Für die einen ist sie aus der Beziehung nicht wegzudenken, für andere ist sie bereits längst überholt. Obwohl das Konzept der Monogamie in den letzten Jahren etwas ins Wanken geraten ist, zählt sie dennoch, zumindest in der westlichen Welt, zum meist gelebten Beziehungsmodell. Ist die monogame Lebensweise veraltet oder nach wie vor erstrebenswert?
Wenn man bedenkt, wie viele Beziehungen aufgrund von Untreue scheitern, stellt sich natürlich die Frage, ob wir Menschen denn überhaupt für die Monogamie gemacht sind. Mit dieser Frage beschäftigen sich auch zahlreiche Studien. Gibt es das Konzept der wahren Liebe oder ist es nur eine Illusion, welche wir über die Jahrhunderte erschaffen haben?
Monogamie: Nicht überall das Beziehungsideal
Tatsächlich ist Monogamie aber gar nicht in allen Ländern verbreitet. Es gibt nämlich etliche Gesellschaften, wo beispielsweise die Polygamie akzeptiert und auch gelebt wird.
Auch in den westlichen Ländern kann man wohl eher von einer seriellen Monogamie sprechen als von tatsächlicher Monogamie. Denn die meisten Menschen haben in ihrem Leben mehrere Partner, mit denen sie zwar exklusive Bindungen eingehen, dennoch aber nicht ihr gesamtes Leben verbringen.
Sexuelle vs. soziale Monogamie
Monogamie ist nicht gleich Monogamie. Es kann hier zwischen sexueller und sozialer Monogamie unterschieden werden. Soziale Monogamie bezieht sich dabei auf die Praxis nur einen einzigen Partner zu haben, sexuelle Aktivitäten mit anderen können aber durchaus stattfinden. Bei sexueller Monogamie ist sexuelle Untreue dagegen strikt untersagt.
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Dabei ist sexuelle Untreue an sich doch eigentlich Auslegungssache und muss auch nicht zwingend als Untreue verstanden und definiert werden. Vielmehr kommt es dabei auf die Einstellungen der Partner:innen an und wo diese ihre Grenzen ziehen. Das Verhalten von sozialer, aber nicht sexueller Monogamie lässt sich unter anderem auch in der Tierwelt beobachten. Säugetiere neigen beispielsweise eher dazu, in sozialer Hinsicht monogam zu leben als in sexueller.
Sind alternative Beziehungsmodelle die Zukunft?
Beziehungen unterliegen in der heutigen Zeit deutlich weniger ökonomischen sowie gesellschaftlichen Zwängen. Aus diesem Grund sind alternative Konzepte – wie beispielsweise polyamore oder offene Beziehungen – gesellschaftsfähiger geworden und erfreuen sich an größerer Beliebtheit. Bei vielen Paaren steigt dadurch auch das Bedürfnis andere Beziehungsmodelle auszuprobieren, um zu sehen, ob diese eventuell für sie funktionieren könnten.
Wichtig: Es gilt hierbei Grenzen, Regeln und Rahmenbedingungen festzulegen, die dann für beide Partner:innen gelten sollen, sonst kann es nämlich schnell zu Problemen und Schwierigkeiten in der Beziehung kommen. Schlussendlich bleibt aber auch bei der besten Kommunikation immer ein gewisses Restrisiko und alternative Beziehungsmodelle ein Spiel mit dem Feuer. Dennoch können Beziehungen abseits der Monogamie aber sehr wohl davon profitieren.
Offene Kommunikation ist wichtig
Am Ende muss jede:r für sich selbst entscheiden, welches Beziehungsmodell am besten für ihn oder sie passt. Offene Kommunikation sollte demnach an erster Stelle stehen. Wer den Drang nach sexuellen Abenteuern außerhalb der Beziehung verspürt, sollte es auf jeden Fall ansprechen. Dies kann auch eine Chance sein, ein nicht erfüllendes Sexualleben wieder auflodern zu lassen.
Wer hingegen lieber einem monogamen Beziehungskonzept nachgehen möchte, sollte sein Bedürfnis ebenfalls offen aussprechen und kommunizieren. Denn die Bedingungen, Umstände und Regeln, in denen sich romantische Beziehungen bewegen, verändern sich ständig und müssen demnach auch stetig neu verhandelt werden. So kommen vielleicht auch wieder Partner:innen ins gemeinsame Gespräch, die sich schon lange nicht mehr allzu viel zu sagen hatten.
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