„Nein” bedeutet “Nein”, auch bei Kindern! Ein Lachen signalisiert nicht immer ein Vergnügen und Experten belegen: Kinder gegen ihren Willen zu kitzeln ist das Überschreiten einer Grenze – mit teils langfristigen Folgen.
Schöne heile Welt
Es ist etwas, das wohl alle von uns schon einmal erfahren haben – vor allem als Kinder -, und was viele vermutlich auch selbst bei (ihren) Kindern machen: kitzeln. Eltern haben einen Heidenspaß daran, Kinder zu kitzeln und das ist an und für sich ja nicht schlecht.
Kinder sehnen sich nach Lachen, Nähe und Spiel – in Form körperlicher Betätigung – und Kitzeln ist eine Form alle diese drei Bereiche auf einmal abzudecken. Doch Vorsicht: übermotivierte Eltern machen auch dann noch weiter, wenn das Kind längst „Nein“ oder „Stopp“ ruft.
Die dunkle Seite des Lachens
Credits: uberhumor
„Aber das Kind lacht ja dabei.“, werden viele Hobbykitzler ihre Taten verteidigen. Doch gerade das ist das Trügerische an der Sache. Die „New York Times“ sprach mit mehreren Psychologen, die vor den Gefahren des Kitzelns warnen. So meint Dr. Lawrence Cohen (Autor des Buches Playful Parenting), das Kitzeln könne in vielen Fällen sogar das Nervensystem überlasten, sodass sich Kinder hilflos fühlen.
Ein reflexartiges Lachen, das nicht mehr zu kontrollieren ist, kann sogar Unbehagen und Schmerzen überdecken. Darum ist Kitzeln – in diesen Fällen – eine klare Grenzüberschreitung. Obendrein bekommen Kinder auch noch vermittelt, dass es in Ordnung ist gegen seinen Willen berührt zu werden und andere zu berühren.
Trügerisches Lachen
Was aussieht wie ein Lachen, könnte in diesem speziellen Fall auch etwas ganz anderes bedeuten, wie Dr. Alan Fridlund darauf hinweist: „An einem bestimmten Punkt ist das Lachen nicht mehr nur ein gewöhnliches soziales Lachen, das eben das Spiel begleitet, sondern ein spasmischer Reflex, auf welchen der Körper zurückgreift, wenn er Spannung abbauen will.“
Auch wenn Kitzeln jetzt plötzlich als ein unüberschaubar komplexes Thema erscheinen mag, so sollte man die Flinte nicht gleich ins Korn werfen – oder sich aus Frust die Hände amputieren. Kitzeln ist eine gute Sache, wenn man einfach achtsam bleibt und hinhört. Und im Grunde ist es doch ganz einfach: Auch wenn Kinder lachen und die Gesichter so aussehen, als würden sie es genießen, wenn sie sagen, dass sie es nicht mögen, dann mögen sie es auch nicht! As simple as that!
Titelbild Credits: Shutterstock
DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN
Die Glücksökonomie: Macht Glück egoistisch?
Wir leben in einer feel good society. Das bedeutet, dass negative Gefühle und Gedanken jedweder Art unerwünscht sind. Jemand der […]
Kroatien Urlaub: Freizeitaktivitäten in und um Zadar
Bei deinem Kroatien Urlaub am Meer solltest du unbedingt einen Abstecher nach Zadar machen. Wir kennen die besten Freizeitaktivitäten vor Ort.
Mommy Issues - 3 Typen, von denen du dich fernhalten solltest
Einen auf großen Macker machen – aber nichts dahinter! Na wer kennt diesen Typus Mann nicht. Aber Obacht, es könnte sich in so einem Fall um einen klassischen Dude mit Mommy Issues handeln. Definitiv nichts für seichte Gemüter.
Was ist ein White Knight: Emanzipierte Männer oder Heuchler?
Der weiße Ritter – oder um es im Fachjargon des Internets auszudrücken, der „white knight“ – gerät aktuell ganz schön […]
Wein am Wasser: Fusion zweier Welten zu einem unverkennbaren Erlebnis
Österreichische Weine liegen absolut im Trend – wie die aktuellen Exportzahlen verdeutlichen. Auch im Inland und bei der jungen Generation […]
Die Achtsamkeitsfalle: Ist zu viel Achtsamkeit gefährlich?
Das Phänomen Achtsamkeit ist schon seit Jahren auf dem Vormarsch. Kurse, Gurus und Trainings sollen uns dabei helfen, in einen […]








