Ende Oktober läuft die Spooky Season auf Hochtouren: Kürbisse zieren die Fensterbänke, Horrorfilm-Marathons stehen an und die Suche nach dem perfekten Kostüm geht in die heiße Phase. Doch woher kommt der Brauch eigentlich – und wie wird die gruseligste Zeit des Jahres außerhalb von Österreich gefeiert? Wir haben uns die spannendsten Halloween-Traditionen weltweit angeschaut.
Woher kommt Halloween eigentlich?
Wer glaubt, Halloween sei eine reine Erfindung der US-amerikanischen Süßigkeitenindustrie, liegt falsch. Die Wurzeln des Fests sind über 2.000 Jahre alt und liegen im keltischen Samhain-Fest im heutigen Irland und Schottland. Für die Kelten markierte der 31. Oktober das Ende des Sommers und den Beginn des dunklen Winters. Sie glaubten, dass in dieser Nacht die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten besonders dünn ist.
Hier entstanden auch die Bräuche, die wir bis heute kennen:
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Schutz vor Geistern: Die Menschen entzündeten große Lagerfeuer und verkleideten sich mit Tierhäuten, um böse Geister abzuschrecken.
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Trick or Treat (Guising): Beim sogenannten Souling oder Guising zogen Arme und Kinder verkleidet von Tür zu Tür, um Lieder zu singen oder Sprüche aufzusagen. Als Belohnung gab es kleine Brote, Nüsse oder Äpfel.
Mit der Christianisierung wurde aus dem Abend vor Allerheiligen („All Hallows’ Eve“) schließlich das Wort Halloween. Irische Auswanderer brachten die Traditionen im 19. Jahrhundert mit nach Amerika, wo daraus der globale Popkultur-Hype entstand.
USA: Block-Partys, Vorgarten-Friedhöfe & die Hexen von Salem
Auch wenn die Wurzeln in Irland liegen, inszeniert niemand Halloween mit so viel Spektakel, Hingabe und Glamour wie die USA. Sobald der Oktober anbricht, verwandeln sich ganze Straßenzüge in begehbare Geisterbahnen mit Nebelmaschinen, riesigen Animatronics und professionellen Lichtershows. Von gigantischen Nachbarschafts-Block-Partys bis hin zu durchgestylten Kostüm-Events ist Halloween längst kein reines Kinderfest mehr, sondern eine der größten Feier-Saisons des Jahres.
Wer die ultimative Dosis Grusel sucht, reist im Oktober nach Salem, Massachusetts. Bekannt durch die historischen Hexenprozesse von 1692, verwandelt sich die Stadt den gesamten Monat über in die inoffizielle Halloween-Hauptstadt der Welt – inklusive Geistertouren, Magie-Märkten und Hexen-Bällen.
Mexiko: Día de los Muertos – Bunter als jede Halloween-Party
In Mexiko feiert man direkt nach Halloween, vom 1. bis 2. November, den Día de los Muertos (Tag der Toten). Auch wenn das Fest oft mit Halloween in einen Topf geworfen wird, ist der Gedanke dahinter ein völlig anderer: Es geht nicht um Gruseln oder Angst, sondern um ein farbenfrohes Fest des Lebens und des Erinnerns.
In den Häusern werden aufwendige, mehrstöckige Altäre (Ofrendas) aufgebaut, geschmückt mit Fotos der Verstorbenen, Kerzen, dem traditionellen Totenbrot (Pan de Muerto) und leuchtend orangen Cempasúchil-Blumen. Die Menschen bemalen ihre Gesichter als kunstvolle Totenköpfe (Calaveras) und ziehen bei bunten Straßenumzügen durch die Stadt. Nach mexikanischem Glauben kehren die Seelen der Verstorbenen an diesen Tagen zu ihren Familien zurück, um gemeinsam zu essen und zu feiern.
Europa: Transsilvanien und die Jagd nach Graf Dracula
Wer es lieber klassisch-schaurig mag, muss gar nicht weit reisen. In Europa ist vor allem Rumänien der Place-to-be für Halloween-Fans. Mitten in den mystischen Wäldern Transsilvaniens liegt Schloss Bran, das weltbekannt als das „Dracula-Schloss“ gilt. Zwar hat der historische Herrscher Vlad der Pfähler dort wahrscheinlich nie wirklich gewohnt, doch Bram Stokers berühmter Vampir-Roman machte das Bauwerk unsterblich. Jedes Jahr am 31. Oktober steigen rund um das Schloss gigantische Halloween-Partys, wo tausende Gäste in Gothic- und Vampir-Outfits im nächtlichen Schatten der Karpaten durch die alten Burggemäuer tanzen.
Egal ob uralter keltischer Brauch, bunte mexikanische Tradition oder Party im mittelalterlichen Schloss: Halloween verbindet weltweit die Lust am Mystischen – und liefert Ende Oktober den perfekten Grund zum Feiern.
Titelbild © Pexels
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