Neuer Wirbel um den vermeintlichen Houellebecq-Porno, gegen dessen Veröffentlichung der französische Star-Autor Berufung eingelegt hat. Er darf gezeigt werden. Ein niederländisches Gericht erlaubt die Veröffentlichung gegen den Willen Michel Houellebecqs.
Houellebecq-Prono – was ist passiert?
Anfang Februar deutete ein YouTube-Trailer die Veröffentlichung eines Pornos oder Sexfilms mit dem französischen Star-Autor Michel Houellebecq an. Das niederländische Filmkollektiv „Keeping it real art critics“ oder kurz „Kirac“ hat den Trailer online gestellt.
Der Inhalt natürlich leicht brisant: Der französische Star-Autor habe dem Regisseur geschrieben, und schildert seine „bedauerliche“ Lage. Seine Frau hat ihm für die Flitterwochen in Marokko ein paar Prostituierte organisiert. Doch aus Angst vor einer Entführung durch Islamisten ist aus dem Trip nach Nordafrika nichts geworden.
Kein Problem, so in etwa die Antwort des Regisseurs. Er kenne viele Frauen in Amsterdam, die gerne mit Michel Houellebecq schlafen würden. Es lässt sich alles arrangieren, inklusive Luxushotel usw. Einzig verlangte Gegenleistung: Er darf alles filmen. Wie der Trailer zeigt, geht Houellebecq auf den Deal ein.
There’s going to be graphic Michel Houellebecq porn with English subtitles before we ever get an English translation of his new books. https://t.co/ytuI9q0bF6
— Adrian Georges (@BasedMaterialsm) January 24, 2023
Houellebecq-Porno: Premiere verschoben?
Aus der Premiere des fragwürdigen Houellebecq-Pornofilms am 11. März 2023 ist dann jedoch nichts geworden. Noch groß angekündigt, distanzierte sich der französische Skandalautor plötzlich von dem Werk.
Michel Houellebecq und seine Frau sahen von dem „Kunstwerk“ (zuerst nur dem Trailer) plötzlich ihre Ehre und Würde verletzt. Gegen die Veröffentlichung ging man daher gerichtlich vor. Weiters sollte auch der Trailer aus dem Internet verbannt werden. Man ging also vor Gericht. Und das mehr als einmal.
Sexfilm mit Michel Houellebecq darf gezeigt werden
Nun hat der französische Star- und Skandalautor auch den zweiten Prozess verloren. Und zwar den gegen die Veröffentlichung des Sexfilms. Der fragwürdige Streifen, der Houellebecq beim Sex mit jüngeren Frauen zeigt, darf somit gegen dessen Willen veröffentlicht werden.
Der vom Autor unterzeichnete Vertrag sei zwar „unausgeglichen, aber nicht ungültig“, heißt es. Auch ist es „unverständlich, warum Houellebecq an den Aufnahmen mitgewirkt hat, wenn er die Vereinbarung wirklich problematisch fand“. Hinzukommt, dass Houellebecq zwischen Vertragsunterzeichnung und den Aufnahmen selbst genügend Zeit gehabt hätte, sein Mitwirken an dem Film zu verweigern.
Houellebecq-Porno: Ergebnis einer Depression
Houellebecq versuchte sich herauszuwinden, indem er vor Gericht erklärte, dass er während der Dreharbeiten depressiv gewesen sei. Bei der Vertragsunterzeichnung sei er darüber hinaus auch müde und betrunken gewesen. Er habe ganz einfach nicht gewusst, „worauf er sich eingelassen hat“. Zu wenig, für das niederländische Gericht.
Keine rosigen Zeiten für Houellebecq also. Auch seine erste Klage gegen den Trailer, welcher seine Privatsphäre verletzt haben soll, sei abgewiesen worden. Nun steht auch der Veröffentlichung des finalen Films nichts mehr im Weg. Auf der Website von Kirac ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch immer noch kein Film zu sehen. Man darf weiterhin gespannt sein, wie sich das Ganze noch entwickeln wird.
Titelbild © Screenshot: Houellebecq KIRAC 27 Trailer
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