Karate Andi ist bekannt für Assi-Rap und seine harten Sprüche. Doch kann er seine Punchlines auch live übermitteln? Wir wollten uns das nicht entgehen lassen und waren gestern beim Gig im Flex.
Seitdem bekannt war, dass Karate Andi im Herbst nach Wien kommen wird, stand fest, dass das Flex von seinen Fanboys gestürmt werden wird. Den ganzen Sommer lang bereitete man sich zielstrebig darauf vor, indem man jedes Lied von ihm in Endlosschleife hörte, um ja alle Strophen und Hooks beim Konzert mitrappen zu können.
Als das Konzert am 25.11. jedoch wegen Krankheit abgesagt wurde, begannen die „treuen“ Fans auf Facebook zu haten: „Sauf nicht so viel, dann wirst du auch nicht so oft krank“, „Alter mehr von den Drogen und Attacke! Was ist das für eine Scheiße bitte? Richtiger Hauptschüler“. Kurze Zeit später stand jedoch schon der Nachholtermin fest: der 17.12. – ein Sonntag.
Somit wurde die Spreu vom Weizen getrennt. Denn an diesem Datum konnte man nur mit den eingefleischten Fans rechnen, die sich die Show unter keinen Umständen nehmen lassen. Man ging von einer reduzierten Crowd aus, doch das Flex war trotz alledem voll.
Um 20:30 Uhr war es dann endlich so weit. Die Menge hat sich schon vor der Bühne versammelt und wartete gespannt auf den Helden des Abends: Karate Andi. Die Musik ging an und gleichzeitig begann ein Abend voller Pannen. Schon bei der ersten Strophe kam der gute Herr aus Berlin Kreuzberg nur sehr schwer aus seinem Lachflash raus. Er bemühte sich sichtlich, doch der Anblick der Crowd hat ihn wohl so sehr amüsiert, dass er einfach nicht anders konnte. Oder waren es doch die ganzen Drogen Backstage?
Nach den ersten zwei Songs musste Andi gleich einmal ein Wörtchen mit dem Publikum reden, da es seiner Meinung nach zu wenig eskalierte und die Leute zu müde und demotiviert wirkten. Hier ein live Mitschnitt von seinem Kommentar samt kleinem Zwischenfall mit einem Fan, der ihn offensichtlich anmachte:
So schnell wurde es allerdings nicht besser. Karate Andi konnte die Menge nicht zum Toben bringen und wer war schuld? Na klar, der fehlende Alkohol!
Einen ersten Pluspunkt gab es dann aber doch. Immerhin wollte er alle Wogen glätten, indem er gratis Bier verteilte. Leider profitierte nur die erste Reihe davon. Die mussten aber mit regelmäßigen Bierduschen dafür bezahlen. Karma.
Als dann Generation Andi gespielt wurde, konnte er endlich die bis dahin noch schüchternen Fans motivieren. Frei nach dem Motto: „Wenn zehn Leute mitmachen, dann ist das ja schon ’ne kleine Gruppenvergewaltigung“, forderte er sie zum Pogen auf.
Im Anschluss folgte ein Bier-Battle auf der Bühne, bei dem zwei Vorzeigesäufer aus dem Publikum ausgewählt wurden und um die Wette trinken mussten.
Das endete allerdings in einem Fail, denn Einer der Beiden reichte sein Bier weiter ans Publikum und sein Kontrahent kotzte fast auf die Bühne, weil er die Dosen so zielstrebig ausleerte. Dieser Kandidat wurde nach Ende des Konzertes vor dem Flex aufgefunden. Er wirkte äußerst zufrieden über den gratis Biergenuss und fühlte sich richtig wohl am Boden. Mission accomplished würde ich sagen. Und nein, hierbei handelt es sich nicht um den Sänger von Bilderbuch.

Abschließend lässt sich sagen, dass es ein durchaus verrückter Abend war und Andi sich wirklich ins Zeug gelegt hat, um die Crowd zu motivieren. Das Alles lässt jedoch nicht darüber hinwegsehen, dass er live einfach keine Skills hat. Er hat mehrmals seine Texte vergessen, musste oft Pausen machen, weil ihm die Kondition fehlt und hat sich auch immer wieder mit dem Publikum angelegt. Er ist halt ein echter, deutscher Vorzeigeprolet.
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