Wenn die Temperaturen im Hochsommer steigen, suchen viele Menschen nach einer schnellen Abkühlung. Der Griff zu einer Kugel Eis liegt da nahe. Doch wer den Körper nachhaltig von innen heraus kühlen möchte, sollte bei der Wahl der Eissorte auf die genauen Inhaltsstoffe achten. Denn nicht jede Sorte hat denselben kühlenden Effekt – manche können dem Körper sogar zusätzlich einheizen.
Das Problem mit klassischem Milcheis
So beliebt Klassiker wie Vanille, Schokolade oder Stracciatella auch sind: Aus wissenschaftlicher Sicht sind sie für eine effektive Abkühlung eher ungeeignet. Milch- und Cremeeissorten enthalten einen hohen Anteil an Fett, Proteinen und raffiniertem Zucker.
Wenn wir diese schweren Inhaltsstoffe zu uns nehmen, muss der Magen-Darm-Trakt Höchstleistungen erbringen, um sie zu verdauen. Dieser Prozess wird als nahrungsinduzierte Thermogenese bezeichnet. Die Verdauung kurbelt den Stoffwechsel so stark an, dass dabei innere Wärme entsteht. Das führt dazu, dass uns kurz nach dem Verzehr von fettigem Eis oft noch wärmer ist als zuvor.
Fruchtsorbets als ideale Durstlöscher
Wer eine echte Erfrischung sucht, sollte stattdessen zu wasserbasierten Sorbets greifen. Hochwertige Sorbets bestehen idealerweise nur aus Fruchtpüree, Wasser und etwas Zucker – sie sind komplett frei von Milchfett. Da der Körper Wasser wesentlich schneller und müheloser verarbeiten kann als Fett, bleibt die thermische Belastung für den Organismus aus.
Besonders gut eignen sich Sorbets aus Früchten, die von Natur aus einen sehr hohen Wasseranteil besitzen. Dazu gehören allen voran Wassermelone, Erdbeere und Himbeere. Sie führen dem Körper Flüssigkeit zu und belasten die Verdauung nicht.
Der Frische-Kick durch Säure und Kräuter
Neben dem Fettgehalt spielt auch die Geschmacksrichtung eine entscheidende Rolle für das subjektive und objektive Kälteempfinden:
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Zitrusfrüchte: Sorten wie Zitrone, Limette oder Grapefruit wirken durch ihren hohen Säuregehalt extrem belebend. Die Säure regt den Speichelfluss an, was im Mundraum sofort als erfrischend und feuchtigkeitsspendend wahrgenommen wird.
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Minze: Eissorten, die echte Minze enthalten, nutzen einen biochemischen Trick. Das darin enthaltene Menthol dockt an die Kälterezeptoren der Mundschleimhaut an. Dem Gehirn wird dadurch eine extreme Kälte signalisiert, selbst wenn das Eis gar nicht kälter ist als andere Sorten.
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Gemüse- und Kräutereis: In vielen Eisdielen finden sich zunehmend Sorten wie Gurke-Basilikum oder Ingwer-Zitrone. Vor allem die Gurke besteht fast vollständig aus Wasser und eignet sich hervorragend zur inneren Hydratation, während Kräuter den Kreislauf sanft anregen, ohne ihn zu überhitzen.
Fazit
Für die perfekte Abkühlung an heißen Tagen gilt die Faustregel: Je wasserreicher, saurer und fettärmer das Eis ist, desto besser entlastet es den erhitzten Körper. Ein Zitronen-, Minz- oder Wassermelonensorbet ist daher physikalisch und biologisch die beste Wahl, um gut durch die Sommerhitze zu kommen.
Titelbild © envato
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