus ist keinesfalls garantiert, dass du etwa mit 40 in den Ruhestand gehen kannst. Dafür ist nämlich eine ganze Menge passives Einkommen nötig. Wie viel Geld ungefähr nötig ist, um in den Ruhestand gehen zu können, lässt sich mit einer Faustformel berechnen: Multipliziere deine jährlichen Ausgaben mit 25. Sobald du diesen Betrag angespart hast, kannst du – eine durchschnittliche jährliche Rendite von vier Prozent vorausgesetzt – die Arbeit an den Nagel hängen. Die Formel ist zwar von US-Verhältnissen ausgehend entwickelt und darüber hinaus deutlich vereinfacht worden; nichtsdestotrotz ist sie gut geeignet, um einen ersten Überblick zu gewinnen.
Die Meinungen sind gespalten
Obwohl all das recht schwierig und einschränkend klingt, gibt es eine ganze Menge FIRE-Anhänger:innen, die genau nach diesem Modell leben. Darüber hinaus sorgt die Bewegung auch dafür, dass immer mehr jüngere Menschen sich mit dem Sparen und der Bedeutung von Geld beschäftigen.
Doch es wird auch vor der Leichtfertigkeit, mit der viele junge Menschen zu investieren beginnen, gewarnt. Viele weisen keine nennenswerten finanziellen Puffer auf, was im schlechtesten Falle in hohe Schulden führen kann. Auf welche Seite stehst du? Bist du FIRE-Fan oder möchtest du lieber entspannt leben und bis zum Renteneintrittsalter arbeiten?
Titelbild © Shutterstock
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Eventbranche: Visionäre Veranstalter übertrumpfen kurzsichtige Politiker
Eine Berufsbranche wurde durch die Pandemie ganz besonders getroffen oder besser gesagt förmlich durchgebeutelt, abgewatscht und vorübergehend versenkt – und […]
Tinder aktiviert Videofunktion: Spaßfaktor garantiert?
Mit einem etwas aufgeregtem Gefühl bestätigte ich die Erlaubnis dazu, dass die Videofunktion nun gestartet werden kann. Noch nie zuvor […]
Heaven: Mieko Kawakamis Ausnahmeroman über Mobbing und Freundschaft
Wir haben uns Mieko Kawakamis "neuestes" Buch Heaven durchgelesen. Enttäuschung ausgeschlossen. Erschütterung inklusive.
10 Gründe, weshalb du in der Friendzone landest
Schon wieder die nächste Abfuhr. Was mache ich nur immer wieder falsch? Da zwischenmenschliche Gefühle etwas Relatives und nicht wirklich […]
Von der „Unterlage“ bis zum „Konterbier“: Die 3 bekanntesten Alkohol-Mythen im Faktencheck
Wer kennt es nicht? Bei fast jeder Party oder beim gemütlichen Zusammensein am Wochenende werden Ratschläge ausgetauscht, wie man den […]
„Ich bin nicht wie die anderen Frauen“: Warum das "pick me girl" so toxisch ist
Sie ist meistens die einzige weibliche Person in ihrem Freundeskreis. Das nicht ohne Grund: Das „pick me girl“ signalisiert, einzigartig […]








