In der britischen Miniserie Pure geht es um eine junge Frau mit folgendem Problem: Sie wird ständig von unkontrollierbaren sexuellen Gedanken geplagt. Sex 24/7. Wer soll das nur aushalten? Pure ist eine witzige Serie mit klassisch englischem Humor und dem Mut, das Thema einer psychischen Störung unvermittelt anzusprechen, und das in Form einer Komödie. Prädikat: sehenswert. Wer die Netflix-Serie Liebe und Anarchie mag, wird Pure lieben.
always on my mind – Sex: 24/7
Marnie ist sympathisch, intelligent und lebenslustig. Doch die Story endet so noch nicht, denn was ist langweiliger, als einer sympathischen, intelligenten und lebenslustigen Frau bei ihrem erfolgreichen Leben zuzusehen. Marnie ist, da sie nach dem Studium des kreativen Schreibens immer noch keinen Job gefunden hat, auch dazu gezwungen bei ihren Eltern zu leben.
Die Hauptdarstellerin Charlie Clive ist so lustig und weird, dass alleine diese Grundvoraussetzung schon sehenswert wäre. Doch für Marnie kommt es noch dicker: Ihr Gehirn wird ständig von unkontrollierbaren sexuellen Gedanken geplagt. Seit zehn Jahren verbringt sie ihr Leben damit, sich mit diesem Problem herumzuschalgen.
Da fällt einem die Rede bei der Feier des fünfundzwanzigsten Hochzeitstages der Eltern natürlich alles andere als leicht. Vor allem dann nicht, wenn man sich vorstellen muss, wie sämtliche Gäste in einer Orgie übereinander herfallen. Too Much! Findet auch Marnie, verlässt ihre Heimat Schottland und bricht auf: nach great London.
Notgeilheit Ole – Pferde fingern oder dem Zahnarzt die Eier lecken?
Pure basiert auf dem Buch von Rose Cartwright, die selbst an der Zwangsstörung Pure O leidet. Symptome dieser Krankheit sind wiederkehrende aufdringliche Gedanken. Die britische Serie Pure ist pure Low-Budget-Kunst. Phasenweise etwas sperrig, manchmal auch ein wenig zu brav und teils leider ohne einen gewissen Flow, der für eine geschmeidige Erzählung hilfreich wäre – was aber an der bedauerlicherweise nicht ganz so optimalen Synchronisation liegt –, tritt die liebenswerte Marnie von einem Fettnäpfchen ins nächste. Was jedoch einfach nur herrlich zum Fremdschämen ist.
Die Inszenierungen ihrer Zwangsgedanken in Form unterschwelliger Szenen sind äußerst gelungen und alles andere als übertrieben. Gespickt mit, manchmal semi-lustigen Wortspielen (was natürlich beabsichtigt ist) nimmt uns Marnie mit auf ihre Reise durch den sexuellen Wahnsinn.
Britische #Dramaserie „Pure“ mit hervorragender Besetzung u.a. mit #JoeCole und @NiamhAlgar jetzt Web Only in der Mediathek @ARTEde : https://t.co/x77CVmWHbo pic.twitter.com/Zs0XrtiJ0B
— ARTE Presse (@ARTEpresse) September 16, 2022
Psychische Störung verpackt in eine Komödie
Im Grunde ist Pure die Geschichte über ein sexuell frustriertes Landei in der übergroßen Großstadt. Eine ungeschickte Frau, die sich selbst sucht. Fremdschämen ist dabei garantiert. Weird, schräg, bizarr und auf der Suche (nach sich selbst, Liebe und den großen Themen der Mittzwanziger), fühlt Marnie Empfindungen, die jeder und jede vermutlich schon einmal empfunden hat.
Pure ist im Grunde nichts Neues, die Underground- und Low-Budget-Ästhetik verleihen der Story jedoch einen liebenswerten Charme und die sympathischen Figuren machen die Serie zu einem besonderen Vergnügen. Darüber hinaus hat Pure auch den Mut, das Thema der psychischen Störung anzusprechen, und die Intelligenz, dies mithilfe einer Komödie zu tun. Auch der Soundtrack überzeugt. Alles in allem ist Pure ein ganz großes Vergnügen mit kleinem Budget, gekoppelt mit englischem Humor und unbedingt sehenswert. Für alle, die das immergleiche Erzählen der Netflix-Formate ein wenig satthaben, ist Pure eine gelungene Alternative.
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