Narzissmus-Typen gibt es viele. Sie agieren unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen allen jedoch nicht nur das Toxische, sondern auch ihr Umgang mit dem Thema Schuld. Die Psychologin Jennifer Freyd hat einen wertvollen Begriff in diese Thematik eingefügt, über den man unbedingt Bescheid wissen sollte: DARVO
Schuld und wie Narzissten damit arbeiten
Dass Narzissmus viel mit dem Thema Scham zu tun hat, wissen wir. Diese ist ein mächtiges Machtinstrument. Doch auch Schuld wird in toxischen Beziehungen mit Narzisst*innen oft eingesetzt, um das Opfer zu lenken und zu binden. Das sogenannte Guilt Tripping – das Kreieren von Schuldgefühlen – ist eines der probatesten Mittel, auf die zurückgegriffen wird, um die Grenzen des Opfers aufzuweichen.
Besonders empathische Menschen sind ein leichtes Opfer der narzisstischen Schuldzuweisung. Diese wollen für andere nur das Beste und verfolgen daher oftmals einen moralischen Ansatz, bei dem sie den Anderen bzw. das Wohl der Anderen über ihr eigenes stellen. Doch wenn man merkt, dass man Dinge tut, die man nicht tun will, sollte man seine Handlungen hinterfragen.
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Soziale Reziprozität in der Schieflage
Das die narzistische Schuldgefühle-Masche bei einem Menschen funktionieren, kann viele Gründe haben:
- subtile Verpflichtungs-Gefühle
- Erwartungsdruck
- unausgesprochene (unbewusste) Verbote
Gekoppelt mit dem Gesetz der sozialen Reziprozität, laut dem Menschen ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen anstreben, hat auf ein Geschenk oder Gefallen ein Gegengeschenk oder Gefallen zu erfolgen. Bei Opfern von Narzissten gerät diese soziale Reziprozität oft in Schieflage.
Narzissmus – eine Schuldfalle
Wenn Schuld ein großes Thema in jemandes Leben ist – man will niemand etwas schuldig sein, fühlt sich schnell schuld usw. – dann ist diese Person ein leichtes Opfer für narzisstische Menschen. Diese geben nämlich gerne allen andern die Schuld für ihr Verhalten. Jeder und jede ist ihnen recht, nur nicht sie selbst. Bei diesem, sogenannten Blame-Shifting kann die Schuld bei jedem landen – der Chef, Gott, die Umstände, der Nachbar, die Nachbarin.
Dabei werden oft Ursache und Wirkung verdreht. Eine besonders perfide Form von Gaslighting by the way. Das führt in toxischen Beziehungen oft dazu, dass das Opfer sich entschuldigt – Täter-Opfer-Perversion.
DARVO – Deny, Attack and Reverse Victim and Offender
Ein Begriff der Psychologin Jennifer Freyd beschreibt dieses narzisstische Tool sehr gut. Sie hat diese spezielle narzisstische Form der Schuldumkehr, die häufig von narzisstischen Menschen (oder anderen manipulativen) Menschen eingesetzt wird, DARVO genannt. Diese versuchen, mit ihrer eigenen Schuld konfrontiert, diese zu verschieben und jemand anderem den schwarzen Peter zuzustecken.
Die Buchstaben in DARVO stehen für: Deny, Attack and Reverse Victim and Offender. Also Verleugnung (mittels Gaslighting), Angreifen und die Täter- und Opferrollen vertauschen.
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DARVO und was dagegen zu tun ist!
Wird dieser Trick einmal angewandt, hilf Bewusstheit: Wie hat die Auseinandersetzung genau angefangen? Wenn ein Bedürfnis geäußert wird, es anschließend jedoch nur noch um den vermeintlichen Ton geht und nicht mehr um das Bedürfnis, sollte das Gespräch unbedingt zurück auf das Bedürfnis (Anliegen) gebracht werden. Es geht nicht um B, sondern um A (Anliegen)!
Diese Technik nennt sich Broken Record (Gesprungene Schallplatte). Das Opfer lässt sich nicht mehr vom eigentlichen Thema abbringen. Stattdessen wird – wie bei einer Schallplatte mit Kratzer – freundlich, ruhig und sachlich das Anliegen (der gleiche Inhalt) laufend wiederholt – mit unterschiedlichen Formulierungen.
Titelbild © Shutterstock
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Also, viel Spaß beim ersten Teil unserer Wiener „Wuchteln“, oder einfach gesagt, wie man sich auf wienerisch verständigt.
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